Verbesserung der Inkontinenzversorgung - Übergangsfrist von einem Jahr zu lang.

 

Verbesserung der Inkontinenzversorgung

- Übergangsfrist von einem Jahr zu lang.

Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. fordert Krankenkassen und Hersteller auf, die angehobenen Qualitätsanforderungen zeitnah zu realisieren.

Bonn, den 24. März 2016 –
Die Qualitätskriterien für aufsaugende Inkontinenzmittel („Vorlagen, Windeln“) wurden deutlich angehoben. Dies teilte der GKV-Spitzenverband kürzlich mit und reagierte damit endlich auf die langjährigen Beschwerden von Patienten mit Harninkontinenz.

Hintergrund sind die Lieferverträge, die Krankenkassen mit Herstellern schließen. Für sie werden im Hilfsmittelverzeichnis Mindestanforderungen definiert, die bisher häufig nicht den tatsächlichen Erfordernissen der Betroffenen genügen. Nässende Produkte, inakzeptable Versorgungsmengen, die Privatsphäre verletzende Lieferverpackungen sind einige der eklatanten Mängel, die die Betroffenen immer wieder reklamieren. Zudem hatten sie teilweise hohe Aufzahlungen zu leisten.

Der BPS reklamiert seit einigen Jahren die genannten Defizite und hat hierzu Gespräche mit dem GKV-Spitzenverband geführt. Er begrüßt daher die angekündigten Verbesserungen, hält aber eine Übergangsfrist von einem Jahr für nicht akzeptabel. „Die Mängel sind lange genug bekannt und dürfen von den Krankenkassen keinen Tag länger billigend in Kauf genommen werden. Wir erwarten, dass die Qualitätsanforderungen umgehend und überall umgesetzt werden“ fordert Günter Feick, Vorsitzender des BPS und kündigt an, die Entwicklungen genau zu beobachten und hierzu die Betroffenen in den eigenen Reihen zu befragen.

Inkontinenz ist eine häufige Folge von Prostatakrebs-Operationen, die vorübergehend oder dauerhaft die Lebensqualität beeinträchtigen kann. „Der Umgang mit der Erkrankung Krebs ist allein schon belastend genug. Zusätzliche Erschwernisse müssen den Männern erspart werden, wo immer dies möglich ist“ so Feick.

In diesem Zusammenhang weist der BPS auf seine Initiative „Hygienebehälter in Herrentoiletten“ hin. „Männer mit Inkontinenz sollen auch außerhalb ihrer Wohnung ihre Vorlagen diskret und hygienisch entsorgen können. Wir wollen ihnen damit die Teilnahme am sozialen Leben erleichtern“ erklärt Ludger Schnorrenberg, Projektleiter der Initiative.

Der BPS konnte hierfür eine Veränderung der Arbeitsstättenverordnung erwirken. Demnach ist in von Männern genutzten Toilettenräumen in mindestens einer gekennzeichneten Kabine ein Hygienebehälter aufzustellen. „Wir wünschen uns, dass diese Praxis nun von allen Betreibern öffentlich zugänglicher Toiletten freiwillig übernommen wird, wie es seinerzeit bei den Damentoiletten gelungen ist“ erläutert Schnorrenberg. Entsprechende Informationen und Aufkleber zur Kennzeichnung sind beim BPS erhältlich: http://www.hygienebehaelter-herrentoiletten.de/

Über den BPS:

Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. (BPS) wurde im Jahr 2000 von 18 Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Mittlerweile gehören ca. 240 Selbsthilfegruppen dem BPS an. Der gemeinnützige Verein steht unter der Schirmherrschaft der Stiftung Deutschen Krebshilfe und ist europaweit die größte und weltweit die zweitgrößte Organisation von und für Prostatakrebspatienten. Der BPS vertritt Patienteninteressen im Gemeinsamen Bundesausschuss und ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband sowie der europäischen Prostatakrebs Selbsthilfevereinigung "Europa UOMO“.


Inkontinenz - ist eine erhebliche im Alltag einschränkende Behinderung. Die davon betroffenen Menschen (in diesem Fall: Männer) fühlen sich damit oft genug in eine Isolation versetzt.
Von dem in der Pressemitteilung beschriebenen Problem sind für längere Zeit oder auch dauerhaft etwa 70% der Männer betroffen, die sich mit dem Prostatakrebs konfrontiert sehen. Und dahinter verbergen sich besondere, teilweise erhebliche, finanzielle Belastungen.
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