Nachruf auf Jörg Roger Hische - Alles ist vergänglich

Springe (BPA) Bei kaum einer anderen Familie sind Erfolge und Tragödien so eng verbunden wie bei Familie Hische in Springe-Bennigsen. Erst stirbt 2009, kurz vor Weihnachten, der im ganzen Dorf beliebte Henning Hische, nun folgt ihm plötzlich und unerwartet sein Bruder Jörg Roger.

Als ich Jörg Roger Hische im Jahr 1995 kennenlerne, ist er Leiter des Streifen- und Einsatzdienstes in Barsinghausen. Auch politisch engagierte er sich in dieser Zeit und war unter anderem Ortsbürgermeister in unserem Süllbergort Bennigsen. Im September 2002 beendet Hische seine Laufbahn in der Landespolizei als Polizeihauptkommissar. Wir treffen uns einige Male in Bennigsen, aber es verläuft nicht nur alles im Einklang (rufen Sie mich mal an, wir müssen reden), wir haben auch unsere Differenzen. Nie verlieren wir uns aus den Augen: Roger Hische wird am 23. September 2001 zum Bürgermeister von Springe gewählt.

Jörg Roger Hische hat nie einen Hehl aus seiner Meinung und seinen Gedanken gemacht, er war kein Mime, er blieb immer er selbst – mit allen Ecken und Kanten (Austritt aus der CDU, danach parteilos). Einige Male vergriff er sich im Ton, hatte aber die Werte, sich umgehend zu entschuldigen. Nicht immer sorgte das für große Begeisterung, schon gar nicht im Rat. Zu groß war der Neid auf all das, was er besser machte und auch konnte! Noch in der letzten Ratssitzung sollte sein allgemeiner Vertreter Gerd-Dieter Walter mit einer Erhöhung seines Gehaltes von A 14 auf A 15 belohnt werden, doch die CDU wollte ihm wohl in einer nicht öffentlichen Sitzung einen Denkzettel verpassen, und versagte die Gefolgschaft.

Am 11. September 2011 kandidierte Roger, inzwischen parteilos, erneut für das Amt des Bürgermeisters und gewann mit großem Vorsprung. Doch am 13. Februar 2015 verkündet er mit einer Mail, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, seinen Rücktritt zum 31. Oktober 2016, um zur Kommunalwahl im Herbst 2016 einen Nachfolger wählen zu lassen. Roger hatte gesundheitliche Gründe angegeben, da er bereits seit einiger Zeit unter Herzrhythmusstörungen litt.

"Alles hat seine Zeit", hatte Hische seine Rücktritts-E-Mail überschrieben. Von seiner jüngsten Operation in Bad Oeynhausen hatte er sich gut erholt und war auf dem Weg der Genesung. Eine Reha in Bad Pyrmont tat ihm gut und förderte seinen Heilungsprozess. Als er am Freitag von dort wieder in Bennigsen eintraf, fühlte er sich gestärkt in dem Gedanken, in zwei Wochen wieder arbeiten zu können. Nur wenige Stunden später hörte das Herz des Springer Bürgermeisters auf zu schlagen, viel zu früh! Danke für alles, Jörg Roger Hische.
Die Trauerfeier für Jörg Roger Hische findet am Mittwoch, 29. Juli, um 11 Uhr in der St. Martinskirche in Bennigsen statt. Die Beisetzung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis. Mit Auszügen von Markus Hugo (l.on)
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