JF Mühlhausen: Angehende Brandschützer erleben vielseitigen Berufsfeuerwehrtag

 

24 Stunden einsatzbereit sein, für die Jugendfeuerwehr Mühlhausen kein Problem. Beim bereits dritten Berufsfeuerwehrtag stellten die jungen Brandschützer wieder ihren Teamgeist, ihr Feuerwehrwissen und Durchhaltevermögen unter Beweis. Einige Einsatzszenarien hatten sich die Jugendwarte und Betreuer für das letzte Novemberwochenende wieder einfallen lassen, um den Jugendlichen einen schönen, aber auch anstrengenden Tag zu bescheren.

Als am Samstag Vormittag die Quartiere bezogen wurden und die Ersten schon Richtung Mittagessen schielte, ahnte noch keiner, dass in wenigen Minuten der erste Alarm eingehen würde. Ein verunfallter Forstarbeiter in schwer zugänglichem Gelände wurde gemeldet, worauf es nach dem Umkleiden schnell mit zwei Fahrzeugen zum Einsatzort ging. Nach erstem Erkunden der Lage stellten die Jugendlichen fest, dass es direkt richtig zur Sachen gehen wird. Mittels Feuerwehrleine und Hakengurt seilten sich gleich zwei Trupps zu dem Verunglückte ab. Mit im Gepäck hatten sie noch eine Trage um den Forstarbeiter, gespielt von einem Mitglied der Einsatzabteilung, später auf einen Feldweg zu retten und dort dem Rettungsdienst zu übergeben.

Zuerst galt es aber die Person unter Ästen zu befreien, die Vitalfunktionen zu überprüfen und dann fachgerecht auf der Trage mittels einer weiteren Leine einzubinden. Erst dann konnte der Forstwirt mit vereinten Kräften die Steile Böschung hinauf transportiert werden. Solch schwere Arbeit macht natürlich hungrig, so wurde sich im Anschluss erst einmal mit Pizza gestärkt.

Mit ein Bruch der Dunkelheit schrillte dann zum zweiten Mal die Alarmglocke im Gerätehaus. In einer Schreiner soll es ein Verpuffung gegeben haben bei der noch mehrere Personen im Gebäude vermisst sein sollen. Binnen Minuten waren die jungen Brandschützer auch hier am Einsatzort eingetroffen. Sofort rüsteten sich zwei Trupps mit Atemschutzgeräte aus, die durch gelbe Rohre gefüllt mit Sandsäcken simuliert wurden. Nachdem die restliche Mannschaft die Wasserversorgung aufgebaut hatte und der Angriffstrupp eine kleine Instruktion zum Öffnen von Türen und Absuchen von Räumen bekommen hatte, ging dieser schwer bepackt in den Brandraum vor.

Da das gezeigte direkt umgesetzt werden konnte, dauert es nur wenige Minuten bis man die erste Person fand und ist Freie brachte. Auch die zweite Person wurde rasch entdeckt. Diese sollte allerdings nicht über die Treppe nach draußen gebracht werden, sondern über die Steckleiter, die vom Schlauchtrupp und den Melder schon an einer Luke in Stellung gebracht wurde. Mit einem speziellen Feuerwehrknoten sicherte man die Person, um eine problemlose Rettung über die Leiter zu garantieren. Alle Personen waren in Sicherheit, ein gutes Ende für eine Übung, doch der nächste Termin stand schon auf dem Programm.

Bei der Besichtigung der Leitstelle Waldeck-Frankenberg in Korbach lernte die angehenden Brandschützer die Arbeit eines Leitstellendisponenten kennen und erfuhren auch wie in Ihrem Dorf die Sirene ausgelöst wird. Darüber hinaus zeigte die beiden diensthabenden Disponenten was in der Leitstelle passiert, sobald es eine Großschadenslage im Landkreis gibt.

Der restliche Abend verlief ruhig bis um kurz nach Mitternacht der nächste Auftrag wartete. Ein Lagerfeuer war in der nähe des Waldes außer Kontrolle geraten und so war Eile geboten, bevor die Flamme auf das Gehölz überschlagen. Mit mehreren C-Rohren wurden die Flammen gezähmt und man entschied sich aufgrund des doch recht nassen Bodens die wenigen Glutnester sich selber zu überlassen. Eine falsche Entscheidung wie sich um 05:00 heraus stellte. Nachlöscharbeiten musste verrichten werden, also raus aus den Schlafsäcken und wieder zum Einsatzort. Nun wurden auch die kleinsten Glutnester gründlich abgelöscht, um dem Feuer auch den letzten Nährboden zu entziehen. Bis zum Morgen blieb es dann ruhig im Mühlhäuser Gerätehaus und nachdem die Fahrzeuge und Schläuche sowie die Unterkunft gesäubert waren, ging der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück zu Ende.
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