ÖDP: Keine Biosprit-Produktion

Maier: "Schiene statt LKW"

Anlässlich des Treffens der EU-Mitgliedsstaaten am 12. Dezember erneuert die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) ihre Kritik am Biosprit. Am 12. Dezember entscheiden die EU-Mitgliedsstaaten darüber, ob die EU weiter Agrarkraftstoffe fördert.
Dazu sagt Ludwig Maier, Sprecher des Bundesarbeitskreises Landwirtschaft, Tierschutz und Gentechnik in der ÖDP:
"Die Beimischung von Agrosprit (üblicherweise Biosprit genannt) in Kraftstoffe ist längst nicht so umweltverträglich und nachhaltig wie anfangs behauptet. Der Biosprit der sog. ersten Generation wird aus Feldfrüchten produziert, die üblicherweise als Lebensmittel genutzt werden und treten somit zu ihnen in direkte Konkurrenz." Auch aus diesem Grunde seien die Lebensmittelpreise auf den Weltmärkten weiter angestiegen. Und dies gerade zu einer Zeit, in der fast eine Milliarde Menschen hungerten, weil sie sich die teurer gewordenen Lebensmittel nicht mehr leisten könnten. Maier weiter: "Auch werden die Feldfrüchte, die zu Biosprit verarbeitet werden, noch gedüngt und mit Pestiziden behandelt, so dass der Energieverbrauch für die Agrosprit-Produktion dem der Erdölgewinnung entspreche oder diesen sogar überschreite."
Darüber hinaus weist der ÖDP-Politiker darauf hin, dass Biodiesel zur Regenwaldzerstörung beitrage. Laut Rettet den Regenwald e.V. wurden 1,9 Millionen Tonnen Palmöl dem Dieselkraftstoff im vergangenen Jahr bereits EU-weit beigemischt. "Die dafür benötigten Palmölplantagen nehmen 700.000 Hektar in Beschlag - Land, das bis vor kurzem noch Regenwald und der Lebensraum von etwa 5.000 Orang-Utans war", so Rettet der Regenwald.
Maier gibt außerdem zu bedenken, selbst wenn Deutschland bzw. die EU sämtliches Palmöl nur von alten Plantagen (ohne Regenwaldzerstörung) kaufen würde, wie dies schon nach der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung für Biokraftstoffe vorgeschrieben wird, kaufen die anderen Länder eben das Palmöl von den neuen Plantagen, für die der Regenwald abgeholzt wird. Die Gesamtnachfrage nach Palmöl steigt stetig. Deshalb fordert die ÖDP die völlige
Einstellung der Biosprit-Produktion der sog. ersten Generation.
"Anders sieht es jedoch bei den Biokraftstoffen der zweiten Generation (biomass to liquid) aus, die aus Holzresten, Stroh oder Molkereiabfällen gewonnen werden können. In diesem Fall konkurriert er nicht um die Anbauflächen für Nahrungs- oder Futtermittel. Dies könnte zumindest eine zukunftsweisende Brückentechnologie sein", so Maier.
Der ÖDP-Politiker erläutert: "Um dennoch länger mit den vorhandenen Erdölreserven auszukommen, muss der Erdölverbrauch reduziert werden. Da bietet sich ein Tempolimit auf Autobahnen und Landstraßen an, weil dies den Spritverbrauch sofort signifikant senkt. Des Weiteren brauchen wir eine rasche Reduzierung des Spritverbrauchs der Pkws. Die Abschaffung der Steuervergünstigung von großen Dienstwagen ist überfällig. Des Weiteren sollte die Höhe der Kfz-Steuer vom Verbrauch abhängig sein. Ferner müssen wir verstärkt auf Produkte aus der Region setzen, so dass weniger Transporte, die meist per Lkw erfolgen, nötig sind. Insgesamt gehört der Transport ohnehin mehr auf die Schiene."

www.ödp-nds.de
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