Gäste aus Afrika in unserer Gemeinde Weimar
Wer in den letzten Wochen aus dem südlichen Kreis unserer Gemeinde Weimar Richtung Marburg fuhr, wird bemerkt haben, dass sich seltsame große Vögel auf den Feldern links und rechts der Straße aufhielten. Mal waren es vereinzelte, dann wieder ganze Kolonien von Tieren. Durch ihr Aussehen neugierig geworden, vor allem der Gesichtsfleck wirkte wie eine Maske und gab den Vögeln ein banditenhaftes Aussehen, stellte ich Nachforschungen an. Ich wollte zu gerne wissen, um welche exotischen Vögel es sich hierbei handelte. Graugänse konnten es nicht sein, denn ihr Aussehen war mir bekannt. “Schau doch im Internet nach, denn das Internet weiß alles“, gab mir meine 86jährige Mutter einen guten mütterlichen Rat. Lange musste ich suchen, denn auf die Idee, dass es sich um Gäste aus Afrika handeln würde, kam ich nicht. Wahrhaftig, nach ausgiebiger Recherche war ich mir ganz sicher, hierbei handelt es sich um besonders erfolgreiche Einwanderer aus Afrika, die Nilgänse. Erst 1977 wurde das erste Brutpaar auf der niederländischen Seite des Niederrheins entdeckt.1986 erfolgte der erste Brutnachweis für den deutschen Teil des Niederrheins. Nilgänse sind bemerkenswert große, massige Halbgänse mit auffällig langen rosa Beinen. Aber wie es mit Gästen so ist, irgendwann verlassen sie ihre neue Umgebung und die Anwohner bleiben zurück.
Weiterveröffentlichungen:
Wunderschön sehen sie aus, auch in unserer Gegend in Wetter habe ich solche Vögel entdeckt.
Die gibt es sehr viel im Ohmtal bei Kirchhain, ist auch schon hier und da mal darüber geschrieben worden!
Eine Link zur Marburger Vogelwelt: http://www.marburger-vogelwelt.de/html/nilgans.htm...
Die fliegen garantiert nicht nach Afrika. Die Nilgänse sind das ganze Jahr hier.
Mein "Vorredner" hat Recht. Die Nilgänse sind in Deutschland heimisch geworden. Sie gehören zu den sogenannten Neozoen, den Neu-Tieren. Dazu zählen alle Arten, die nach 1492 (Kolumbus vor Nordamerika, Erreichbarkeit und Verbindung aller Erdteile) in Deutschland heimisch geworden sind und 3 Generationen bzw. 25 Jahre ohne menschliche Hilfe überleben. Momentan ist das Ausbreitungsgebiet vorzugsweise der Rhein mit seinen Nebenflüssen, es gibt aber auch noch Populationen an anderen Stellen.
Neozoen und Neophyten (Neu-Pflanzen) sind ein interessantes Thema, weil oft mit einer Problematik verbunden - wie z.B. die Verdrängung einheimischer Arten, Schädlinge u.ä.





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