Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Peter Beck und Nils Ernst (von links) haben ihren nächsten Gürtelgrad bestanden. Trainer Ansgar Zorn und Prüferin Natalie Mandel freuen sich mit ihnen (Foto: Archiv WBC e.V.)
Wedemark: WBC e.V. |

Kyu-Prüfungen im Karate-Do

Der Wedemärker Budo Club WBC e.V. ist ein Verein für innere und äußere Kampfkünste in der Prävention. Qigong und Wirbelsäulengymnastik in Zusammenarbeit mit Krankenkassen wird ebenso angeboten wie traditionelle asiatische Kampfkunst. Der Schwerpunkt liegt auf dem Karate-Do.
Diese Kampfkunst kommt aus Japan. Sie hat ihren Weg von Indien über China nach Okinawa gefunden, wo sie nochmals weiterentwickelt wurde und sich schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem japanischen Festland zu verbreiten begann. Hier wurde Karate nach kurzer Zeit flächendeckend in Schulen gelehrt, um das Üben der Beweglichkeit und Motorik verbunden mit einer Entwicklung des Charakters für viele Menschen nutzbar zu machen.
Dem Karate- Do, was übersetzt so viel wie ‚Der Weg der leeren Hand‘ bedeutet, liegen Regeln, Dojokun, zugrunde. Der Begründer der Stilrichtung Shotokan – Gichin Funakoshi – hatte 20 Grundsätze entworfen. Es beginnt mit der Regel: ‚Karate kennt keinen ersten Angriff.‘ (übers. aus dem Japanischen), was deutlich macht, dass ein Karateka niemals eine andere Person zuerst angreifen wird. Ebenso wichtig ist der Merksatz ‚Karate beginnt und endet mit Respekt.‘ Dies zeigt auf, dass jedem anderen Menschen Respekt zu zollen ist, sei es Freund, Übungspartner oder Gegner. Und die Aufforderung ‚Vervollkommne deinen Charakter.‘ zeigt, dass es um viel mehr geht, als ‚nur‘ darum, die Karate-Techniken korrekt auszuführen. Worum es nicht geht, ist das, was viele mit Karate verbinden: Das Zerschlagen von Brettern o.ä. steht nicht im Fokus und ist im Shotokan-Karate auch kein Trainingsinhalt.
Kinder und Jugendliche profitieren sowohl im sozialen Miteinander als auch durch die Körperschulung. Beim Training lernen sie, an einer Sache dran zu bleiben, sich durchzubeißen, auch wenn es mal schwierig wird. Das ist eine wichtige Erfahrung für das ganze Leben. Beim Training für Erwachsene geht es vor allem auch um Prävention. Eine kurze Meditation am Anfang und am Ende des Trainings lässt den Geist zur Ruhe kommen, die Technik-Übungen helfen, den Körper beweglich zu halten und die Partnerübungen schulen das Verständnis von Angriff und Abwehr.
All das haben Peter Beck (45) und Nils Ernst (34) in ihrer dritten Prüfung (7. Kyu), der zum Orange-Gurt, gezeigt. Insgesamt gibt es über mehrere Jahre verteilt neun Grundprüfungen, bevor man sich der Prüfung zum ersten Schwarzgurt (Dan) stellen kann. Wichtig in der Stufe des siebten Kyu-Grads ist, dass der Übende in den Ständen das Gleichgewicht halten kann, quasi seine Mitte gefunden hat. Die ersten Grundtechniken führten sie mit Bravour vor, auch die Kata (Form) und die Partnerübungen zeigten sie korrekt, so dass Prüferin Natalie Mandel ihnen zu ihrer neuen Graduierung gratulierten konnte.
Karate-Do kann in jedem Alter betrieben und auch in jedem Alter angefangen werden – getreu dem Motto: ‚Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.‘ Neue Studien, wie im letzten Jahr in der Apotheken-Umschau veröffentlicht, zeigen den präventiven Nutzen dieser Kampfkunst auf. Neben dem Miteinander im Verein bringt es gerade für ältere Einsteiger (jap. ‚Jukuren‘ – die Erfahrenen) viel Ausgeglichenheit und Balance für den Alltag. Viele Erwachsene trauen es sich nicht zu, noch mit einer Kampfkunst anzufangen. Diese Bedenken sind aber völlig unbegründet. Zum ‚Hereinschnuppern‘ können Interessierte zu den regulären Trainingseinheiten dazu kommen. Informationen finden sich unter www.karate-wedemark.de oder telefonisch unter 05130/ 7666.
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2 Kommentare
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Dr. Natalie Mandel aus Wedemark | 25.01.2016 | 17:56  
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Dr. Natalie Mandel aus Wedemark | 14.09.2016 | 12:43  
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