Weil wir sie gewählt haben …

Die Anzahl der die Menschheit belastenden Problemthemen ist so groß, dass das einzelne Problem zumindest scheinbar nicht mehr so gewichtig erscheint. Morgens die Nachrichten einzuschalten, heißt, sich mit Krieg, Tod, Naturzerstörung überfluten zu lassen … ein Nachrichten-Tsunami bricht über den Zuhörer ein, dem er sich letztlich nur durch Flucht entziehen kann. Flucht ist gleichbedeutend mit Weghören, mit Relativieren, mit Ausblenden der Gefahren, die in der einzelnen Nachricht lauern.
Was menschlich verständlich erscheint, öffnet den Verursachern der Gefahren ungeahnte Möglichkeiten der zumeist auf materiellen Gewinn gerichteten Umsetzung ihrer Ziele oder verschleiert Versagen und Fehler. Krieg in Libyen und in Syrien lenkt davon ab, dass der Krieg in Afghanistan verloren ist, die Opfer umsonst waren. Weltmeisterschaften, bei aller Freude über den Titel, lenken nicht nur davon ab, dass sie ein armes Volk noch ärmer zurückließen, sie ermöglichen auch das mehr oder weniger klammheimliche Durchwinken von Gesetzen, deren Schadenspotenzial abzusehen ist.
In einem Bericht über das Fracking* fiel mir eine Frage auf, deren Beantwortung den Wildwuchs an Politik, Informationen und Desinformation erklären könnte:

„….warum dürfen ein paar Politiker gegen die Interessen Millionen Betroffener entscheiden?“


Die einfache Antwort:
Weil wir sie gewählt haben, weil wir sie nach der Wahl nicht mehr kontrollieren. Es ist so, als ob wir jemandem unser Geld anvertrauen, sprich Steuern zahlen, und nicht mehr darauf achten, was damit geschieht. Erst wenn es verprasst ist, fragen wir höflich nach dem Verbleib und leihen wieder Geld, damit die Schulden aus der ersten Fehlinvestition beglichen werden. Das ist das Grundprinzip vieler Staatsanleihen, das von manchem Ökonomen als Schneeballsystem bezeichnet wird.
Es wird Zeit, dass wir die Rechnung präsentieren. Und wenn wir die Politiker schon nicht zur Rechenschaft ziehen können, dann sollten wir sie wenigstens nicht mehr wählen.

Michael Falke

http://ödp-nds.de/index.html


*http://www.daserste.de/information/politik-weltges...
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