Neues Patientenrechtegesetz: Bürokratie statt Vertrauen?

In einem guten Zahnarzt - Patientenverhältnis muss im Vordergrund eine vertrauensvolle Beratung bei allen Problemen der Zähne stehen (Foto: Initiative proDente e.V. Köln)
 
Noch mehr Bürokratie??? Nein danke! (Foto: Initiative prodente e.V. Köln)

Hessens Zahnärzte stehen Referentenentwurf kritisch gegenüber

Anfang dieser Woche haben Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser - Schnarrenberger ihren gemeinsamen Entwurf für ein Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten vorgelegt.

Die Eckpunkte des neuen Gesetzes wurden nicht nur vonseiten der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) kritisch beurteilt. Auch die Landeszahnärztekammer Hessen sieht durch das Gesetz eine Mehrbelastung durch unnötige Büro-kratie auf die Hessischen Zahnärztinnen und Zahnärzte zukommen. Die Besonderheiten des Verhältnisses von Zahnarzt und Patient werden durch den Entwurf nicht ausreichend berücksichtigt. Beratung über die individuellen Therapiemöglichkeiten und Aufklärung über Kosten der zahnmedizinischen Behandlung sowie über deren etwaige Risiken sind integraler Bestandteil dieser Beziehung. Die durch seriöse wissenschaftliche Studien wie die neue Imagestudie des Instituts der deutschen Zahnärzte (IDZ) (Veröffentlichung voraussichtlich Ende Januar 2012) belegbare Zufriedenheit der Patienten mit ihrem Zahnarzt gründet auf dieser grundlegenden Trans-parenz.

„Ein in den meisten Fällen ohnehin vorhandenes, oft über Jahre gewachsenes Vertrauensverhältnis zwischen Zahnarzt und Patient, wird durch die Neuregelungen zum Behandlungsvertrag unnötig bürokratisiert. Ohne die Transparenz und Offenheit, die das Gesetz stärken will, käme ein solches Verhältnis erst gar nicht zustande.“, urteilt Dr. Michael Frank, Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen. „Auch bei einer Eheschließung kann man die Pflichten und Rechte der Partner gegeneinander vertraglich fixieren; ob man durch eine solche Vorgehensweise das Vertrauen in einander zu stärken vermag, darf zu Recht in Frage gestellt werden.“

Auch die im Referentenentwurf geforderte „Fehlervermeidungskultur“ ist aus Sicht der Zahnmedi-zin kein Novum. Die Bundeszahnärztekammer führt gemeinsam mit dem Institut für Allgemein-medizin der Universität Frankfurt das Modellprojekt „Jeder Zahn zählt“ durch. Dieses Online ver-fügbare Berichts- und Lernsystem zu kritischen Ereignissen soll die Fehlerprävention durch das Lernen von anderen fördern.

Positiv bewertet die LZKH, dass im Falle des Vorwurfs eines Behandlungsfehlers nicht allein die Ärzte und Zahnärzte verpflichtet sind, den Gegenbeweis zu erbringen. „Eine permanente Verteidigungshaltung belastet das Behandlungsverhältnis und kann zu einer Beschränkung des großen Spektrums zahnmedizinischer Therapiemöglichkeiten führen“, betont Dr. Frank zu diesem Punkt.

Das vorläufige Fazit der Landeszahnärztekammer Hessen zum Referentenentwurf des neuen Patientenrechtegesetzes lautet: Sichten, diskutieren und in jedem Falle erheblich nachbessern - damit nicht aus gut gemeinten Ansätzen Belastungen für das Arzt - Patienten Verhältnis erwachsen und damit die Besonderheiten dieses Verhältnisses im Falle der Zahnmedizin im Gesetz entsprechend gewürdigt und berücksichtigt werden.


Kontakt:
Landeszahnärztekammer
Hessen
Annette C. Borngräber
Rhonestr. 4,
60528 Frankfurt
069 427275-114
E-Mail: borngraeber@lzkh.de Internet: www.lzkh.de

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Facebook senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Twitter senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Twitter. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Google+ senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Google+. Mehr dazu rechts unter .
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen Webseiten Senden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.

Ähnliche Beiträge Übereinstimmende Themen:

Rücksichtsvoll und kompetent: Deutsche geben... Image-Studie liefert wissenschaftlichen Beleg der Zufriedenheit Kürzlich hat das Institut der deutschen Zahnärzte (IDZ) die Ergebnisse einer...
Zahnpflegekaugummi: Kariesschutz zum Kauen... Im Büro oder unterwegs gibt es nach einer Zwischenmahlzeit selten Gelegenheit, die Zähne zu putzen. Um für ein sauberes Gefühl im Mund und einen...
Zahnschutz gegen teure Stürze Hessische Zahnärzte... In diesen Wochen heißt es wieder Ski und Rodel gut auf den Pisten und Loipen der Wintersport-Hochburgen. Der Blick in romantisch verschneite Täler...