Maibaum - Aufstellen - zwischen Tradition und Moderne

Unterschleißheim: Rathausplatz | Am 1. Mai 2015 wurde traditionsgemäß der Maibaum in Unterschleißheim aufgestellt. Wir haben dabei 18 Fahrzeuge der Feuerwehr gezählt sowie einen Autokran. Und ich frage mich: Muss so viel Technik beim Maibaumaufstellen wirklich sein? Traditionsgemäß ist dies ein Fest. Und das Aufstellen eine Heldentat der Männer, bei dem das Aufstellen im Vordergrund steht. Die Musik, der Tanz und das Bier (sowie seinerzeit eine zünftige Prügelei). Wie wirkt das auf die Zuschauer? Haben wir uns gefreut, als die kräftigen Burschen in Tracht den Baum angeschleppt haben, haben wir unter Pfiffen und Johlen ihnen zugejubelt? Haben wir mit ihnen gefiebert, ob sie in Zentimeter um Zentimeter höher bringen? Haben wir ihnen das Bier zur Erfrischung gebracht, um sie bei ihrer Tat zu unterstützen? Haben die Aufsteller sich männlich und heldenhaft gefühlt? Haben wir gejubelt, dass der Baum schließlich stand? Nein, all dies haben wir nicht. Es ist emotionslos. Ereignislos. Traditionslos. Langweilig, außer man hat Spaß an Kran, Gabelstapler und Akkuschraubern. Ein Abklatsch des eigentlichen Festes. Der Weg ist hier nicht das Ziel. Keine Stimmung. Die Technik hat über den Baum gesiegt. Männer in Uniform haben den Baum mit Technik besiegt und hochgezogen. Wir könnten das nächste Mal auch einen Plastikbaum nehmen. Oder den Baum stehen lassen und am 1. Mai ein Video über das Baum-Aufstellen zeigen.
Wenn Tradition, dann schon richtig, bitte!

Nebenwort: Wer hier an die Sicherheit denkt, der soll auch nicht auf die Helikopter-Eltern schimpfen: Wenn wir alles vom Leben fernhalten, was Emotionen, Anteilnahme, Mitfiebern, Kampf und eben auch dem zugehörigen "Verletzen" mit einschließt, der soll sich nicht wundern, wenn unsere Jugend sich das wo anders holen muss.
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