Akutschmerzdienst im Klinikum Gehrden und Springe

In den vergangenen Jahren hat die perioperative Akutschmerztherapie in den Krankenhäusern einen hohen Stellenwert erlangt. Das Jahr 2011 wurde von der Deutschen Schmerzgesellschaft zum Jahr gegen den Akutschmerz ausgerufen, da langjährige Erhebungen zeigten, dass Patienten in deutschen Krankenhäusern zu einem hohen Prozentsatz vermeidbare starke Schmerzen erleiden.

In den KRH-Kliniken Robert-Koch Gehrden (RKK) und Springe haben es sich die Mitarbetier zur Aufgabe gemacht, die Situation für die Patienten in der perioperativen Phase zu verbessern. Das erarbeitete Managementsystem beinhaltet festgelegte Schmerzmess-, Schmerzdokumentations- und Schmerztherapiekonzepte und bildet in idealer Weise ein QM-System und den Nutzen für die Patienten ab. Nach intensiver Vorbereitung mit Dokumentenerstellung, Mitarbeiterschulungen, etc. startete das RKK im Mai 2013 mit dem Aufbau eines Akutschmerzdienst (ASD). Barbara Lehmann-Dorl, geschäftsführende Oberärztin der Anästhesie Gehrden /Springe, und Justine Zetaic, Fachkrankenschwester Intensiv/Anästhesie, algesiologische Fachassistentin, begannen mit der Betreuung der operativen Stationen in Gehrden und bald auch im Springer Krankenhaus.

Der ASD versorgt täglich primär alle postoperativen Patienten mit Schmerzpumpen an peripheren Nervenkathetern, Periduralkathetern und bei intravenösen Schmerztherapien. Außerdem werden durch eine postanästhesiologische Visite die angewandten Schmerzstandards der unterschiedlichen chirurgischen Fachabteilung überprüft und optimiert. Der ASD hat sich zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt in der interdisziplinären Versorgung der Patienten entwickelt und ist im Klinikalltag nicht mehr wegzudenken.

Am 4. Juni beteiligte sich der ASD zudem am bundesweiten Aktionstag gegen Schmerz, der von der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. und ihren Partnerorganisationen auf die lückenhafte Versorgung von über 13 Millionen Menschen aufmerksam machte, die an chronischen Schmerzen leiden. Aus einem nicht ausreichend behandeltem Akutschmerz kann sich ein chronischer Schmerz entwickeln, der dann nur schwer und komplex zu behandeln ist. Das Angebot umfasste Informationen zur Prophylaxe und Therapie von akuten und chronischen Schmerzzuständen, diente auch der Öffentlichkeitsarbeit und wurde von Patienten und ihren Besuchern sehr gut angenommen. Verstärkt wird das Team inzwischen von weiteren ausgebildeten Pain Nurses. Der ASD hat unter anderem die Aufgabe, die angewandte Schmerztherapie durch Dokumentationsaudits, Schmerzkonferenzen mit den Schmerzbeauftragten der Fachabteilungen, Fortbildungen und Patientenbefragungen zu evaluieren.

Die Einführung eines Akutschmerzdienstes hat in den letzten sechs Monaten zu einer positiven Entwicklung in der Beziehung Patient – Pflege – Arzt im Hinblick auf die Schmerztherapie geführt. Das Team freut sich weiterhin auf eine intensive, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Kommunikation und ist für Fragen und Kritik jederzeit offen. Sie sind von Montag bis Freitag unter den Rufnummern 05108-69-62634 (Gehrden) oder 05041-775-2947 (Springe) erreichbar.

Text: Jolante Strelitzki und Justine Zetaic
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