Wennigsens DRK-Chefin Ute Prager: Darum ist die Blutspende für alle Einwohner so wichtig

von Geesche Fandel aus Hannover-Südstadt | am 16.03.2010 | 539 mal gelesen | 0 Kommentare | 0 Bildkommentare | 4 Bilder
Ute Prager, Vorsitzende des DRK Wennigsen
 

„Meine Familie ist froh, wenn ich mal nicht um sie herumplane und organisiere, sondern mich bei der Arbeit austobe: Es macht mir einfach Spaß anderen Menschen eine Freude zu machen“, erzählt Ute Prager lächelnd. Seit 26 Jahren ist sie aktives Mitglied des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) der Ortsgruppe Wennigsen. 2008 übernahm sie mit ihrer Kollegin Ingrid von Breitenbuch (56) die Vorstandsarbeit der örtlichen Gruppe. Die 68-jährige ist vor über drei Jahrzehnten mit ihrem Mann Helmut, einem ehemaligen Forstdirektor, nach Wennigsen gekommen. Sie leben mit zwei Terriern und einigen der vier Kinder in einem alten Forsthaus in Wennigsen.

Prager wurde bei ihrem Amtsantritt in den DRK-Vorstand gleich ins kalte Wasser geworfen: Die Planung der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen war ihre erste Bewährungsprobe im Amt. Dass sie als Mutter und Oma gut organisieren kann, hat die zierliche Frau bewiesen: Das Jubiläum wurde mit einem großen Fest und viel örtlicher Prominenz gefeiert. Vereinsvorführungen, Kinderattraktionen und musikalische Highlights lockten die Besucher zu den Jubiläumsfeierlichkeiten des DRK.

Ute Prager macht ihre Arbeit gut. Den Spaß an ihrer Arbeit sieht man ihr an: Die meiste Zeit lächelt sie, kaum einen Satz bringt sie mit ernstem Gesicht hervor. „Das schönste an meiner Arbeit ist zu spüren, wie dankbar die Menschen sind, besonders die älteren“, erzählt die attraktive Dunkelhaarige. Der Ortsverein hat rund 400 Mitglieder, davon sind zwei Drittel über 70 Jahre alt. Doch das DRK spricht mit seinem Programm nicht nur ältere, sondern auch jüngere Menschen an. Spiele-Nachmittage, verschiedene Sportaktivitäten wie zum Beispiel Yoga oder Vorträge zu Themen wie: „Italien – Durch das Veneto nach Venedig“ oder „Vorhofflimmern“ gehören zum regelmäßigen Programm. Besondere Highlights sind die von Prager und Kollegin Ingrid von Breitenbuch organisierten Tagesausflüge. „In Wennigsen gibt es ja leider keinen Theaterkreis mehr, so dass unsere Fahrten zu solchen Veranstaltungen immer schnell ausgebucht sind“, erklärt die Wennigserin.
Für die nächsten Monate sind Fahrten zur niedersächsischen Landesgartenschau, nach Kalkriese und zu Dr. Oetker und Gerry Weber geplant, bei Interesse sollten sich die Wennigser schnell anmelden, die Fahrten sind sehr gefragt.
Höhepunkt des Jahres wird das Sommerfest am Sonnabend, 19. Juni, in Pragers Garten. Kinderattraktionen, verschiedene Vorführungen und die Jazz-Band „Just for Fun“ werden einen Nachmittag den herrschaftlichen Garten mit Leben füllen.

Neben diesen Veranstaltungshöhepunkten sind es aber besonders die vermeintlich einfachen Veranstaltungen, die für das DRK und die Einwohner wichtig sind. Die viermal jährlich stattfindende Blutspende spricht alte und auch sehr viele junge Menschen im Ort an. „Die Blutspende dient einem guten Zweck, man muss sich immer vor Augen führen, dass man vielleicht selbst mal eine Transfusion benötigt“, erklärt Prager die Notwendigkeit der Blutspende.
Obwohl es beim DRK nicht wie in großen Krankenhäusern Geld für die Spende gibt, ist der Blutspende-Termin im Ort schon zu einem sozialen Treffpunkt geworden: Viele Wennigser kommen nicht nur um zu spenden, sondern auch um die Gemeinschaft zu genießen, sich auszutauschen und das selbst gemachte Essen zu genießen.
Die Veranstaltung „Blutspende“ hat sogar seine eigenen Gesetze: Was es zu Essen gibt und welcher ehrenamtliche Helfer für was zuständig ist, ist ungeschriebenes Gesetz: „Das war zu Beginn meiner Amtszeit schon ein bisschen komisch, aber das es im Sommer Tomate-Mozzarella gibt, konnte ich durchsetzen“, sagt Prager schmunzelnd.
Die Blutspende ist einer der wenigen Termine, an denen die Quote der jüngeren Teilnehmer stimmt. Der DRK hat wie viele andere örtliche Vereine Probleme mit dem Nachwuchs. Allein im vergangenen Jahr verstarben 19 Mitglieder des Ortsvereins, nur wenige junge Leute rücken nach. Doch Prager will das Thema nicht breittreten, sie handelt und ruft eine Mitgliederwerbeaktion ins Leben. Für DRK-Mitglieder gibt es einen zusätzlichen Anreiz neue Mitglieder in den Verein zu bringen: Für jedes geworbene Mitglied gibt es einen Kinogutschein.
Ute Prager geht in ihrer Arbeit auf, doch ewig will sie sie nicht mehr machen: „Mit 70 Jahren höre ich auf - das habe ich mir jedenfalls vorgenommen.“ Mal schauen, ob sie nicht jemand umstimmen kann.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Magazin Wennigsen | Erschienen am 26.03.2010
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