Schüler die Reifeprüfung dort abgelegt. In diesem Jahr haben sich 81 Uetzer
Abiturienten dem Zentralabitur gestellt.
Am 6. Juli werden am Uetzer Gymnasium die Abiturzeugnisse ausgehändigt. Auch die Hänigserin Greta de Haas gehört zum zweiten Jahrgang, die die Reifeprüfung nach zwölf Jahren abgelegt haben. Im Gespräch mit Sonja Trautmann spricht sie über Erinnerungen, was sie zurzeit bewegt, und wie sie sich ihre Zukunft vorstellt.
Sind Sie mit dem Abitur in Uetze gut auf die berufliche Zukunft vorbereitet?
GdH: Ja, ich denke schon. Es sind sehr wohl kompetente Lehrer am Gymnasium vorhanden, die sich viel Mühe geben uns auf die berufliche Zukunft vorzubereiten. Außerdem denke ich, dass ich auch im gesellschaftlichen Sinne, speziell von einigen meiner Mitschüler, vorbereitet wurde.
Woran werden Sie besonders gerne zurück denken, wenn Sie an Ihre Abi-Zeit denken?
GdH: Gerade die letzten zwei Jahre, haben mir unglaublich viele lustige Abende und auch Tage beschert. Ich bin zwar auch gerne in den Unterricht gegangen, aber richtig gelebt habe ich eigentlich an den Wochenenden. Das heißt, dass ich mich daran auch am liebsten zurückerinnern werde.
Wie feiern Sie Ihr Abitur?
GdH: Ausgiebig! Mit Abenden mit Freunden, mit anstehenden Geburtstagsfeiern, Reisen, endlich mal wieder ordentlich einkaufen gehen. Ich gehe sogar aufs Schützenfest! Ich versuch sozusagen alles mitzunehmen, wofür mein Körper auf Dauer in der Lage ist…wobei die Abifahrt wohl die größte Feierei wird.
Werden Sie den Kontakt zu Ihren Mitschülern halten?
GdH: Natürlich kann ich nicht zu jedem den Kontakt halten, will ich ehrlich gesagt auch gar nicht. Bei meinen besten Freundinnen, werde ich mich sehr bemühen den Kontakt zu halten, bin mir aber auch sicher dass das klappen wird. Bei meinen restlichen guten Freunden gebe ich natürlich auch mein Bestes! Mein Jahrgang allgemein ist mir ziemlich viel wert, da ich auch viel Arbeit rein gesteckt habe. Jahrgangstreffen habe ich deshalb schon im Kopf.
Was werden Sie an der Schulzeit vermissen?
GdH: Die relative Gelassenheit. Den geregelten Ablauf und die unterstützende Hand meiner Familie, zu der ich jeden Tag wiederkommen konnte. Wenn ich jetzt in mein eigenes Leben gehe, werde ich außerdem vor allem meine Freunde vermissen, die mich ja jeden Tag umgeben haben und mit denen ich auch die langweiligsten Stunden ertragen konnte.
Glauben Sie, dass das Abitur heute schwieriger oder leichter ist als in den Jahren davor?
GdH: Ich denke auf der einen Seite, macht das Zentralabitur es leichter. Jedoch wird uns heutzutage teilweise so unmenschlicher Stress und auch Angst vor dem Abitur sowie vor der beruflichen Zukunft gemacht, dass diese Leichtigkeit mit der man eigentlich an die Prüfungen hätte rangehen können, sofort wieder verschwindet.
Christin Kobbe aus Eicklingen, Veit Müller und Jürgen Koch (beide Uetze) haben vor 15, 25 und 35 Jahren Abitur in Uetze gemacht. Sonja Trautmann erzählen sie, wie sie ihre Schulzeit erinnern.
Hat Sie das Abitur in Uetze gut auf die berufliche Zukunft vorbereitet?
CK: Das Abitur hat mir ermöglicht, meine beruflichen Wünsche zu erfüllen, indem ich mit einem gewissen Maß an Allgemeinwissen und Lernstrategien in das Leben starten durfte.
VM: Der Lehrschwerpunkt des Gymnasiums Uetze liegt ja eher auf den geisteswissenschaftlichen Fächern, für meinen Beruf wäre natürlich eine naturwissenschaftlichere Ausrichtung günstiger gewesen. Aber insgesamt hat man von den Lehrern alles Wichtige für einen erfolgreichen Berufs- oder Studiumsstart mitbekommen.
JK: Na ja, es war Voraussetzung für das Studium.
Woran denken Sie besonders gerne zurück, wenn Sie an Ihre Abi-Zeit denken?
CK: Natürlich denke ich sehr gerne an das viele Feiern und das viele Treffen mit Freunden zurück. Nicht dass dies das Einzige während des Abiturs gewesen wäre, aber es war sicherlich das Einprägsamste. Auch denke ich besonders gerne an die Zeit nach den schriftlichen Prüfungen zurück – wir hatten danach noch mehrere Monate Schule, aber das Eigentliche war getan. Dadurch konnten wir diese Zeit sehr genießen und hatten wirklich viel freie Zeit.
VM: An die tollen Klassenfeiern. Aber aus dem Nähkästchen möchte ich lieber nicht plaudern…
JK: Das beruhigende Gefühl, es geschafft zu haben.
Wie haben Sie Ihr Abitur gefeiert?
CK: Das Abitur haben wir innerhalb des Jahrgangs sehr ausgiebig gefeiert. Es gab diverse Feiern, z.B. nach den schriftlichen und nach den mündlichen Prüfungen, dann natürlich den Abi-Streich, die Abi-Entlassung, der Abi-Ball und gefühlt viele weitere Partys, die irgendwie zwischendurch und danach stattfanden. Ich selber bin nach dem Abitur mit meinem damaligen Freund in den Urlaub geflogen.
VM: Wie vermutlich alle anderen Jahrgänge auch: Mit einer feucht-fröhlichen Riesen-Feier. Die ging im Endeffekt über 2 Tage, da wir bei einem Mitschüler, dessen Eltern einen Bauernhof hatten, zelten konnten.
JK: Abi-Ball im „Neuen Garten“, Feiern bei den meisten Lehrern und Mitschülern.
Haben Sie heute noch Kontakt zu Ihren Mitschülern?
CK: Ich habe heute noch zu vielen Mitschülerinnen und Mitschülern Kontakt und sie sind heute noch meine besten Freunde. Mit mehreren von ihnen bin ich auch in einer festen Clique, die sich mit anderen Jahrgangsstufen des Gymnasiums Uetze mischt. Wir sehen uns alle regelmäßig und genießen diese freundschaftlichen Beziehungen sehr.
VM: Zwei meiner Klassenkameraden sind heute noch meine besten Freunde. Ansonsten sind wenige Kontakte geblieben.
JK: Wenig, aber alle 5 Jahre Klassentreffen mit guter Beteiligung und unserem letzten Klassenlehrer Wolfgang Homann.
Was vermissen Sie an der Schulzeit?
CK: An der Schulzeit vermisse ich am meisten das geringe Maß an Verantwortung und die viele freie Zeit.
VM: Grundsätzlich vermisse ich die Schulzeit nicht, jedoch ist das Leben als Jugendlicher oder Schüler sorgenfreier und daher unbeschwerter.
JK: Die Unbeschwertheit.
Glauben Sie, dass das Abitur heute leichter oder schwieriger ist als zu Ihrer Schulzeit?
CK: Ich denke, dass es schwieriger ist, das Abitur in 12 Jahren zu leisten und dass es auch vielen gut tun würde, noch ein Jahr länger zu reifen. Ansonsten finde ich es generell schwierig, diese Frage zu beantworten. Das Schulsystem, pädagogische Ansätze … ändern sich permanent und jede Generation ist anders sozialisiert. An dieser Stelle Vergleiche vorzunehmen finde ich daher fast unlösbar. Ich denke, jede Generation hat in Schule immer wieder neue Herausforderungen zu meistern. Was für uns vielleicht leicht war oder uns zumindest so erschien, wäre für heutige Schülerinnen und Schüler eventuell schwerer. Was für heutige Schülerinnen und Schüler dagegen vielleicht leicht erscheint, wäre für uns ggf. pure Anstrengung. Ich denke, dass das Empfinden „Das ist schwer oder leicht.“ von so vielen Faktoren abhängig und subjektiv ist, dass sich hierzu keine allgemeingültige Antwort finden lässt.
VM: Die Anforderungen, welche an die Schüler von heute gestellt werden, sind sicherlich höher als zu meiner Zeit. Das hat meiner Meinung nach mit den gestiegenen Anforderungen und Erwartungen der Gesellschaft sowie der Arbeitswelt an den heutigen Menschen zu tun. Das bedeutet aber nicht, dass man das Abitur zu meiner Zeit „mal so im Vorbeigehen“ machen konnte. Ich fand‘s persönlich schon recht schwer.
JK: Das lässt sich aus der Distanz nur schwer beurteilen. Mit der Verkürzung auf 12 Jahre wird sicherlich eine wesentlich Änderung eingetreten sein. Wie ist aus Gesprächen mit meinem Neffen (8. Klasse) erfahren habe, werden Lehrinhalte in die unteren Klassenstufen verlagert. Durch das frühere Heranführen an selbständige Erarbeitung von Themen, kann ich mir vorstellen, dass die Arbeit in der Oberstufe erleichtert wird.










