Warum werden bei der Tafel in Uetze die Bedarfsgemeinschaften ab 4 Personen bevorzugt und die Bedarfsgemeinschaften mit 1 – 3 Personen bestraft?

Mit Begriffen wie Logik, Gerechtigkeit, Wirtschaftlichkeit oder dergleichen kann man dies wohl kaum erklären.
Vielleicht haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, eine Erklärung für mich.
Mir fällt nichts Gescheites (außer nörgeln) dazu ein, obwohl ich mir seit Monaten den Kopf zerbreche.



Teilauszug Wikipedia: Begriff Großfamilie
Eine Großfamilie besteht aus einer größeren Gruppe von über mehrere Generationen hinweg verwandten Personen. Bei Großfamilien mit mehr als drei Nachkommen (Mehrkindfamilien) spricht man auch von einer erhöhten Kohortenfertilität.
Zum „Verschwinden“ der kinderreichen Familien trug in den Industrieländern vor allem die Familienplanung durch die Anti-Baby-Pille seit den 1970er Jahren bei. Dies ist dort in der Bevölkerungsstatistik klar durch den Pillenknick genannten Einschnitt in der Geburtenkurve sichtbar. In weniger entwickelten Gesellschaften sind Großfamilien zum Überleben der meisten Mitglieder unerlässlich, wenn Frauen/Mütter bei der Geburt eines Kindes sterben können (Prozentsatz der Müttersterblichkeit in der Demographie/Geburtshilfe).
In den Industrieländern spielen Großfamilien durchaus noch eine Rolle in allen Schichten, obgleich eine deutliche Anhäufung in der prozentual gering vertretenen Oberschicht und unter Personen ohne Schulabschluss festzustellen ist. Dieses vermutete Phänomen ist einer soziologischen Analyse nicht leicht zugänglich, so dass Großfamilien als „verschwunden“ erscheinen. Hingegen sind sie in armen Ländern stärker verbreitet. Das hat vor allem mit der dortigen Art der Familienplanung, der vorwiegend agrarischen Wirtschaftsstruktur und einem weitgehend fehlenden Sozialsystem zu tun, so dass Kinder die „Pensionsvorsorge“ der Eltern sind (vgl. dazu Familie (Soziologie)).
In Gesellschaften, welche die Polygamie zulassen, könnten die Familienverbände nochmals deutlich größer ausfallen. So gilt als die größte Familie der Welt die Familie des Inders Ziona Chana, der im Jahre 2011 mit 39 Ehefrauen, 94 Kindern, 14 Schwiegertöchtern und 33 Enkelkindern zusammenlebte. Chana ist Führer einer christlichen Sekte.
Nach dem Mikrozensus 2005 leben in Deutschland noch ein Prozent nach dem klassischen Familienbild zusammen: Ein Haus mit Eltern, Kindern, Opa und Oma sowie in seltenen Fällen auch Urgroßeltern.
Zitat Ende.



Womit haben die 1-3 Personen - Haushalte diese Ungerechtigkeit verdient?
Wir werden dafür bestraft, dass wir keine erhöhte Kohortenfertilität hatten.
Wir werden dafür betraft, dass wir mittlerweile Rentner sind und unsere Kinder aus dem Haus sind.
Wir werden dafür bestraft, dass ich eine alleinerziehende Mutter oder ein alleinerziehender Vater mit nur zwei Kindern bin.
Wir werden dafür bestraft, dass die Mutter der Familie Fehlgeburten hatte und nun nur ein Kind vorhanden ist.
Ich werde dafür bestraft, dass ich alleine lebe.
Wir werden dafür bestraft, dass unsere Familienplanung noch nicht ganz so weit fortgeschritten ist.
Wir werden dafür bestraft, dass bei uns Oma und Opa schon verstorben sind.
Wir werden dafür bestraft, dass in Deutschland Polygamie verboten ist.
Wir werden dafür bestraft, dass wir in einem Industrieland geboren wurden.
Wir werden dafür bestraft, dass wir als Pensionsvorsorge das Kinderkriegen nicht in Betracht gezogen haben.
Wir werden dafür bestraft, dass wir keine Kinder erfinden konnten.
Wir werden dafür bestraft, dass wir mal zur Oberschicht gehörten.
Wir werden dafür bestraft, dass wir einen Schulabschluss haben.
Wir werden dafür bestraft, dass unser Migrationshintergrund schon kurz nach 1949 endet.

Zum Verständnis:
BG mit 1-3 Personen bekommen ihre Ware erst nachdem sie mit ansehen mussten was Großkunden (BG ab 4 Personen) wegtragen. BG ab 4 P. müssen keine Nummer ziehen und werden vor den BG mit 1-3 P. bedient. Sie haben regelmäßig Waren in der Tasche, von denen andere nur träumen. Dabei geht es nicht nur um die Menge, die hier eindeutig meist höher liegt, sondern auch und vor allem um die Beschaffenheit und Qualität der Ware.
Natürlich gibt es nicht regelmäßig Fleisch, Fisch, Wurst und Käse oder fehlerfreies Obst und Gemüse für alle. Die Wahrscheinlichkeit diese Produkte noch zu bekommen liegt aber in der ersten halben Stunde der Ausgabe am höchsten. Wer weiter hinten steht kann manchen Dingen nur traurig nachschauen. In der ersten halben Stunde werden auch die Produkte ausgegeben die nicht zum Essen sind, wie z. B. Waschmittel.
Schrecklich ist auch, dass die meisten Großkunden die erhaltenen Waren nicht zu würdigen wissen. Die Ware wird bei Nichtgefallen nicht weitergegeben oder eingetauscht. Sie wird weggeschmissen d.h. in öffentlichen Mülleimern z. B. an den Bushaltestellen entsorgen. Die BG mit 1-3 P. sind aber selten so tief gesunken, dass sie hinter diesen Leuten die Mülleimer durchsuchen. Aber da geht das schöne Schweinefleisch oder alles was nicht genehm ist hin. Scheinbar hat man es nicht nötig.

Dabei ist die Lösung ganz einfach:

Die Berechtigung wird wirklich geprüft. (Bei größeren Bedarfsgemeinschaften mit nicht mehr oder grenzwertig schulpflichtigen Mitgliedern sicherheitshalber öfters.) Alle ziehen eine Nummer, die jeder selbst aus einem nicht einsehbaren Behälter zieht. Dieser Behälter beinhaltet am Anfang alle vorhandenen Nummern und nicht nur einen Teil. Das Eintrittsgeld wird gestaffelt. Die Lebensmittel werden in Einheiten aufgeteilt und entsprechend ausgegeben. Niemand wird wegen seines Hintergrundes oder einer Mitgliedschaft bevorzugt oder bestraft.


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7 Kommentare
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 24.06.2014 | 18:34  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 25.06.2014 | 00:02  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 25.06.2014 | 00:03  
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Tina vom Saalestrand aus Bad Kösen | 25.06.2014 | 19:27  
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Michael Miethe aus Uetze | 25.06.2014 | 22:18  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 25.06.2014 | 23:57  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 26.06.2014 | 00:01  
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