Die Linien von Nazca (Peru) – Maria Reiche & ihre Botschaften im Sand

von Uta Kubik-Ritter aus Uetze | am 06.01.2009 | 687 mal gelesen |  21 Kommentare |   3 Bildkommentare | 7 Bilder
25.750 km zieht sich die Panamericana in ihrer längsten Nord-Süd-Ausrichtung auch durch Peru. Wir sind sie von Lima über Nazca nach Arequipa gefahren ...
25.750 km zieht sich die Panamericana in ihrer längsten Nord-Süd-Ausrichtung auch durch Peru. Wir sind sie von Lima über Nazca nach Arequipa gefahren ...
 
Nur aus der kleinen Propellermaschine gut zu sehen: den Kolibri
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Nur aus der kleinen Propellermaschine gut zu sehen: den Kolibri

Endlos zieht sich die Panamerica durch die Küstenwüste Perus. Eine menschenfeindliche Region, in der auch heute noch Wasser Mangelware ist. Was aber zieht Menschen in diese Gegend? Erst auf dem zweiten Blick eröffnet sich eine kulturgeschichtliche Besonderheit: die Nazca Linien.

Wir waren dort und haben diese außergewöhnlichen Zeichnungen, deren Entstehungsgeschichte noch immer ein wenig im Dunkeln liegt, angeschaut. Und das auf eine ebenso außergewöhnliche Weise. Nämlich aus einem kleinen Flugzeug. Diesen Flug werde ich niemals vergessen. Nie hat ein Pilot meinen Magen so „in Aufruhr versetzt“ wie hier …

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Maria Reiche-Grosse wird am 15. Mai 1903 als erstes Kind des Amtsgerichtsrates Dr. Felix Reiche-Grosse und seiner Frau Elisabeth in Dresden geboren. Dort geht sie auch in die Städtische Studienanstalt in der Weintraubenstraße, das heutige Romain-Rolland-Gymansium.
"Meine alten Lehrer würden es mir im Himmel niemals verzeihen, wenn ich diese Zeit vergessen würde. Das Ergebnis meiner heutigen Arbeit stammt aus dieser Grundlage der Erziehung...“. So wird Maria Reiche oft zitiert. Sie studiert und legt später die höhere Lehramtsprüfung in den Fächern Mathematik, Physik, Philosophie, Pädagogik und Geografie ab (1928). In Deutschland hält der Nationalsozialismus Einzug; für Maria Reiche der Grund, als Hauslehrerin in die Dienste des deutschen Konsuls in Cuzco zu treten (1932).

Sie trifft in Lima auf den Amerikaner Dr. Kosok, einem Spezialisten für antike Bewässerungssysteme und macht nun für ihn die Übersetzungen seiner englischen Artikel ins Spanische. Es war dann im Dezember 1941, als Maria Reiche das erste Mal nach Nazca reist, um die seltsamen, schurgeraden, linienförmigen Vertiefungen in der Wüste anzusehen, die Kosok dort sah. Doch erst 1946 kann sie mit ihrer Forschungsarbeit in der Wüste von Nazca beginnen.

Schon viele Jahrhunderte vor der Blütezeit der Inkas verstanden es die Menschen, in dieser trockenen Gegend blühende Flussufer zu schaffen. So entstand auf 500 Quadratkilometer Geröllboden ein Netz von schnurgeraden, bis zu zwölf Kilometer langen Linien und dreieckigen bzw. trapezoiden Flächen aus - dazwischen Zeichnungen, die Tiere, Menschen oder Pflanzen darstellen. Nur aus dem Flugzeug lassen sich diese einzigartigen Zeichungen erkennen. Zeichnungen, die seit 1995 zum Weltkulturerbe der UNESO gehören.

Die Küstenwüste besteht aus einer Oberfläche aus rotem oxidierten Geröll und durch Einritzen wird der der hellgelbe Untergrund freigelegt. So werden die Linien und Figuren sichtbar. Diese Entstehungsgeschichte ist wissenschaftlich untermauert. Doch der Sinn dieser von Menschen geschaffenen Zeichnungen und ihre genaue Entstehungszeit lässt die Wissenschaft immer noch rätseln. Viele Wissenschaftler zweifeln die Auslegungen der Untersuchungsergebnisse von und durch Maria Reiche an. Ist es vielleicht ein astronomisches Observatorium? Sind es sakrale Orte? Oder handelt es sich um Landebahnen Außerirdischer, wie Erich von Däniken vermutet?

Maria Reiche lässt sich von all dem nicht beirren. Täglich fährt sie von Nazca hinaus in die Wüste; sucht und findet immer neue Zeichnungen. Vermisst diese mit Maßband, Sextant und Kompass, sowie auch mit dem Theodoliten. Sie untersucht sie alles unter astronomischen Gesichtspunkten. Oft übernachtet sie mitten in der menschenfeindlichen Wüste. Sie verbringt mit ihren Studien über 40 Jahre; Hilfe bekommt sie durch die peruanischen Luftwaffe, die ihr mehrere Flüge über die Zeichnungen ermöglicht, wobei wertvolle Luftbilder enstehen.

Nazca ist heute eine Kleinstadt mit ca. 23.000 Einwohnern und dank der Linien ein vielbesuchter Ort. Zu Beginn der Forschungsarbeiten lachte man Maria Reiche aus, weil sie „die Wüste fegte“. Doch nach und nach erkennt man auch in Nazca die außergewöhnlichen Forschungsergebnisse an; der
Doctora Reiche wird die peruanische Staatsanehörigkeit ehrenhalber verliehen, weil sie ihre deutsche Staatsangehörigkeit nicht aufgegeben hat. Ihr ist es auch zu verdanken, dass 1955 der Bau eines Bewasserungssystems in diesem Teil der Wüste verhindert wurde.

ISBN Nr. 978-3894051037

ISBN Nr. 978-3898122986

Die Welt erfährt 1968 durch ihr Buch "Geheimnis der Wüste" von ihrer Forschungsarbeit. Das Buch wurde damals in deutsch, englisch und spanisch herausgegeben. Sie kämpft unermütlich um den Erhalt der Zeichnungen; Sie lässt einen Aussichtsturm an der Panamericana errichten, von dem einige Figuren und Linien zu sehen sind.

Maria Reiche erhält fünfmal die Ehrendoktorwürde und die höchsten Auszeichnungen in Peru sowie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

In Peru lernt heute jedes Schulkind diese Maria Reiche kennen, die am 6. Juni 1998 in Lima starb.

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Nun noch etwas in eigener Sache:

Während unseres Urlaubs in Peru haben wir nicht nur auf diese spektakuläre Weise die Nazca Linie angeschaut; sondern haben in Arequipa ein Erdbeben mit einem Wert von 7,8 auf der Richterskala erlebt; sind über den Titicaca See geschippert; haben riesige Schwärme von Aras im Regenwald gesehen. Mein besonderes Highlight war das Geschenk, das ich mir zu meinem 50sten Geburtstag gemacht haben: Ich habe morgens früh zum Sonnenaufgang am Sonnentor gestanden und nach dem Inka Trail einen traumhaften Blick auf Machu Piccu genießen dürfen.

Na, neugierig geworden? Dann gibt es hier noch mehr zu lesen:

http://www.kuris-world.com/peru.html

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Nur aus der kleinen Propellermaschine gut zu sehen: den Kolibri
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Auch diesen Fregattvogel hat Maria Reiche vermessen.
Riesig sind auch die Ausmaße dieser Spinne.
Der Eulenmann lehnt am Berg.
Meine Urkunde, dass ich diesen Flug mit Steilkurven und Sturzflügen überstanden habe ...
Das Observatorium Maria Reiches auf dem Gelände des Nazca Lines Hotels, wo sie die letzten Jahre ihres Lebens gewohnt hat.
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