Flüchtlingsthema: Die Überforderung wird von Tag zu Tag deutlicher, es gilt dringend auf politischer Ebene einzugreifen

Christiane Hennrich (DIE LINKE Bergstraße); zwei Mitglieder DIE LINKE Darmstadt; MdL Hermann Schaus (DIE LINKE); Sascha Bahl (DIE LINKE Bergstraße) - Demonstration in Heppenheim gegen Fremdenfeindlichkeit, für eine Willkommenskultur die ihren Namen verdient!
Die permanente Rekrutierung von Ehrenamtlichen zwecks Organisation und Betreuung von Asylbewerbern ist, wie es scheint, zwingend notwendig, denn ohne diese hätten wir katastrophale Zustände. Doch wieso geht es nicht auch anders, wo bleiben die Anzeichen für einen Ruck in die richtige Richtung? Die vielen freiwilligen Helfer tun was sie können und stoßen dabei an ihre Grenzen, so packen wir die Problematik nicht an der Wurzel und lassen uns weiterhin von der Benennung der Tatsachenlage ablenken, so DIE LINKE Kreisverband Bergstraße.

Wir müssen anfangen das Thema anders zu diskutieren und das zwingend und wenn möglich besser heute als morgen. Es sind Forderungen an den Kreis und darüber hinaus zu stellen! Wirtschaftsfachmann Sascha Bahl von DIE LINKE Bergstraße meint hierzu: „Hier muss Geld in die Hand genommen werden, für bezahlte Fachkräfte, professionelle Lebenshilfe, Lehrer für Sprachförderung, für ordentliche, winterfeste und menschenwürdige Unterkünfte. Die derzeitige Politik schürt Vorurteile und gibt dem Fremdenhass Vorschub, insbesondere da sie den Ländern und diese wiederum den Kommunen, nicht die notwendigen Mittel zur Verfügung stellt Flüchtlinge ordentlich und menschenwürdig zu versorgen. So werden Kommunen verpflichtet Gelder umzudisponieren um die Flüchtlingsversorgung sicherstellen zu können. Es muss Geld für den sozialen Wohnungsbau fließen um menschenwürdige Zustände herstellen zu können, mit einer durch Hauptamtliche geschaffenen geordneten Struktur, eben finanzierte Zuständige die sich „ausschließlich“ mit der Koordination der Flüchtlingsströme befassen und nicht wie bisher gehabt mit den überwiegenden Leistungen durch Ehrenamtliche. So und nicht anders kehrt Ruhe ein, lässt sich die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen, wird Annäherung möglich und nimmt letztendlich auch Ängste. Nur so ist den Flüchtlingen und den Bürgern zugleich gedient. Derzeit vermitteln Kommunal-, Land- und Bundespolitik den Eindruck, dass Vereine, Organisationen, kurz gesagt Der Bürger, die Verantwortung für die Bewältigung aller anfallenden Notwendigkeiten tragen müssen und ihnen stellenweise sogar die alleinige Verantwortung obliegen würde. Das wir Ehrenamtliche benötigen steht hier nicht zur Diskussion, ohne sie wären wir in unzähligen Bereichen aufgeschmissen, aber bei der Flüchtlingsthematik wird die Überforderung von Tag zu Tag deutlicher und es gilt dringend auf politischer Ebene einzugreifen“, so der Eindruck von Sascha Bahl.

Die Politik versagt derzeit in der Flüchtlingsfrage

Christiane Hennrich, 2. Vorsitzende DIE LINKE Bergstraße: „Eine europäische Handschrift ist bisher nirgends zu erkennen, bestenfalls die Handschrift von Meier, Müller und Schmitt und dem Nachbarn von Nebenan der in seiner Freizeit Flüchtlinge u.a. zum Arzt fährt, Sprachunterricht erteilt, für Kleidung und menschenwürdige Existenz sorgt. Es geht darum, ob und wie Europa das Überleben von Hunderttausenden Flüchtlingen organisieren will und kann, denn so wie es bisher läuft, darf es nicht weiter gehen! Es sollten sich endlich die führenden Köpfe zusammentun, um einen großen wegweisenden Flüchtlingsplan zu entwickeln. Schlanke Strukturen und die Scheu vor den Kosten sind die falsche Antwort darauf, sie verschärfen die Problematik. Alle Kommunen müssen vor sich hin werkeln und das wird auch noch von oben für gut befunden. Wir haben Asyltische in fast jeder Gemeinde, Mörlenbacher Asylkreis, Wald-Michelbachs Asyltisch, die Flüchtlingshilfe Hammelbach und viele andere sorgen für das Zusammentreffen von Ehrenamtlichen, die mittlerweile nicht mehr wissen wo ihnen der Kopf steht. Die Bürgermeister sehen sich in der federführenden Rolle ehrenamtliche zu rekrutieren und Bürger an ihrer Menschlichkeit zu packen, welche zum Glück größtenteils vorhanden ist, vergessen jedoch unterdessen Forderungen an den Kreis, das Land und darüber hinaus zu stellen, bzw. weigern sich mancher Orts sogar, die Verwaltung und Organisation der Flüchtlingskoordination ins Rathaus zu verlagern und zu integrieren und zwar mit Personal, das einzig und allein die Aufgabe hat, die Koordination hauptamtlich zu meistern. Die Ausrede es mangele am Geld, sollte in Forderungen nach oben umformuliert werden! Entschlossener, klarer und einheitlicher muss die Devise sein. Wir brauchen Eine Lösung, mit der die unbestreitbaren Lasten in der Gemeinschaft gerecht verteilt werden. Und allem Voran muss eine Idee davon entwickelt werden, wie dazu beigetragen werden kann, die Ursachen die zur Flucht führen dort zu entschärfen, wo die Menschen heute nur im Auswandern eine Lösung sehen. Europa lebt davon, dass es die Menschenwürde schützt, damit war und ist aber nicht nur die Leistung des einzelnen hoch engagierten Bürgers gemeint“, so Hennrich abschließend!
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.09.2015 | 00:31  
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