Das Klostermühlenmuseum Thierhaupten in der Saison 2013

Eröffnung 2013 (Foto: Claus Braun, Thierhaupten)
 
Deutscher Mühlentag 2013 (Foto: Claus Braun, Thierhaupten)
 
Schulklasse beim Papierschöpfen
Thierhaupten: Klostermühlenmuseum |

Sonderausstellung Müller werden

Zur Eröffnung des Museumsprogramms erschienen Ende April 2013 etwa 90 geladene Gäste, die bei frühlingshaften Temperaturen den Saisonbeginn des Klostermühlenmuseum Thierhaupten feierten. Die Sonderausstellung „Müller werden - vom Handwerksberuf zum Verfahrenstechnologen“ bildete den Auftakt dieses feierlichen Abends, mit prominenten Rednern wie Landrat Martin Sailer und Dr. Josef Rampl, Geschäftsführer des Bayerischen Müllerbundes. In seinem Vortrag strich Rampl die Besonderheiten eines Ausbildungsberufes heraus, dessen Bild sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert hat. War es früher ein anstrengendes Handwerk, bei dem Steine geschärft, Säcke geschleppt und Wasserräder repariert werden mussten, so handelt es sich heute beim Müller um einen sog. Verfahrenstechnologen, dessen Schwerpunkte die Prüfung der Getreide- und Mehlqualität im Labor und die computergesteuerte Überwachung der Produktion darstellt.
Die Sonderschau gab außerdem Auskunft über die gegenwärtige Müllerei in Deutschland und setzte die Besucher über eine Branche in Kenntnis, die zwar das "tägliche" Mehl liefert, aber doch häufig in Vergessenheit gerät. "Gibt es überhaupt noch Müller heute?" lautet eine oft gestellte Frage der Besucher im Museum. Die Antwort darauf liefert die Ausstellung „Müller werden…“, die auch in den nächsten Jahren aktuell bleibt und dauerhaft zu sehen sein wird.
Im Rahmen der Ausstellung entstand im 2. Stock des Klostermühlenmuseums eine Medienstation mit Touchscreen-Bildschirm. Viele Besucher konnten damit den Weg vom Getreidekorn zum fertigen Mehl in einer hochmoderne Großmühle virtuell und interaktiv nachvollziehen.

Deutscher Mühlentag

Ganz besonders im Blickpunkt der Öffentlichkeit stand das Klostermühlenmuseum am Deutschen Mühlentag, der alljährlich am Pfingstmontag stattfindet. Etwa tausend Besucher besichtigten die Mühle, mehrere Tausend befanden sich auf dem gesamten Gelände des Museums, das mit vielen Aktionen lockte. Kinder konnten mit Handmühlen Getreidekörner mahlen, Müsli herstellen, Brot backen, Papier schöpfen, Büchlein binden und spannenden Mühlenmärchen lauschen. Ununterbrochen wurde durch die Mühle geführt; Verkaufs- und Informationsstände vor der Mühle und Bewirtung, Musik und Volkstanz auf der Mühlenwiese boten viel Abwechslung für alle.


Begleitprogramm

Das reichhaltige Begleitprogramm des Klostermühlenmuseums war stets gut besucht.
Ein spannender und humorvoller Multi-Media-Reisebericht über die Wanderjahre des Handwerksgesellen und Abenteurers Klaus Deckenbach begeisterte viele Besucher.
Das Duo „Text will Töne“ mit Karla Andrä und Josef Holzhauser mit seinem Sommer-Konzert „Überall ist Wunderland“ näherte sich auf lyrisch-musikalische Weise den heimatlichen Gefühlen. Filmvortrag, Buchbindekurs, Lesungen, Volkshochschulkurse und vieles mehr fand seinen Platz im Klostermühlenmuseum. Puppenspiel, Märchennachmittag und Igel-Rallye waren beliebte Veranstaltungen und zogen viele Familien und Kinder an, ebenso wie vielfältig angebotenen Ferienprogramme und Kindergeburtstags-Aktionen.

Führungen

25 mal in nur 6 Monaten wurde das Backhaus frühmorgens geheizt, damit Kindergartengruppen, Schulklassen und Erwachsenengruppen Brot backen konnten. Seit einigen Jahren stellt das Thema „vom Korn zum Brot“ eines der beliebtesten Führungsangebote des Museums dar. Doch der Großteil der insgesamt 130 angemeldeten Gruppen kam ins Klostermühlenmuseum Thierhaupten zum Papierschöpfen. In Thierhaupten arbeiteten die Papierer über 250 Jahre lang, bis 1847 die Papiermühle an der Friedberger Ach abbrannte. Heute wird im Klostermühlenmuseum die handwerkliche Papierherstellung anhand von funktionsfähigen Modellen dargestellt. Bei Führungen kann das Papierschöpfen von den Besuchern selbst ausgeübt werden; jeder stellt sein eigenes Blatt Papier mit einem Schöpfsieb her.
Insgesamt besuchten ca. 3.500 Besucher heuer das Klostermühlenmuseum und ließen sich über die Geschichte der vier verschiedenen Mühlen informieren, die das ehemalige Benediktinerkloster Thierhauptens einst erbauen ließ. Das über 100 Jahre alte eiserne Wasserrad demonstriert anschaulich wie die Naturkräfte zum Antreiben schwerer Mühlenmaschinen eingesetzt wurden. Dass Wasser als erneuerbare Energie auch ein Thema für den Kindergarten sein kann, bewies das mit Interesse gebuchte Thema „Prima Klima Wasserkinder“, ein Angebot in Kooperation mit der Umweltstation Augsburg.

Ein Flyer „Unser Mühlengarten“ entsteht

Anfang 2012 startete das Klostermühlenmuseum Thierhaupten das Projekt "Mühlengarten" unterstützt von der Umweltstation Augsburg mit der Absicht, Kindern und Jugendlichen ein Stück Natur durch Mitmachen, Anfassen und Erleben kennen lernen zu lassen. Eine Thierhauptener Schulklasse hat die Naturpatenschaft für den Garten übernommen. Die Kinder säten Wildblumen, lernten Getreidearten kennen, halfen bei der Getreideernte und droschen mit Dreschflegeln. Das Ergebnis aus all den Aktionen fasst eine Broschüre „Unser Mühlengarten in Thierhaupten“ zusammen, die von den Kindern bei einer kleinen Feier am 1. März 2013 an der Grundschule Thierhaupten vorgestellt wurde. Später im Frühling legte die Klasse 3 b im Mühlengarten ein Kräuterhochbeet an, im Herbst haben die Kinder einige Beete Wintergetreide wie Weizen, Gerste und Roggen ausgesät, dessen Wachstum und Reife im kommenden Jahr gut beobachtet werden kann.


Eine rotblühende Kastanie vor der Mühle

Einen besonderen Schlusspunkt der Mühlensaison setzte die Mitte November 2013 durchgeführte Baumpflanzaktion. Auf Initiative von Barbara Seidenschwann, die einst die frühere „Reitermühle“ vor dem Verfall rettete, wurde im Garten gegenüber dem Mühlenmuseums eine rotblühende Kastanie gepflanzt. Damit erfährt das idyllische Ensemble an der Friedberger Ach mit dem landkreiseigenen Museum eine erfreuliche Aufwertung.
Der kleine Gartenteil, in dem heuer beim Mühlentag Märchen vorgelesen wurden, soll künftig noch mehr in die Nutzung für die Mühle einbezogen werden.

So geht also die diesjährige Museumssaison erfolgreich in eine konstruktive Winterpause bis dann am 1. Mai 2014 die Mühlentüren wieder offen stehen. Besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Helfern und Förderern, die alle maßgeblich dazu beitrugen, dass die Saison 2013 so erfolgreich bewältigt werden konnte.
1
Einem Mitglied gefällt das:

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Regionalmagazin meitinger | Erschienen am 17.12.2013
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.