Loveparade

Die Loveparade (auch Love Parade oder Love-Parade geschrieben) war eine zwischen 1989 und 2010 jährlich (außer 2004, 2005 und 2009) veranstaltete Technoparade und mit etwa zwölf Millionen Besuchern seit ihrer Gründung die größte Tanzveranstaltung der Welt. Von 1989 bis 2006 fand sie in Berlin statt, in den Jahren 2007, 2008 und 2010 an wechselnden Orten im Ruhrgebiet. Bei einer Massenpanik am 24. Juli 2010 in Duisburg kamen 19 Menschen ums Leben, 342 wurden teils schwer verletzt. Der letzte Organisator der Loveparade, Rainer Schaller, teilte daraufhin mit, dass künftig keine Loveparade mehr stattfinden werde.

Die erste Loveparade wurde im Sommer 1989 von Matthias Roeingh alias Dr. Motte in Zusammenarbeit mit seiner damaligen Freundin Danielle de Picciotto initiiert. Von ursprünglich 150 Beteiligten wuchs die Veranstaltung auf etwa 1,5 Millionen Besucher im Jahre 1999. Nach einer Pause in den Jahren 2004 und 2005 fand die Veranstaltung mit abgeändertem Konzept 2006 wieder in Berlin statt und erreichte nach Angaben der Veranstalter Loveparade Berlin GmbH und des Senats erneut ein Besucheraufkommen von über einer Million Menschen. Die nächste Loveparade sollte ursprünglich am 7. Juli 2007 stattfinden, wurde aber im Februar vom Veranstalter abgesagt. Als Grund wurde angegeben, dass, wie im Jahr zuvor, trotz abgeschlossener Planung und gesicherter Finanzierung noch keine Genehmigung durch die Stadt Berlin vorlag. Der Veranstalter suchte europaweit eine neue Partnerstadt und wurde am 15. Juni 2007 fündig. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft metropoleruhr GmbH teilte mit, dass die Loveparade für fünf Jahre ins Ruhrgebiet umziehe. Am 25. August 2007 fand das Ereignis mit etwa 1,2 Millionen Besuchern in Essen, am 19. Juli 2008 mit etwa 1,6 Millionen Besuchern in Dortmund und am 24. Juli 2010 in Duisburg mit etwa 1,4 Millionen Besuchern statt. 2011 hätte die Loveparade in Gelsenkirchen stattfinden sollen.

Die erste Loveparade entstand 1989 als spontane Idee einer durchfeierten Nacht zum Geburtstag Roeinghs (Dr. Motte). Unter dem Motto Friede, Freude, Eierkuchen wurde diese als politische Demonstration angemeldet. An dem am 1. Juli 1989 stattfindenden Aufzug nahmen etwa 150 Personen teil. Mit Hilfe eines Generators sowie einer Anlage auf einem alten VW-Bus zogen diese über den Kurfürstendamm. Die Afterparty der ersten Loveparade fand im Ufo, dem ersten Acid-House-Club Berlins statt.

Die Loveparade 1991 gilt als erstes überregionales Zusammentreffen der verschiedenen bundesweiten Technoszenen. Erstmals reisten Szeneaktivisten aus mehreren Städten nach Berlin um ihre regionale Technokultur zu präsentieren, wodurch erste Netzwerke und ein bundesweiter Austausch der jungen Technokultur zustande kamen.

In den Jahren bis 1995 fand die Parade am ersten Juliwochenende als angemeldete politische Demonstration auf dem Kurfürstendamm statt. Es vervielfachte sich hierbei jeweils die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr, und es beteiligten sich immer mehr Clubs und Labels mit eigenen Wagen. Sehr bald schon wurde neben der eigentlichen Parade ein Rahmenprogramm mit Raves angeboten.

Mit steigenden Besucherzahlen wuchsen jedoch auch die Proteste der Anwohner und Geschäftsleute am Kurfürstendamm, welcher sich als für die Veranstaltung zu eng erwies. 1995 waren neben der eigentlichen Paradestrecke auch sämtliche Nebenstraßen völlig überfüllt. Da die Parade inzwischen eine kulturelle Institution und ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor für die Stadt geworden war, wurde für 1996 nach einer Ausweichstrecke gesucht.

Eine neue Strecke wurde mit dem Verlauf zwischen dem Ernst-Reuter-Platz über die Siegessäule bis zum Brandenburger Tor gefunden. Es gab weitere Probleme mit der Loveparade. Zwar war die Parade stets eine ausnehmend friedliche Veranstaltung mit für eine Veranstaltung dieser Größenordnung vergleichsweise geringen Zahlen an Festnahmen und Verletzten. Bei den stets weniger als 100 Festnahmen ging es insbesondere um Delikte wie offenen Drogenhandel. Bei den Verletzten lagen häufig Kreislaufzusammenbrüche wegen Drogenkonsums oder Sommerhitze vor. Doch das Müllproblem, Verunreinigungen des Tiergartens sowie die zunehmende Kommerzialisierung der Veranstaltung sorgten für Streit. Die Betreiber der Wagen hatten immer striktere behördliche Auflagen zu erfüllen.

1997 spalteten sich einige der Veranstalter von der Loveparade ab und gründeten eine eigene Straßen-Demonstration: die Hateparade (ab 1998 unter dem Namen Fuckparade fortgeführt). Die Gründe für die Abspaltung lagen vor allem in der zunehmenden Kommerzialisierung der Technobewegung, insbesondere der Parade, sowie in der Schließung des Berliner Szene-Clubs Bunker. Die eigentliche Loveparade wuchs indessen zu einer Massenveranstaltung mit bis zu 1,5 Millionen Besuchern im Jahr 1999. Die Menschenmassen brachten selbst Berlin mit seiner gut ausgebauten Infrastruktur und dem Naherholungsgebiet im Berliner Tiergarten sehr in Bedrängnis und die Stimmen in der Bevölkerung, die eine Verlegung in weniger stark besiedelte Gebiete der Stadt forderten, wurden im Senat von Berlin mit noch stärkeren wirtschaftlichen Argumenten bekämpft, so dass letztlich die Parade unter geänderten Bedingungen immer wieder genehmigt wurde.

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Timo Graf aus Stadtallendorf am 26.07.2010 um 18:58 Uhr  
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