Letzter Heimspieltag mit besonderem Jubiläum

Das Foto zeigt den Jubilar Horst Grigat mit dem Vorsitzenden des TSV Eintracht Stadtallendorf Bernd Weitzel und dem Handballabteilungsleiter Jürgen Behler (von links nach rechts)
Urgestein der Handballabteilung für 40jährige Schiedsrichtertätigkeit geehrt

An ihrem letzten Heimspieltag haben die Handballer des TSV Eintracht Stadtallendorf eine nicht alltägliche Ehrung vornehmen dürfen.
Horst Grigat hat nach der Saison 2015/2016 offiziell sein Schiedsrichteramt aus Altersgründen nieder gelegt. Dabei kann der Stadtallendorfer auf eine 40jährige Ehrenamtstätigkeit als Handballschiedsrichter zurückblicken.
Im April 1975 treten er und seine damalige Ehefrau Irmgard (leider 1998 tödlich verunglückt) der Handballabteilung des TSV bei und Horst begleitet seine Frau zu allen Spielen und Turnieren, wo er schon als Schiedsrichter einspringt, obwohl er dazu noch keine Ausbildung hat. Die macht er dann im drauffolgenden Jahr mit seiner Frau gemeinsam und seinem Wissen nach, waren sie auch das erste pfeifende Ehepaar in Hessen. Meist gemeinsam, leiteten sie zwanzig Jahre Hallenhandballspiele, da das Spiel auf dem Großfeld Anfang der siebziger Jahre auch in unserer Region sein Ende fand.
Im Gegensatz zu heute, wo Jungschiedsrichter erst einmal bei Jugendspiele eingesetzt werden, wurde Horst bereits in seinen ersten Spielen zu „brisanten“ Partien geschickt. Schon sein zweites Spiel war das Männerderby zwischen Gladenbach und Weifenbach. Er schmunzelt und erzählt, dass auch sein vorletztes Match in Gladenbach stattfand. Seine letzte Partie, die er als Unparteiischer geleitet hat, war das Frauenspiel Homberg gegen Gladenbach. Nach dieser wurde er von beiden Mannschaften mit Standing Ovations verabschiedet.
Mit seiner freundlichen, besonnenen und dennoch bestimmenden Art, war er ein gern gesehener Gast in allen Sporthallen des Bezirkes Giessen. Ihn hat immer besonders gefreut, wenn sich die Trainer beider Teams nach den Spielen bei ihm für seine Leitung bedankten und sie noch zusammenstanden und das Spiel gemeinsam analysierten.
Auch bei den Schiedsrichteransetzer war er beliebt, konnten sie doch immer auf den Eintrachtler zählen, wenn kein anderer Punktspiele, Qualiturniere oder Pokalspiele pfeifen wollte oder konnte. So kam er schon mal in einer Saison auf 33 geleitete Spiele (normalerweise zwischen 6-15).
Wie viele Spiele er insgesamt gepfiffen hat, ist nicht mehr nachvollziehbar, aber er selbst schätzt die Zahl auf über 1000 Partien in den letzten 40 Jahren.
Ohne jemals selbst aktiv Handball gespielt zu haben, konnte er mühelos die richtigen Entscheidungen treffen. „Nach so vielen Jahren, kennt man halt seine Pappenheimer“, so unser Horst.
Ein Spiel würde er aber lieber aus seinem Gedächtnis streichen, da es schmerzhafte Erinnerungen weckt. Im Männerderby November 2014 stehen sich Münzenbach und Reiskirchen gegenüber. Zwölf Minuten vor Ende wird ein Spieler durch einen langen Pass vom Torwart zum Tempogegenstoss geschickt. Der Spieler achtet nur auf den fliegenden Ball und stößt mit Horst, der noch versucht auszuweichen, aus vollem Lauf frontal zusammen. Ihm bleibt die Luft weg (Spätere Diagnose: zwei gebrochene Rippen!), aber er beendet nach kurzer Pause die Partie, die sonst von einem anderen Schiedsrichter hätte beendet oder neu angesetzt werden müssen. Neben dieser negativen Erfahrung, überwiegen für ihn aber die vielen positiven Erinnerungen an seine Zeit als Unparteiischer für den TSV Eintracht Stadtallendorf, verbunden mit vielen Fahrten und Turnieren zum Beispiel nach Frankreich, Schweden und Holland.
Nach einer Würdigung seines erfolgreichen Schaffens durch den Vorsitzenden des Gesamtvereins Bernd Weitzel, erhielt der passionierte Wanderer Horst Grigat, vom Abteilungsleiter der Handballer Jürgen Behler, zum Dank einen Gutschein für zwei Personen zu einer Bierwanderung und einen gravierten Bierkrug zur Erinnerung.
Horst hat aber nicht vor sich aufs Altenteil zu setzen, sondern ist auch weiterhin mit und für die Handballer an Maiwanderung, Johannismarkt oder Weihnachtsfeier etc. aktiv.
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Herbert Köller aus Stadtallendorf | 04.05.2016 | 17:01  
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