Der Duft vom Weihnachtsbaum – ein Giftcocktail?
Ach, was wäre das Weihnachtsfest ohne die Tanne? Ein schön geschmückter Baum gehört für viele einfach zum Fest dazu.
Seit dem 19. Jahrhundert ist es hier Brauch, sich so ein Nadelteil aus dem dicken Fichtendickicht zu holen und in der guten Stube als Christenfichte dekoriert aufzustellen. Bei der erschreckende Zahl von 28 Millionen Bäumen reagiert die deutsche Wirtschaft gierig und baut die Großgrüne industriell an oder kauft im Ausland zu. Mit dem romantischen Brauch ist schließlich eine Menge Geld zu verdienen und die blaugrünen Edeltannen kosten den Endverbraucher erheblich.
Kaum ein Käufer fragt sich aber: Woher kommt der Baum? Schließlich gibt es den in der Vorweihnachtszeit an beinahe jeder Ecke zu kaufen. Dabei kommen einige dieser Baumharz absondernden Gewächse durchaus von weither, aus Dänemark oder dem Kaukasus. Sie werden in riesigen Plantagen für einen einzigen Zweck gezüchtet, und das möglichst schnell und ohne Unkraut zwischen den Reihen. Da wird nicht zu knapp gedüngt, der Waldboden mit Unkrautvernichter behandelt und die Bäume mit Insektengiften.
Derart vollgesogen mit Chemie steht diese Tanne dann in den heimischen Wohnzimmern und verströmt nicht nur die ihr eigenen ätherischen Öle. Da könnte man glatt denken: Weihnachten – Nein, Danke!
Aber es geht auch anders. Das Nadelgehölz wird durchaus auch biologisch unbedenklich angebaut. Das Unkraut in den Schonungen kann per Hand verzogen werden, oder man lässt Schafe darauf los, die so ganz nebenbei und auf natürliche Weise den Boden drum herum düngen. Das rät jedenfalls der Nabu auf seiner Webseite und gibt dort auch Adress-Empfehlungen:
Übrigens Brandgefahr: Nicht nur Wachskerzen können den Baum entzünden, sondern auch Lichterketten. Drei von vier getesteten Ketten waren brandgefährlich.
Und nach Weihnachten? Spätestens am Dreikönigstag fliegen die nadelnden Symbole einer konsumierenden Weihnachts-Welt auf den Müll. Die geeigneten, da abgeschmückten, werden kompostiert - auch die chemisch verseuchten – und gelangen so wieder als Dünger in unsere Nahrungskette.
Schöne heile Welt? Ich glaube, ich geh mal ein wenig am Baum schnüffeln.
Im Tierpark würden sie sich auf
ungeschmückte - unbehandelte - Tannenbaum - nach der Feier - freuen
u. a. auch die Vögel, wenn man den Tannenbaum in den Garten stellt
fragen sie mal nach in ihrem Tierpark
Danke für den Hinweis. Genau wie bei den Nahrungsmitteln sollte man auf biologisch-dynamisch gezogenen Bäumen bestehen.
Zu diesem Bericht gibt es doch wohl einiges zu klären.
Bin gern zu einem Gespräch bereit.
Gerd Voiges, Weihnachtsbaumanbauer, Katensen
hallo Beate,
eine interessante Recherche von Dir. Darüber habe ich mir in der Tat wenig Gedanken gemacht. Den Baum haben wir meistens in Abbeile hinter dem Ersepark geholt. Dort habe ich gesehen, wie er extra für uns abgesägt und verpackt wird. Das war 100 Prozent sicher. - Und ja: es werden extra auch dort wieder neue Bäume als Nachwuchs für die nächsten Jahre nachgepflanzt.
Gut, Beate, das Du dies kaum beachtete Übel mal angesprochen hast, daß vielen gar nicht bewußt war. Danke.






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