Mailesung 2014 im Bennigser Bahnhof

Peter Kimmel, Vorsitzender des R-v-B-Fördervereins, begrüßt Gäste und Autoren (Foto: W. Nieschalk)
 
Wolfgang Nieschalk aus Rössing (Foto: U. Kühn)
Am 09. Mai 2014 abends goss es wie aus Kübeln, und um 19 Uhr waren erst zwei Zuhörer zur Lesung in der R-v-B-Bücherei im Bennigser Bahnhof erschienen. Das kann ja heiter werden, dachte Karlfried Rose, der dort zusammen mit seinen Mitautoren seit neun Jahren auf Einladung des R-v-B-Fördervereins eigene Kurzgeschichten und Gedichte vorträgt. Aber seine Fans ließen ihn nicht im Stich, und um 19.30 Uhr war die Empore der Bücherei mit mehr als 30 Gästen gut gefüllt, die gespannt auf neue Lesebeiträge warteten.

Nachdem sich der Calenberger Autorenkreis im Laufe der Jahre auf 13 Mitglieder vergrößert hat, war von denen der Wunsch geäußert worden, in Bennigsen zukünftig mit 3 statt wie bisher mit 2 Autoren anzutreten, auch um den Abend abwechslungsreicher und bunter zu gestalten. Dieser Gedanke wurde von den Zuhörern mit Zustimmung aufgenommen, wie der Verlauf der Veranstaltung zeigte. Neben Karlfried Rose aus Bennigsen traten dieses Mal der Nestor und Mitbegründer des Autorenkreises, Wilhelm Stenzel aus Barsinghausen, sowie Wolfgang Nieschalk aus Rössing an.

Den Reigen der Beiträge eröffnete Wolfgang Nieschalk mit 3 kurzen Geschichten, die er alle 14 Tage für der Rubrik „Die kleine Geschichte“ in der Leine-Deister-Zeitung verfasst und in denen er in humorvoll-nachdenklicher Form zur Freude seiner Leser ganz alltägliche Geschehnisse beleuchtet. Nach der Pause widmete er sich mit seinen Beiträgen einem seiner zahlreichen Liebhabereien, dem Segeln. Besonders die Naturschilderungen aus Sicht des Skippers, die Beschreibungen der Wetterphänomene z.B. bei einer Mittelmeerfahrt, beeindrucken den Hörer und malen ein anschauliches und detailtreues, buntes Bild der Natur und des Menschen, der sie erlebt.

Auch in seinem 87. Lebensjahr gelingen Wilhelm Stenzel immer noch eindringliche Gedichte und auch Kurzgeschichten, in denen er sich mit dem uralt-ewigen Thema der Beziehung von Mann und Frau auseinandersetzt, in eher ruhig-kontemplativer Form seine Natureindrücke wiedergibt oder - zunehmend - sich mit dem eigenen Älterwerden und Vergehen auseinandersetzt. Die Kurzgeschichten trug er selbst vor, für die Gedichte lieh ihm Gabriele Rose, inzwischen selbst Mitglied des Autorenkreises, ihre Stimme.

Den 100 Kurzgeschichten und 4 Gedichten, die er seit der ersten Lesung im Jahre 2006 in Bennigsen gelesen hat, fügte Karlfried Rose an diesem Abend 4 weitere Kurzgeschichten und 3 Gedichte hinzu. Zwei humorvolle Erzählungen spiegelten Erfahrungen wider, die wohl auch manche der gespannt Lauschenden in ihrem Ehealltag gemacht hatten, sei es die Nibelungen-Treue des Mannes zu seinen ihm seit Jahren vertrauten Kleidungsstücken, sei es sein letztlich vergebliche Bemühen, die Frauen, insbesondere seine eigene Lebensgefährtin, wirklich zu verstehen. Drei abschließende Gedichte setzten sich mit dem Schreiben von Gedichten oder Geschichten auseinander und zeigten, wie eng bei dem Bemühen, das rechte Wort zu finden, Hoffen und Verzweifeln beieinander liegen.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgten wie immer Elvira und Hartmut Rieck, die auch an diesem Abend staubtrockenen, „reinen Wein einschenkten“.
Herzlicher Applaus der Zuhörenden während und nach den Beiträgen sowie Präsente in Form einer Flasche Wein an jeden der Mitwirkenden durch den Vorsitzenden des R-v-B-Fördervereins, Herrn Peter Kimmel, waren ein willkommenes Dankeschön und machen Mut, diese Veranstaltungen für die Bürger Bennigsens fortzusetzen.

Die nächste Autorenlesung des Calenberger Autorenkreises in Bennigsen findet am Freitag, den 26. September 2014, um 19.30 Uhr statt. Dann werden Ursula Kühn aus Weetzen und Uwe Märtens aus Rodenberg zusammen mit Karlfried Rose aus ihren Werken lesen.

(R-v-B-Förderverein = Verein zur Förderung des Andenkens an Rudolf von Bennigsen)

Weitere Informationen siehe unter: www.calenberger-autorenkreis.de
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