Jahresstatistik eines freiwilligen Feuerwehrmannes in Wennigsen
„Was macht eigentlich ein Kamerad der Feuerwehr Wennigsen das ganze liebe Jahr über?“ Wenn Sie diese Frage einmal Ihren Nachbarn stellen, werden Sie häufig die Antwort erhalten: „Die sitzen den ganzen Tag im Gerätehaus und warten, dass ein Einsatz kommt.“ Leider ist dies weit entfernt von der Wahrheit. Aus diesem Grund haben wir Kameraden von der Feuerwehr uns entschlossen mal ein wenig Licht in das Dunkel zu bringen.
Wir möchten Ihnen heute die Arbeit eines Feuerwehrmannes sowohl in zeitlicher als auch in monetärer Hinsicht darstellen.
Das normale Dienstaufkommen beinhaltet Ausbildungsdienste allgemeiner Art, Ausbildungsdienste für Fachpersonal und natürlich die Einsätze. Bei einer Anzahl von 60 Einsätzen, was dem Schnitt der letzten Jahre entspricht, leistet der „normale“ Feuerwehrmann ca. 300 Stunden im Jahr. In dieser Berechnung ist bereits berücksichtigt, dass nicht jeder Feuerwehrmann an jedem Dienst teilnehmen kann.
Eine solche Zahl ist natürlich erstmal schwer zu greifen, zumal ein Tag ja auch „schon“ 24 Stunden hat. Hier sei folgender Vergleich erlaubt:
Ein Mensch erlebt 365 Tage im Jahr. Das sind pro Jahr 8760 Stunden, von denen wir 2920 Stunden schlafen. 1920 Stunden müssen wir auf der Arbeit verbringen, denn wir sind Ehrenamtliche Helfer, die Ihre Tätigkeit bei der Feuerwehr als Hobby neben dem Beruf ausüben. Dann bleiben noch 3920 Stunden Freizeit. Abzüglich der 300 Stunden für die Feuerwehr verbleiben somit 3620 Stunden für die restlichen Dinge im Leben: Einkaufen, den Haushalt erledigen, Sport treiben, unsere Freundschaften pflegen, sich um die Familie kümmern, in den Urlaub fahren, usw. Im Schnitt verbringt also ein Feuerwehrmann bei 365 Tagen im Jahr 1 Stunde des Tages bei der Feuerwehr. Gehen Sie in Gedanken mal Ihre Wochentage durch und was Sie in Ihrer Freizeit so alles erledigen. Im nächsten Schritt streichen Sie an jedem Tag, also auch am Wochenende, eine Stunde und sie können sich ungefähr vorstellen, was es heißt als Hobby die Feuerwehr zu haben.
Lassen Sie uns nun den monetären Aspekt etwas näher beleuchten.
Wie oben festgestellt leistet jeder Feuerwehrkamerad 300 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Berücksichtigen wir hier einen Durchschnittslohn von 16,00 Euro brutto pro Arbeitsstunde, stellen wir fest, dass jeder Kamerad im Jahr eine Arbeitsleistung von 4.800,00 Euro erbringt.
Die Freiwillige Feuerwehr Ortswehr Wennigsen (Deister) zählt zur Zeit 47 aktive Mitglieder. Dies ergibt in Summe einen Betrag von 225.600,00 Euro pro Jahr, der von der Feuerwehr erwirtschaftet wird.
Das neue Gerätehaus wird aktuell mit einem Preis von 2,0 Millionen Euro gehandelt. Dies entspricht somit lediglich 9 Jahren ehrenamtlicher Arbeit der FF Wennigsen. Das jetzige Gerätehaus ist 30 Jahre alt, die Forderung nach einem Neubau über 2,0 Millionen ist somit absolut nachvollziehbar, da die Kameraden der FF Wennigsen sich diesen Wert bereits mehr als dreimal erarbeitet haben!
Müßig ist es an dieser Stelle zu erwähnen, dass der Unterschied von 200.000,00 Euro, über den zur Zeit gestritten wird, noch nicht einmal ein Jahr ehrenamtlicher Arbeit der Ortswehr Wennigsen ausmacht.
Weiterveröffentlichungen:
Die Rechnung gefällt mir! :)
Zumal sich die FWler das Nötige ja nicht für sich selbst erwirtschaften, sondern für die Gemeinschaft. Eigentlich müsste man die erbrachte Leistung der nötigen Anschaffung gegenüberstellen und würde dann feststellen, dass die Gemeinschaft/Kommune da noch eine Bringschuld hat ;)
Ja, für diese und viele andere ehrenamtliche Leistungen wird selten gedankt. In vielen Diskussionen werden Ehrenamtliche ob in der Feuerwehr, dem Rettungswesen, in sozialen Bereichen aber auch ín Sport- oder kulturellen Vereinen aber auch in den politischen Parteien belächelt. Ich meine man sollte es als moralische Pflicht sehen zumindest einen Teil seiner Freizeit für das Wohl der Allgemeinheit zu opfern.
> "Ich meine man sollte es als moralische Pflicht sehen zumindest einen Teil seiner Freizeit für das Wohl der Allgemeinheit zu opfern"
Man kann sich mehr Engagierte wünschen, aber wenn etwas zur Pflicht wird, ist es kein Ehrenamt mehr.






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