Karate und Gesundheit

Die Teilnehmer der 5-Elemente-Trainerfortbildung in Mellendorf nach getaner Arbeit (Foto: Archiv WBC e.V.)
Wedemark: WBC e.V. |

Übungsleiterfortbildung in der Wedemark

Die 5 Elemente im Karate-Do

Ende April hatte der Karateverband Niedersachsen in der Wedemark bei Hannover eine Trainerfortbildung ausgeschrieben. Der Wedemärker Budo Club hatte sich als Ausrichter um die Turnhallen gekümmert. Lehrreferent Axel Markner begrüßte ca. 50 Teilnehmer zu dem ungewöhnlichen Trainingstag. Inhaltlich richtete sich der Lehrgang vor allem an die Jukuren, die selber schon sehr lange Karate-Do betreiben und hier noch einmal andere, ursprünglichere Aspekte ihrer Kampfkunst kennenlernen wollten. Dazu hatte Axel die Taijiquan und Qigong-Lehrerin Dr. phil. Natalie Mandel, A-Trainerin des DKV, als Referentin eingeladen. Zusammen mit Reinhard Mandel stellte sie das chinesische System der 5 Wandlungsphasen (die chinesischen 5 Elemente) vor. Es ist die Basis der daoistischen Philosophie und der traditionellen chinesischen Medizin; auch die chinesischen Kampfkünste sind in Anlehnung an die Logik der Wandlungsphasen entstanden. Da die Kampfkunst von China über Okinawa nach Japan gelangt ist, finden sich in unserem heutigen Karate-Do viele Parallelen. Wenn man nach verborgenen Inhalte (Okkuden) des Karate sucht, wird man hier fündig. Dabei sind die Zusammenhänge alles andere als offensichtlich, es gibt so gut wie keine schriftlichen Überlieferungen dazu, und man muss schon einen gewissen Forschungstrieb und Eigeninitiative mitbringen, um sich dafür begeistern und mit entstehenden offenen Fragen leben zu können. Im ersten Teil des Lehrgangs wurde zunächst die sehr komplexe Theorie der 5 Wandlungsphasen vorgestellt. Der Hervorbringungs- und der Zerstörungszyklus sind dabei für die Kampfkunst aber auch in Bezug auf gesundheitliche Aspekte wichtig. Danach wurde das Qigong der 5 Tiere (Wu Qin Xi, nach der Deutsch-chinesischen Gesellschaft für Gesundheitsqigong) geübt. Jedem Tier (hier: Tiger, Hirsch, Bär, Affe und Kranich) ist in diesem System ein bestimmtes Element zugeordnet. Jedem Element sind wiederum ein bestimmte Meridianverläufe im Körper zugeordnet. Über die Bewegungen des Tigers, welcher in diesem System für das Element Wasser steht, wird somit der Qi-Fluss auf dem korrespondierenden Nieren- und Blasenmeridianpaar angeregt, usw.
Der Übertrag ins Karate geschah in Gruppenarbeit. Teilnehmer der verschiedenen Stilrichtungen arbeiteten in Kleingruppen den Bezug zu Bewegungen besonders aus den Kata ihres Stiles heraus und stellten die Ergebnisse allen vor.
Es wurden viele Parallelen gefunden. Karate-Do ist eben nicht nur äußere Technik, sondern hat genauso viele innere Aspekte zu bieten, wie die Inneren Kampfkünste, wenn man nur danach sucht.
Viel Neues hatten die Karateka an diesem Tag gehört. Einige kannten das Konzept der 5 Wandlungsphasen bereits aus anderen Kontexten, für die meisten aber war es neu. Durch den Wechsel von Theorie und Praxis gab es viel Input auf verschiedenen Kanälen. Einiges wollten die Teilnehmer dann sogleich zu Hause in ihren Trainingsgruppen ausprobieren.
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Dr. Natalie Mandel aus Wedemark | 14.09.2016 | 12:43  
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