Drei Wahrheiten unseres Energieministers Sigmar Gabriel

... deutliche Worte des Energieministers Sigmar Gabriel. Gesagt, gedruckt, gesendet am 17. April 2014 ...

Es war ganz sicher keine Karnevalsprunksitzung am 17. April letzten Jahres, auf der Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel eine launige Büttenrede halten sollte. Nein, er war Gastredner auf einer Tagung der Firma SMA-Solar in Kassel mit Führungskräften und Gästen. Das war natürlich starker Tobak für den Gastgeber. Die drei Wahrheiten des Ministers lassen den Schluss zu, dass er Klarheit hatte, was wirklich mit der verkorksten Energiewende los war, dass er wusste:

• Dass die Energiewende von hinten aufgezäumt worden ist.

• Er weiß, dass für den Netzausbau tausende Kilometer Nieder-, Mittel- und Hochspannungsnetze gebaut werden müssen.

• Er weiß, dass große Speicher für den schwankenden „grünen“ Strom aus Sonne und Wind fehlen und schleunigst gebaut werden müssen.

• Er weiß, dass der Ausbau der Regenerativen schon heute an seine physikalischen Grenzen gestoßen ist.

• Er weiß, dass die Energiewende ein Milliardengrab ist, dass den Stromverbrauchern das Geld aus der Tasche gezogen wird.

• Er weiß, dass unsere EU-Nachbarn nicht im Traum daran denken, aus der Atomenergie auszusteigen.

• Er weiß, dass trotz deutschem Atomausstieg weiterhin Atomstrom aus unseren Steckdosen fließen wird.

• Er weiß, dass Deutschland nach 2023, also wenn das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz ist, über 150 Atomkraftwerke in Europa weiter in Betrieb bleiben und neue gebaut werden.

Es kommt noch schlimmer.



Wirtschaftsminister Gabriel weiß auch, warum uns die meisten Länder Europas für bekloppt halten. Weil wir einerseits den „grünen“ Strom verschenken müssen, da Deutschland weder große Speicher für den „Grünstrom“ noch ausreichende Netzkapazitäten hat.

Die Folge: Grünstrom wird zusehends mehr über Netzkupplungen in die Netze unserer europäischen Nachbarn gelenkt. Insbesondere Holland profitiert auf kurzem Weg vom entwerteten Windstrom, der an der Nordseeküste produziert wird. Über 20 Milliarden Kilowattstunden fast geschenkter Strom sind gewiss kein Pappenstiel. Aber was soll‘s, die deutschen Stromverbraucher müssen mit Milliarden Euros für diese verfehlte „Energiewende-Politik“ zahlen.

Dass mit dem Zubau von Solar- und Windenergieanlagen auch die EEG-Umlage kräftig steigen wird, ist ein unvermeidliches Übel, solange die Vergütungsorgie insbesondere für Solar und Wind weiter anhält. Die Warnungen der Industrie werden geflissentlich überhört. Zwar bekommen stromintensive Industrien Rabatte auf die EEG-Umlage, das ist aber nicht die Lösung zur Festigung des Industriestandorts Deutschland.

Nach Dänemark hat Deutschland die höchsten Strompreise in der EU (siehe Grafik). Wir müssen damit rechnen, dass stromintensive Branchen ins europäische Ausland oder anderswo hin, wo es keine Staatsregulierung der Strompreise gibt, abwandern. Dann haben es die „Energiewende-Polit-Kommissare“ endlich geschafft, das Deutschland sich selbst abschafft.
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Werner Szramka aus Lehrte | 22.01.2015 | 11:52  
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Friedrich Schröder aus Springe | 22.01.2015 | 12:03  
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Achim Linck aus Springe | 22.01.2015 | 12:23  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 22.01.2015 | 17:34  
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