Naturparadies und Braunkohle

  Die diesjährige mehrtägige Busfahrt der Abteilung Wandern und Freizeit des TSV Friesen Hänigsen stand unter diesem Motto.
Auf halber Strecke der Anreise gab es wieder, wie alle Jahre zuvor ein rustikales Frühstück. Schon bald war, bei herrlichsten Wetter, das UNESCO Biophärenreservat Spreewald erreicht. Es ist eine einzigartige Kultur- und Naturlandschaft mit zahlreichen Wander- und Radwegen. Die eigentliche Schönheit der Region jedoch liegt in dem weit verzweigten Netz aus Fließen, das man mit einer Kahnfahrt erkunden kann. Der Spreewald gehört zu den schönsten und grünsten Reiseregionen Deutschlands. Verschlungene Wasserwege, ein urwüchsiger Hochwald und malerische Gehöfte am Wasser charakterisieren diese einzigartige Region.
Im schönsten Städtchen des Spreewaldes, Lübbenau, wurde das Hotel "Spreewaldeck" bezogen und bald danach ging es schon zum Fährhafen, um eine Fahrt auf einen Spreewaldkahn zum malerischen Lagunendorf Lehde zu unternehmen. Der Fährmann, der Reiseleiter auf dem Kahn, erzählte viel Wissenswertes über den Spreewald. Unterwegs gab es natürlich auch die Möglichkeit zur Verkostung der Spreewälder Gurken. In Lehde wurde dann ein Stopp auf der Museumsinsel eingelegt. Wer wollte konnte das Freilandmuseum besichtigen, spazieren gehen, Kaffee trinken oder Leinoel mit Quark probieren.
Ein Reiseleiter empfing uns am nächsten Tag um der Reisegruppe den Spreewald per Bus zu zeigen. Erster Anlaufpunkt war der Branitzer Park bei Cottbus. Er ist das Lebens-, Alters- und Meisterwerk des exzentrischen Gartengestalters Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Er schuf hier auf einer ebenen und kargen Agrarlandschaft einen einzigartigen Park nach englischen Vorbild mit Seen- und Wasserläufen und in Vollendung gestaltete Gehölzkompositionen. Nach der Mittagspause ging es nach Cottbus. Ganz im Osten Deutschlands gelegen ist diese Stadt schon etwas besonderes. Sie ist zweisprachig - deutsch und sorbisch. Sehenswerte Denkmale der Zeit prägen das Bild dieser Stadt wie zum Beispiel der rekonstruierten Altmarkt, die "gute Stube" der Stadt mit seinen prächtigen Bürgerhäusern, der Spremberger Turm sowie die von den Hugenotten geschaffene Schlosskirche. Weiter ging die Fahrt durch die Spreewaldgemeinde Burg nach Straupitz zu einer noch voll funktionsfähigen Holländerwindmühle in der noch immer nach alter Tradition Leinoel hergestellt wird. Dort konnte man bei eine Vorführung, erfahren wie gesund Leinoel ist.
Der Bus hatte am 3. Tag Pause. Eine 10 km lange Wandertour war angesagt. Nach der Besichtigung der Altstadt von Lübbenau ging es dann auf einen aufgeschütteten Damm ( wurde in den 30er Jahren erschaffen) neben den Fließen entlang zum wildromantisch gelegenen mit mächtigen Eichen umstandenen Ausflugslokal Wotschofska, welches mitten im Spreewald liegt. Einige, die nicht mehr so gut zu Fuß waren haben dafür den Kahn genommen. Am Abend bekam die Gruppe noch Besuch von einer Fährfrau. Sie wusste interessante und lustige Geschichten aus den Spreewald zu berichtigen.
Die Busfahrt am 4. Tag ging dann zunächst nach Hornow zur Besichtigung der Schokoladenfabrik "Felicitas". Dort werden seit 2014 wahre Köstlichkeiten aus Schokolade hergestellt, die auch probiert wurden. Dann stand der Tagebau Welzow-Süd auf dem Programm. Welzow- Süd ist ein Braunkohlentagebau in der südlichen Niederlausitz der von Vattenfall AG betrieben wird. Dort werden bis zu 20 Mil. Tonnen Braunkohle im Jahr gefördert. Vom Aussichtspunkt "Welzower Fenster" hat man einen einzigartigen Blick in den aktiven Tagebaubetrieb in dem erst eine 90 - 130 Meter mächtige Deckschicht abgetragen werden muss, um an den bis 16 Meter starken Flötz zu gelangen. Gewaltige Bagger und Förderbrücken waren zu sehen. Viele Dörfer mussten und müssen noch dem Abbau weichen. Weiter ging es dann in das Senftenberger Seenland. Hier entsteht ein Seengebiet. Durch die Flutung stillgelegter Tagebauten soll bis 2018 Europas größte künstliche Wasserlandschaft entstehen. Unser Reiseleiter konnte uns viele technische Details über dieses Vorhaben vermitteln.
Bevor am 5. Tag die Heimreise angetreten wurde, wurde noch ein Abstecher nach Lichtenfeld bei Finsterwalde zum dortigen Besucherbergwerk gemacht. Bei einer Führung bis zum so genannten "Kanzlerblick" in 20 Meter Höhe konnten die beeindruckenden Förderanlagen des ehemaligen Tagebaus besichtigt werden. Dort steht ein Gigant der Technik: 502 Meter lang, 202 Meter breit, 8o Meter hoch, 11.000 Tonnen schwer, die ehemalige Abraumförderbrücke F60.
Fazit: Diese mehrtägige Reise der Wandersparte war mit den vielen Besichtigungen, einer Wanderung, wunderbares Wetter, ein gutes Hotel, schmackhaftes Essen und gute Laune ein tolles Erlebnis welches man nicht so schnell vergisst.
Wir haben schon viele Ziele im Norden und Süden besucht und erwandert und freuen uns auf die vielen noch zu entdeckenden Ziele in Deutschland.
Wir hoffen, ihr kommt bei den nächsten geplanten Reisen und Wanderungen mit. Wir haben uns wieder viel für 2017 ausgedacht und weitere interessante Wanderungen und Reisen geplant.
Komm und mach mit. Tel: 05147 / 720198
Friedhelm Imse
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1 Kommentar
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Volker Harmgardt aus Uetze | 12.10.2016 | 23:18  
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