Der Leitling

von Moor Frau aus Uetze | am 21.01.2009 | 396 mal gelesen | 4 Kommentare | 0 Bildkommentare | 4 Bilder

Bei einer Begehung im Januar im Zuge einer Erfassung von Kulturlandschaftsmerkmalen der Region Hannover in der Gemarkung der Gemeinde Uetze wurde auch der sogenannte Leitling registriert.
An einem Feldweg zwischen Katensen, Dollbergen und Schwüblingsen steht an der Ecke einer Abzweigung ein behauener Findling. Eine Inschrift an der Frontseite lässt sich als „Leitling“ entziffern, darunter ist ein stilisiertes Sensenblatt in den Fels gehauen.
Eine Bank zum Ausruhen ist auch vorhanden, eine Birke spendet Schatten. Die Bank ist in den letzten zwei Jahren aufgestellt worden, wenn ich es recht erinnere, von der Freien Wählergemeinschaft Katensen. Aus welchem Jahr der Findling stammt, wann er behauen wurde – und vor allem: welche Bedeutung er hat, das weiß ich leider nicht. Aber ich wüsste es gern, vielleicht hat ja der eine oder andere hier auf myHeimat mehr Informationen.
In der Chronik des Dorfes Dollbergen steht dazu jedenfalls:

„Im Lautling
Diese Flurbezeichnung, auch Leitling oder Lothling ist heute [1973] völlig unbekannt. Es handelt sich hier um einen ‚unbestandenen Teil des Beerbusches’ und der damals auch noch herrschaftlichen Katenser Horst.
In dem Ortstermin am 26. September 1796 erschienen die Eingesessenen aus Dollbergen ‚vor dem Holze, der Lothling genannt’. Der Geschworenen Hennigs (Besitzer der Brinkstelle Rüter, Nr. 33) bittet um Anweisung von drei Morgen zu seinem bereits angewiesenem Lande zwischen seinem und Koven Koppel. Die Gemeinde insbesondere die Halbhöfner erheben Einspruch wegen der Schaftrift und des Weges ins Holz. Der Weg wird daraufhin an den Koppelrand verlegt. Da diese Wege nicht befestigt wurden, machte das weiter keine Schwierigkeiten. Hennigs erhält das Land, einige abständige Fuhren werden ihm als Klafterholz überlassen.Weitere Anträge stellen die Brinksitzer Asseburg und Klages und der Schulmeister. Die Forstverwaltung erhebt keinen Anspruch, da hier nur Eichenheister von schlechtem Wuchs standen. [...]


Quelle Dollbergen einst und jetzt , 1973 von Gustav Hennigs, Seite 30.

Wer außerdem noch weitere historische Kulturlandschaftselemente anzeigen möchte, wende sich bitte an das Büro Kulturlandschaft und Geschichte, Region Hannover, Christian Wiegand und Henning Dormann.

Nachtrag: War heute noch einmal dort. Ein schöner Spaziergang mir dem Hund. Dabei habe ich dann auch die Glyphen auf der Rückseite des Steins fotografiert, die mir beim ersten Mal erst später auf den Fotos aufgefallen waren.

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4 Kommentare zum Beitrag
2.629
Sieglinde Baranowski aus Uetze am 21.01.2009 um 23:54 Uhr  
1.754
Moor Frau aus Uetze am 23.01.2009 um 21:21 Uhr  
37
Gerd Voiges aus Uetze am 25.01.2009 um 19:55 Uhr  
1.754
Moor Frau aus Uetze am 25.01.2009 um 20:20 Uhr  
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