Senioren-Union fuhr zum Wasserstrassenkreuz Magdeburg

  Wedemark: Gerth | Schon lange war sie geplant, die Reise zum Magdeburger Wasserstraßenkreuz, wo sich Elbe und Mittellandkanal treffen. Das Wasserstraßenkreuz ist höchstinteressant. Es ermöglicht den Schiffsverkehr zwischen Elbe und Mittellandkanal über einen Höhenunterschied von 16 Metern in 3 Entwicklungsstufen: westelbisch durch das zweitälteste deutsche Schiffshebewerk Rothensee aus dem Jahr 1938, über die Sparschleuse Rothensee aus 2001 oder über die mit 918 m längste Kanalbrücke Europas aus dem Jahr 2003 und die ostelbischen Schleusen Niegripp und Hohenwarthe.
Frohgemut trafen sich die Senioren am Donnerstag-früh am Bus und bekamen schon vor Fahrtantritt die erste kalte Dusche: Ein älterer Bus –offensichtlich für Schülertransport überwiegend eingesetzt, ohne Klimaanlage, Toilette und auch ohne Sicherheitsgurte (bis auf 6 Sitze)- war vom beauftragten Unternehmen eingesetzt worden, was prompt zum Rücktritt zweier angemeldeter Reisenden führte. Nach kurzer Überlegung entschied man sich, trotzdem mit dem nun einmal eingesetzten Bus zu fahren, in der Hoffnung, dass es in den zwei Stunden bis Magdeburg noch nicht zu warm werden würde.
Kurz vor 10 Uhr kam man dann auch am Anleger beim Schiffshebewerk in Rothensee an und bekam die zweite kalte Dusche: Aufgrund des Niedrigwassers infolge der langen Trockenperiode konnte die Elbe nicht befahren werden. Peng!
Das Schiffsunternehmen hatte dafür die Tour über den Elbe-Havel-Kanal bis Burg ausgearbeitet. Also husch an Bord und Leinen los! Gemächlich ging es zuerst über die 1 km lange Trogstrecke des Mittellandkanals, die ja erst 2003 in Betrieb genommen wurde und dann waren es nur wenige Kilometer bis zur Doppel-Schleuse in Hohenwarthe. Es war schon interessant, wie das Schiff mitsamt uns Senioren langsam 18 m in die Tiefe abgesenkt wurde, sich dann das Ausfahrtstor langsam nach oben bewegte und uns einen neuen Blick auf den nächsten Streckenabschnitt bescherte. Früher wurden hier die Schiffe in der Nachbarschleuse Niegripp in die Elbe abgesenkt und im Schiffshebewerk Rothenburg wieder auf Mittellandkanal-Höhe angehoben, das waren 12 km mehr an Wegstrecke. Durch die Trogstrecke – die größte Schifffahrtstrogstrecke in Europa- ist das hinfällig.
Weiter gings an kleinen Nebenarmen vorbei, die einst der Kies- und Sandgewinnung dienten und nach Ausbeutung und Durchstich mit dem Kanal verbunden nun ein Wassersportrefugium bilden. Nach zwei Stunden war Burg erreicht, hier wurde gewendet und es ging zurück. Dabei servierte uns der Koch ein leckeres Mittagessen „Geschnetzeltes Züricher Art“. Diesmal durften wir den Aufzug nach oben in 20 min in der Hohenwarther Schleuse erleben. Die Beschleusung erfolgt durch physikalische Gesetzmäßigkeiten: Das Wasser läuft ab und befüllt entweder zeitgleich die Nebenschleuse oder Wasserbehälter mit dem gleichen Inhalt, die dann das Wasser zum Heben wieder abgeben. 40% des Schleuseninhalts müssen aus dem Elbe-Havel-Kanal zugepumpt werden.
Nachdem die Senioren-Gruppe wieder den Bus geentert hatte, wurde das nächste Ziel, das Barock- Schloß Hundisburg, an der Straße der Romanik gelegen, angesteuert. Der Kunsthistoriker Udo von Alvensleben hat es als „die geniale Verbindung einer norddeutschen Burganlage mit einem venezianischen Palast“ beschrieben. Das konnte die Senioren-Union-Gruppe bestätigen, nachdem sie sich durch „ein Burgfräulein“ ausgiebig hatte führen lassen. Im Barockgarten war die Ähnlichkeit mit Herrenhausen nicht zu übersehen. Bei Kaffee und Kuchen im Burgcafe konnte man wieder zu Kräften kommen, bevor um 17 Uhr die Rückfahrt angetreten wurde. Durch die Fahrkünste unseres Fahrers konnte die Wedemark trotz ellenlanger Staus wieder um 18:30 erreicht werden. Alle Teilnehmer waren sich einig: Unabhängig von der Bewertung der „Hardware“ (Bus) war es ein schöner Tag und für die schnelle Rückfahrt bekam der Busfahrer noch einen Sonderapplaus.
Kurzinfo: Das Schiffshebewerk Rothensee (1938) war wegen der oben erwähnten Neubauten (Schleusen, Trog) aufgrund wesentlich größerer Schiffe nicht mehr notwendig und wurde 2006 außer Betrieb genommen, dann aber aus touristischen Gründen und auch für die Sportschifffahrt 2013 wieder in Betrieb genommen.
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