Ketogene Diät empfehlenswert bei Krebserkrankungen

Die Ernährung wurde schon immer mit der Entstehung von Krankheiten und auch von
Krebs in Zusammenhang gebracht. Bestimmte Lebensmittel und Ernährungsformen werden
als „schädlich“ angesehen, andere wiederum als gesundheitsfördernd. Hier gibt es
viele Erkenntnisse und Erfahrungen, aber auch Vorurteile. Im Allgemeinen wird sowohl
beim gesunden als auch beim krebskranken Menschen eine bedarfsgerechte, vollwertige
und schadstoffarme Ernährung empfohlen.
Viele Krebspatienten suchen nach Möglichkeiten, aktiv ihren Gesundheitszustand
zu verbessern, und hier kann eine Ernährungsumstellung einen sehr wichtigen
Aspekt darstellen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden bereits zahlreiche Diätempfehlungen für Krebskranke herausgegeben, und immer stellt sich die Frage:
Schon wieder eine neue Diät, die Besserung oder gar Heilung verspricht?
Wir wissen, dass die Entstehung und das Wachstum der Krankheit Krebs sehr komplizierte und vielschichtige Prozesse sind, die sich nach derzeitigem Stand der Wissenschaft mit keiner Diät alleine bekämpfen lassen.
Allerdings gibt es Erkenntnisse, dass sich der Stoffwechsel von vielen Krebszellen
deutlich von den Zellen des gesunden Körpers unterscheidet: DieTumorgewebe bevorzugen
Zucker zur Energiegewinnung und sichern sich über verschiedenste Mechanismen eine
ausreichende Versorgung mit diesem für sie essenziellen Treibstoff. Im Gegensatz hierzu
hat der Körper von Krebspatienten häufig eine stark gestörte Kohlenhydratverwertung
(Insulinresistenz) und ihr Stoffwechsel bevorzugt Fett als Energielieferant.

Daher ist die Ernährungsform ,die dem Tumor die Zucker-liefernden Nährstoffe, die Kohlenhydrate, vorenthält und den Körper mit ausreichend Energie in Form von Fetten bei ausreichendem Eiweißangebot versorgt sehr zum empfehlen. Eine solche stark kohlenhydratreduzierte und fettreiche Ernährungsform wird „KETOGENE DIÄT“ genannt und bereits bei einigen Erkrankungen (wie z. B. Epilepsien bei Kindern) weltweit in renommierten und anerkannten Kliniken eingesetzt.

Beobachtungen an Tumorpatienten, die bereits eine solche KETOGENE DIÄT durchführen,
geben Anlass zu der Hoffnung, dass diese Form der Ernährung das Fortschreiten einer
Tumorerkrankung aufhalten oder zumindest verlangsamen könnte. In Begleitung zu einer
Chemotherapie durchgeführt, kann diese Ernährungsform die Nebenwirkungen (Müdigkeit,
Abgeschlagenheit, Bauchschmerzen und Übelkeit) reduzieren sowie den Gewichtsverlust
– und insbesondere den Verlust von Muskelmasse – verhindern.
Zurzeit werden die Durchführbarkeit und Wirksamkeit dieser Ernährungsform an der Universitätsfrauenklinik Würzburg und im Rahmen der „ERGO“-Studie an der Neurologischen Universitätsklinik Frankfurt untersucht. Auch in den USA laufen derzeit (Stand Winter 2009/10) registrierte Studien zur Anwendung von ketogenen Diäten bei Krebserkrankungen.

Die Frauenklinik und Poliklinik des Universitätsklinikum Würzburg unter Leitung von Prof. Dr. Ulrike Kämmerer veröffentlichte hierzu eine 56- seitige Informationsbroschüre .
Hier werden die biologisch wissenschaftlichen Erkenntnisse zu dieser ketogenen Diät und Krebserkrankungen sehr gut dargestellt. Empfehlungen, Anwendungstipps und Details zur Ernährungsumstellung,Tabellen und einige Rezepte sowie Literaturhinweise kann man hier nachlesen.


(Quelle: Universitätsklinikum Würzburg, Prof. Dr. U.Kämmerer )

http://www.frauenklinik.uni-wuerzburg.de/forschung...

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2 Kommentare zum Beitrag
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Jens-Peter Horn aus Augsburg am 26.05.2010 um 00:30 Uhr  
Rudi
Rudi am 15.09.2010 um 10:15 Uhr  
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