Waffenscheinpflichtige Kunst am Oberntor?
Über Kunst lässt sich trefflich streiten. Mal kommt sie in Gestalt verbogener Rohre daher, mal als ansehnlich gestalteter Brunnen. Und nun ist es ein stählerner „Kamelsattel“, der als Kunstwerk eines ambulanten Schmiedelabors das Interesse auf die Schmiedekunst lenken soll. So weit so gut. Aber nicht zu Ende gedacht. Das Futter des Sattels sind scharfkantige viereckige Stahlplatten, deren Spitzen dazu größtenteils nach außen gebogen sind. In ihren Zentren sind Namensplatten angebracht von jenen, die dieses Experiment mitgestaltet haben.
Aber was ist eigentlich so bemerkenswert an dem Kamelsattel? Bemerkenswert ist die Gedankenlosigkeit des Künstlers sowie jener Rathausmanager, die das Aufstellen dieses gefährlichen Monsters betrieben haben. Sie bringen damit die Kinder, die dieses „Kunstwerk“ ganz sicher als Spielgerät betrachten, in unmittelbare Gefahr. Kinder sind nicht zu halten, wenn es etwas zu entdecken gilt. Kinder entwickeln Eigendynamik, auf die ihre Begleiter oft keinen Einfluss haben.
Ganz sicher gibt es keine Unbedenklichkeitbescheinigung für dieses verunglückte Modell, das ganz sicher auch nicht mit einer TÜV-Plakatte ausgestattet, geschweige denn vom Sicherheitsbeauftragten der Stadt abgenommen worden ist. Verschlimmert wird diese Gedankenlosigkeit durch die Tatsache, dass der Kamelsattel gleich vor einem Laden mit Kinderspielzeug und einem Eiscafé platziert ist. Ein Schaukelpferd gleich daneben lädt ein, auch den Sattel zu besteigen – aber welche Folgen könnte das haben? Schnitte und Risse in hübschen Kindergesichtern? Vernarbte Beine oder gar Schlimmeres?
Liebe Verantwortliche: Dieses Kunstwerk gehört wegen seiner Gefährlichkeit hinter Schloß und Riegel, und zwar umgehend.
für Herrn Friedrich Schroeder:
Ihr Artikel verrät durch die Art der Diktion nicht nur Sorge um neugierig spielende Kinder sondern neben Mißachtung auch eine
eingeschränkte Sicht im Hinblick auf Kinder.
Es ist nämlich so: im Rahmen der Ideenexpo war das Schmiedelabor ein Magnet für eben diese Gruppe, die Sie zu schützen suchen. Mädchen und Jungen vom Vorschulalter bis zum jugendlichen Alter arbeiteten an diesem Objekt mit glühenden Eisen, an feurigen Essen, benutzten Hämmer und Zangen, schliffen am Stein, bohrten Metall und schweißten mit. Nicht eines dieser Kinder hat sich während dieser Tätigkeit nennenswert verletzt, ebenso wenig wie in den schon davor ( auch in Springe) gewesenen Projekten mit jungen Leuten. Das Objekt wurde umrundet, bewerkelt und berührt, ans Reiten dachte niemand.
Der Gedankenfülle des Springer Künstlers Andreas Rimkus ist es zuzuschreiben, dass diese vielen Kinder mit starken und wertvollen Erlebnissen und Erfahrungen nachhause gingen und am folgenden Tag oft wieder da waren um weiter zu schmieden. Sie wollten mithelfen ein Schiff zu bauen. Der Bug ist in dieser Zeit geschafft worden, weitere Teile werden anderenorts dazu entstehen. Zum Schluss soll eine 8 Meter lange "Arche fürs Schmieden" zeigen, dass in vielen jungen Menschen lebendiges Wissen um eine alte, schützenswerte Kunst wach geworden ist.
Man soll Kinder nicht unterschätzen. Und jede potentielle Gefahr gleich hinter Schloss und Riegel bringen zu wollen verhindert
die Entwicklung von lebenswichtiger Einschätzung und entsprechendem Verhalten. Und das, werter Herr Schröder, ist ein wichtiges pädagogisches Ziel. Das juristische Sicherheitsbedürfnis darf diesen Punkt nicht gänzlich übersehen und in vorauseilendem Eifer alles aus dem Feld bringen wollen, was möglicherweise zum Problem werden könnte. Konsequent gedacht wäre nicht nur unsere Innenstadt, sondern auch unser gesamtes Leben da um Einiges ärmer. Im Übrigen ist Respekt vor anderer Sichtweise und der Verzicht auf unterschwellige Abwertung auch ein pädagogisches Ziel.
Es grüßt Sie Ingrid Kurzawa-Do
Dieses Objekt in der Öffentlichkeit ohne Schutzgitter aufzustellen, grenzt an versuchte, gefährliche Körperverletzung nicht nur an Kindern.
Und zu Kommentaren wie, 'Eltern müssten eben besser auf Ihre Kinder aufpassen' muss nichts hinzugefügt werden.
Übrigens mann sollte Springe langsam in 'Rimkus-Town' (wörtlich) umtaufen.
Noch ein Ruf nach Gitter, Schloss und Riegel!
Und noch ein Versuch den Springer Künstler in Misskredit zu bringen
und zwar unter dem Mantel der Besorgnis-diesmal nicht nur wegen der Kinder!
Ich wiederhole mich:
Es gibt verschiedene Handlungsmuster in Bezug auf verschiedene Objekte.
Dies zu lernen und zu akzeptieren scheint mir lohnend- nicht nur für Kinder.
Es ist mir nicht verständlich warum so viel "Gift gesprüht" wird. Wer sich mit den dahinter stehenden Ideen auseinandersetzt ( und über die Homepage von Herrn Rimkus ist das jederzeit möglich) der versteht vermutlich mehr und weiß zu schätzen, dass Springe dessen Heimatort ist.
Gitter, Schloss und Riegel sind verarbeitenswerte Materialien. Möglicherweise haben Sie nicht erkannt worum es mir hier wirklich geht. Nämlich um Verhinderung einer Verletzungsgefahr! Nicht um Misskredit, Mäntel, Handlungsmuster und Giftspritzen oder Vorschriften für Tun oder Lassen. Es geht um dieses eine Objekt, ohne Wertung. Kunst erschließt sich dem Blickwinkel des Betrachters. Kunst läßt sich nicht verordnen. In klarer Kunststoffform ließe sich das Objekt gefahrlos von Jedermann- und Kind erkunden. Es geht hier nicht um Leistungen und Inniativen des Herrn Rimkus.
Wenn so etwas frei auf einer Baustelle stünde, würde sofort die Gewerbeaufsicht einschreiten...
Für Kinder ein absolutes Gefahrenpotenzial. Man beachte nur die nach außen gebogenen Plättchenenden. Na, wenn da mal ein Kind reinfällt, dann sind auch die Stadt und der "Schmiedekünstler" reingefallen.
Wieviel unsachgemäße "Schmiedekunst" müssen wir in Springe noch ertragen...?
Ich habe nichts gegen die Schmiedekunst oder dem Schmiedekünstler Herrn Rimkus, aber hier steht etwas was hier nicht hingehört...!
Und außerdem wird hier noch ein Parkplatz geopfert.
Oder ist das ein Denkmal für den Shantychor "Die Hallerschipper"...?
denn einige Ratsmitglieder sind ja aktive Sänger in diesem Chor.
Gesetzt den Fall
Gesetzt den Fall, der Bug stünde bis zum Frühjahr 2010 an seinem jetzigen Ort in der Fußgängerzone Bereich Oberntor vor Eiscafe’ und Spielzeugladen.
Gesetzt den Fall, tollende Kinder würden sich an der experimentellen Schmiedearbeit verletzen.
Gesetzt den Fall, wir bekämen einen eisigen Winter.
Gesetzt den Fall, Schnee- und Eisräumen würde in der bekannten Weise betrieben.
Gesetzt den Fall, junge, ältere und alte Menschen oder gar Gebrechliche würden auf glatten Flächen straucheln, ausrutschen und gegen die scharfkantige Oberfläche des Bugs knallen.
Gesetzt den Fall, das geschähe des Nachts, wenn sonst niemand auf der Straße ist.
Was die Kinder angeht, so bestünde ja die elterliche Aufsichtspflicht.
Was die anderen angeht, Erwachsene wie Behinderte, die könnten ja auf sich selbst aufpassen.
Das würde auch für die Nachtwanderer gelten.
Aber was ist bei Schnee und Eis? Wer wäre dann für die Kolateralschäden verantwortlich?
Es geht also nicht um Kunst, nicht um beliebige Zuweisung der Verantwortung, sondern schlicht um die öffentliche Sicherheit.
Vorbeugen ist besser als heilen.
Ich finde so viel "wohlmeinende" Besorgnis besorgniserregend,
dies aber nicht im Hinblick auf strauchelnde, rutschende, fallende, stürzende
Menschen ( die Hunde wurden übrigens in der Aufzählung der Gefährdeten
vergessen) sondern im Hinblick auf die Tendenz versteckten Unmut im sauberen Mäntelchen zu präsentieren.
Ingrid Kurzawa-Do
Zitat von Herrn Schneider
>Es geht also nicht um Kunst, nicht um beliebige Zuweisung der Verantwortung, sondern schlicht um die öffentliche Sicherheit. <
Es geht also um die öffentliche Sícherheit?
Lieber Herr Schröder, wenn Sie schon von der öffentlichen Scherheit sprechen, dann werden Sie bestimmt verstehen warum wir hier http://www.myheimat.de/springe/kultur/egestorfs-vi... eine, für alle Anwohner und die Veranstalter, akzeptable Lösung finden wollen!
Im Falle der Schmiedekunst scheine Sie ja derjenige zu sein, der Kunst verhindern will!



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