Kicken oder Torschuss?

MontagsGedanken von Bernhard G. Suttner


Wer nur mit einem Ball herumkickt, kann technisch super sein und auch mit Leidenschaft sein Spiel betreiben. Richtig interessant wird das Fußballspiel aber erst durch den Torschuss. Den hat seinerzeit Gerd Müller wie kaum ein anderer beherrscht: Auf engstem Raum gedreht, im heftigsten Getümmel genau gezielt – wumm, drin war er. Viele Spiele wurden so gewonnen; 1974 sorgte „der Bomber“ für das Siegtor bei der Weltmeisterschaft.

Der andere, der heute aktive Gerd Müller ist eigentlich auch einer, der mit Leidenschaft seine Arbeit macht. Aber es fehlt das Entscheidende: Der gezielte Abschluss. Das Tor heißt in der Politik „Gesetz“. Oder auch: „Rechtsverbindlicher, internationaler Vertrag“. Wer immer nur an die Freiwilligkeit appelliert, kickt folgenlos herum…

Eigentlich bin ich ein großer Gerd-Müller-Fan. Endlich spricht ein deutscher Entwicklungshilfeminister ernst und deutlich über Hungerlöhne, über Sklavenarbeit, über die Rechtlosigkeit so vieler Frauen, die für den Weltmarkt schicke Konsumartikel herstellen. Das Problem ist aber viel zu ernst, um es mit folgenlosen Appellen bewenden zu lassen. Wir brauchen keine moralischen Appelle sondern internationale Handelsverträge, die alle am Welthandel teilnehmenden Staaten verpflichten, existenzsichernde Mindestlöhne gesetzlich vorzuschreiben. Gerd Müller sollte das G7-Gipfel-Heimspiel im bayerischen Elmau zum Torschuss nutzen:

Schnelle Drehung, klares Ziel, Schuss und Tor.

Ökologisch-Demokratische Partei Kreisgruppe Uelzen
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