Babyschwimmen - ein Erlebnis der besonderen Art

Die Kursleiterin gibt genaue Anweisung, wie man das Baby sicher halten kann, während es durch den Reifen
 
Mit Schwimmflügeln und Opas Hilfe geht es hinter dem gelben Ball her

Stadtallendorf: Hallenbad Stadtallendorf | Ein Erlebnis der besonderen Art ist es für Großeltern mit ihren Enkeln Dinge unternehmen zu können, für die man bei den eigenen Kindern keine Zeit hatte, oder die früher einfach nicht angeboten wurden. Das Babyschwimmen ist so eine Unternehmung.

Selbstverständlich sollten unsere Enkel auch in den Genuß des Babyschwimmens kommen. Da unsere Tochter aber die Kursleiterin ist, „mussten“ bei ihren eigenen Kindern die Großeltern, also wir, einspringen. Nachdem meine Frau unseren Enkel Philipp vor 5 Jahre zur Schwimmstunde begleitete, forderte ich nun mein Recht ein, bei dem Kurs meiner Enkelin Hannah teilzunehmen zu dürfen.

An unserem Kurs nahmen 11 Eltern mit 12 Säuglingen teil, denn auch ein Zwillingspärchen war darunter. Obwohl ich der einzige Opa war und sich die anderen Eltern schon von diversen Kursen, wie zum Beispiel Säuglingspflegekurs und Rückbildungsgymnastik her kannten, wurden Hannah und ich in die Gruppe sofort freundlich aufgenommen.

Erinnerungen an mein eigenes Elternsein kamen auf. Bei den Gesprächen am Beckenrand des Stadtallendorfer Hallenbades merkte ich sehr schnell, die Sorgen, Freuden und Erlebnisse junger Eltern haben sich in den letzten 28 Jahren wenig geändert.

Nachdem unsere kleinen Schwimmer ihre spezielle Badekleidung angezogen hatten ging es ins Wasser. Die angenehmen Temperaturen am Warmbadetag des Stadtallendorfer Hallenbades sorgten für ein wohliges Nässegefühl. Mit den Babys im Arm hüpften wir durch das Nichtschwimmerbecken um sie an das feuchte Element zu gewöhnen. In Hannahs Gesicht zeichnete sich Unsicherheit ab. Einerseits war sie in einer fremden Umgebung, andererseits liebte sie das Planschen im Wasser. Ein Hallenbad ist eben etwas Anderes als die heimische Badewanne. Nach der Eingewöhnungsphase bildeten wir mit den kleinen Wasserratten im Arm einen Kreis und sangen das Begrüßungslied. Der Blick in die Gesichter der Kleinen sprach Bände. Jedes Kind empfand das, was gerade geschah, anders. Nirgendwo sonst wurde mir so klar, dass auch schon Säuglinge Persönlichkeiten sind: Da gab es die „Draufgänger“, die nicht heftig genug strampeln und plantschen konnten, neben den Vorsichtigen, die sich so wie Hannah an mich, an ihre Mamas und Papas schmiegten. Die Kursleiterin zeigte uns an Hand von Paula, einer babygroßen Puppe, wie wir unsere Schützlinge sicher halten mussten. Mit kleinen Bällen, einem Reifen und einem Schwimmbord lockerten wir die Schwimmstunde auf und sorgten für die Unterhaltung der Kleinen.

So ging es drei Unterrichtsstunden lang bis der, von uns allen so sehnsüchtig erwartete erste Tauchgang mit unseren Babys kommen sollte.
Aus dem Biologieunterricht wusste ich, dass Babys bis etwa zum ersten Geburtstag einen natürlichen Reflex besitzen, der verhindert, dass Wasser in ihre Luftröhre und Lungen gelangt.

Die Kursleiterin, Hebamme mit entsprechender Zusatzausbildung, erklärte uns genau, worauf wir zu achten hatten und stand zur Sicherheit bei jedem unserer Tauchgänge neben uns.
Mit dem „Tauchlied“ stimmen wir uns auf das „große Abenteuer“ ein. Nacheinander kamen wir einzeln mit unseren kleinen Tauchern und Taucherinnen im Arm zur Kursleiterin. Von einem Unterwasser-Kammeramann, meinem Freund Günther, gefilmt, tauchte erst ich unter. Hannah hielt ich über Wasser. Die Kleine war ganz gefesselt von dem was vor ihr geschah. Danach tauchten wir beide zusammen. Unter Wasser schaute ich in das Gesicht meiner kleinen Heldin. Ihre Augen schauten auch mich an, ihr Mund war etwas geöffnet. Luftblasen stiegen nicht auf, der Reflex funktionierte also.
War da ein Lächeln in ihrem Gesicht, als sie mich unter Wasser ansah? Drei mal tauchten Hannah und ich während des gesamten Babyschwimmkurses. Erst auf der Videoaufnahme konnte ich genauer sehen wie sehr auch sie ihr Abenteuer genoß. Und noch etwas wurde mir erst nach Hannahs und meinem großen Abenteuer bewusst. Welch ein großes Opfer es für meine Tochter und ihren Mann wohl bedeutete dieses Abenteuer nicht selber erleben zu wollen, sondern uns Großeltern zu schenken! Danke lieber Frank, Nadja, danke klein Hannah.

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2 Kommentare zum Beitrag
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Christine Eich aus Wetter am 10.05.2010 um 20:31 Uhr  
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Angelika Fischer aus Marburg am 25.02.2011 um 12:33 Uhr  
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