Beispiel für Bildungspolitik, wie sie genau nicht sein sollte!

Bruno Schwarz und Christiane Hennrich stellten Februar 2015 Antrag auf Überarbeitung des "Pakt für den Nachmittag". Ziel ist eine Hinwendung zur qualitativen Ganztagsschule
„Woher nehmen wenn nicht stehlen“, wird derzeit im Bildungsbereich durch Geldschieberei eins zu eins umgesetzt. DIE LINKE Bergstraße fordert ein sofortiges Umdenken beim Kürzungsblödsinn von Lehrerstellen in der gymnasialen Oberstufe, nebst dem Griff nach dem Förderunterricht in der Grundschule zugunsten des „Pakt für den Nachmittag“, einer Mogelpackung für die Ganztagsbetreuung.

„Bildungspolitische Projekte sollten Investitionen in die Zukunft sein, doch anstatt aktuell die benötigten Gelder zur Verfügung zu stellen, will man die finanziellen Mittel im Bildungsbereich anderweitig abziehen. Das ist völlig inakzeptabel, so Christiane Hennrich, 2. Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin von DIE LINKE Bergstraße.

Es ist unverständlich warum sich überhaupt eine Grundschule im Kreis Bergstraße zur Etablierung des „Pakt für den Nachmittag“ bereit erklärt, schließlich geht dieses unausgegorene und trotz Geldschieberei unterfinanzierte Projekt, bei dem zusätzliche Stunden anfallen, zu Lasten des bestehenden Lehrerpools, auch werden die wenigen Zusatzkräfte aller Voraussicht nach unter Tarif bezahlt und das Ganze könnte noch in einer finanzielle Mehrbelastung der Elternschaft gipfeln. Zudem stellt sich die Frage, welche Lehrer die Ferienzeit abdecken und woher ohne ausreichende Finanzierung die notwendigen Räumlichkeiten kommen sollen?

Keine Akzeptanz und dennoch kein Einlenken in Sicht


Im gesamten Kreis Bergstraße haben sich deshalb bisher „nur“ sechs Grundschulen zur Umsetzung des „Pakt für den Nachmittag“ bereit erklärt. Darunter auch die Grundschule in Wald-Michelbach. Wie kann man sich zu einem Projekt, das bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft derart in die Kritik geraten ist, breit schlagen lassen und wieso verschwendet gerade die Wald-Michelbacher Grundschule keinen Gedanken daran, dass ihr Ja zum Pakt unter anderem für Einschnitte in der Oberstufe des heimatlichen Überwald-Gymnasiums sorgt? Deutlicher kann das „hier wegnehmen um es an anderer Stelle dranzuhängen“ gar nicht dargestellt werden?!
Gerade der Einschnitt in der Oberstufe bedeutet eine Gefährdung der kleineren Gymnasien und im Zuge dessen trafen sich MdL Peter Stephan (CDU), der Staatssekretär des Kultusministeriums Dr. Manuel Lösel mit Vertretern des Überwald-Gymnasiums. Hier wurde auch seinerzeit die Problematik für kleinere Gymnasien, bedingt durch die massiv in die Kritik geratene Schulzeitverkürzung G8, diskutiert. G8 sorgte unterm Strich für Schülerschwund, was auf das kaum zu bewältigende Lernpensum zurückzuführen ist. Nun sollen es aktuell nicht Schüler sein die schwinden, sondern das Lehrpersonal in der Oberstufe. Es ist anzumerken, dass beide bildungspolitischen Negativbeispiele, G8 und „Pakt für den Nachmittag“, auf die Regierungszeit unter CDU/FDP und CDU/Grüne zurück zu führen sind, so Hennrich.

Auch ist es an Dreistigkeit nicht zu überbieten, dass MdL Peter Stephan (CDU) sich durch Teilnahme am Treffen in Wald-Michelbach als Kämpfer für das Bestehen des ÜWG ausgibt, aber dabei zu erwähnen vergaß, dass gerade er einer der Befürworter des „Pakt für den Nachmittag“ ist, eben dieses Projekt, das den Gymnasien Einschnitte bescheren wird. An der Mogelpackung „Pakt für den Nachmittag“ wird deutlich, wenn Politiker des Schlages von Peter Stephan sich für Bildung vordergründig engagieren und via Homepage mit dem Titel „Wir wollen gute Bildung für Hessen“ werben und in Wahrheit eben diese gute Bildung verhindern.

DIE LINKE Bergstraße beurteilt solche Auftritte wie am ÜWG als Irreführung der Öffentlichkeit und fordert eine Ausweitung der Bildungsausgaben, anstatt einer Umverteilung zum Schaden der Oberstufe. Unter der Bedingung der Schuldenbremse, also eines schwarz/Grünen Sparwahns, bleibt der Aktionismus manch eines Politikers, wie des Peter Stephan, dass was es ist, reine Schaufensterpolitik zum Schaden unserer Kinder! Auch der gescheiterte hessische Bildungsgipfel macht genau diese verfehlte Bildungspolitik deutlich, wo die schwarzgrüne Landesregierung – allen voran Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Kultusminister Alexander Lorz (CDU) –von Anfang an nicht bereit waren, auch nur einen Millimeter von ihrer starren und pädagogisch längst überholten Schulpolitik abzuweichen“, so Hennrich abschließend.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 18.08.2015 | 02:12  
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