Hausnummern in früherer Zeit.
Beispiel Dollbergen
In unserem Dorf gab es bis zum Jahr 1964 keine offiziellen Straßennamen. Erst danach wurden auch die Hausnummern Straßenweise vergeben. Vorher galten die Hausnummern der Feuerversicherung. Diese alten Hausnummern entstanden durch die Registrierung in der 1750 gegründeten Kurfürstlichen Feuerversicherung "Brand-Assecurations-Sozietät", ab 1850 nach Zusammenschluss mit anderen Versicherungen "Landschaftliche Brandkasse Hannover".
Man schrieb also seinen Brief an Dollbergen Nummer sowieso und der kam auch tatsächlich an. Besucher fragten sich durch, es kannte sowieso jeder jeden. Jeder Haus- und Hofbesitzer wurde eingetragen und Neubauten bekamen einfach die nächst höhere Nummer in dieser Liste. In der Realität konnte so die Nummer 82 im Südteil des Dorfes liegen und Haus Nummer 83 am anderen Ende. Kein Problem in kleinen Orten.
Im Jahr 1966 gab es hier laut Dorfchronik inzwischen 320 Haushalte. Das System der fortlaufenden Nummern funktionierte nicht mehr. Mit der Vergabe von Hausnummern nach Straßennamen erleichterte sich das Leben von Postboten und Ortsfremden erheblich. Wenn man heute durch den Ort geht, kann man die eine oder andere alte Hausnummer noch erkennen, wenn der Hausbesitzer sie am alten Platz gelassen hat, zusätzlich zur neuen.
Eine kleine Irritation trat dann noch einmal zur Gebietsreform 1974 auf, als sich Gemeinden zusammen taten und nun doppelte Straßennamen geändert werden mussten, da es pro Gemeinde oder Ortschaft diese nur einmal geben durfte. So hieß die Straße Moorblick in Dollbergen früher Gerhart-Hauptmann-Straße, aber die gab und gibt es auch in Uetze.
Um die Verwirrung komplett zu machen: Die Höfe waren außerdem nach der sogenannten Reihe eingetragen, 34 Reihestellen waren es in Dollbergen. Aber das ist eine andere Geschichte....
Das war mir bisher gar nicht bekannt. Vielen Dank für den Bericht. Habe ihn mit großem Interesse gelesen!
ja ja,
es wird alles besser!
statt zb. nach dollbergen no. 34 schickt man die leute heute nach uetze, moorblick 88.
keine angst, auch da hat man inzwischen abhilfe geschaffen:
in uetze wurde ein kreisel gebaut, von dem die irregeleiteten lkw-fahrer dann wieder in die einzelnen dörfer (9?) des fleckens uetze ausschwärmen können.
wenn jeder bürger in unserer republik erst mal ein navi hat, ist selbst das kein problem mehr!
:------)
lg gerhard


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