Die Straße, die kaum einer bemerkt

von Moor Frau aus Uetze | am 26.04.2009 | 156 mal gelesen | 3 Kommentare | 15 Bildkommentare | 14 Bilder
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(Formica rufa) Rote Waldameisen

April 2009. An einem kleinen Fußgängertunnel unter der Bahnstrecke Hannover-Dollbergen-Wolfsburg.
Als nach Öffnung der deutsch-deutschen Grenze der Bahnverkehr von und nach Berlin ICE-tauglich umgebaut wurde, da schlossen die kleinen Bedarfsüberwege entlang der Strecke. Um den Zugang zur „Horst“, einem Waldstück nördlich von Dollbergen, für Fußgänger und Radler zu gewährleisten, hat man über einer kleinen Überbrückung eines Grabens, hier sagt man Kanal, einen schmalen Durchgang geschaffen. Der Kanal ist mit Gitterrostplatten belegt. Für Hunde jedes Mal eine Mutprobe, die klappernden Metallgitter im hallenden Tunnel zu betreten, unter sich nur Luft und das Fließgewässer.

Auch Ameisen mögen den Stahl hier anscheinend nicht so gerne. Ein Stück weiter am Kanal nutzen sie eine Menschenbrücke durchaus für ihre eigenen Wege und nehmen die Trasse auf dem T-Stück unterhalb des Steges.

Bei der Bahnunterführung wählte der Staat der Roten Waldameise den langen Weg über die seitlichen Betonwände. Da geht es steil einen Meter hoch und dann über eine lange Schräge die Bahngleise entlang. Nicht viel für menschliche Begriffe. Für die Ameisen ist es vermutlich die halbe Eiger-Nordwand. Auf der anderen Seite geht es hinunter, dort hindert zudem dorniges Gestrüpp den freien Marsch der beladenen Insekten. Die sammeln alles ein, was ihnen fressbar erscheint.

Was eine alleine nicht tragen kann, bewältigen zwei oder mehr. Faszinierend, wie die Kommunikation untereinander funktioniert. Am Rande achten die Wächter auf Feinde. Sie greifen selbst Menschen an, wenn sie sich bedroht fühlen. So wurde denn eher Freihand fotografiert, abstützen an der Betonschräge wurde von den Wächtern verboten.

Es ist eine beinahe lautlose Welt im Kleinen - nur geleitet von Pheromonen und Körpersprache vermutlich - die sich da unbemerkt von etlichen Wanderern, Joggern und Radlern abspielte, die während der halben Stunde des fotografierens diese Stelle passierten. Sie hasteten auf ihre Weise ebenso vorbei wie die Krabbelwesen, die ihren Staat zu versorgen hatten, und schon wieder aus dem Makro-Fokus verschwunden waren, wenn die Kamera auch nur annähernd Schärfe signalisierte.

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3 Kommentare zum Beitrag
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OP FanSofa aus Marburg am 26.04.2009 um 20:56 Uhr  
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Werner Szramka aus Lehrte am 27.04.2009 um 17:04 Uhr  
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Kurt Battermann aus Burgdorf am 28.04.2009 um 09:09 Uhr  
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