Der Quilisma Kinder- und Jugendchor Springe singt "Die Paulusreise"

Die Paulusreise mit dem Quilisma Kinder- und Jugendchor Springe
 
Die St. Andreas Kirche Springe in der Dämmerung

Springe: St.Andreas-Kirche | Das Plakat an der Straße sprach mich an, und so habe ich mir eine Eintrittskarte für das Musiktheaterstück "Die Paulusreise" für Samstag, den 5. November besorgt. Auch im Deister-Anzeiger hatte ich über den Quilisma Kinder- und Jugendchor und das neue Projekt gelesen. Ich war gespannt, wie die Kinder diese Geschichte in Gesang, Sprache und Bewegung umsetzen würden - und wurde nicht enttäuscht!

Das Innere der St. Andreas Kirche war nicht wieder zu erkennen. In der Mitte zwischen Altar und Orgel war eine Art riesiger Laufsteg aufgebaut worden, ein stilisierter Schiffsbug ragte in den Raum, der in blaues Licht - das Meer andeutend - getaucht war.
Auf dem Bug stehend erzählt der "alte" Paulus (Lorenz Mahnke) dem Chronisten Lukas (Jonas Wehrhahn) seine Geschichte in Rückblenden. Sie sind auf dem Wege nach Rom:

Jetzt ertönt die Musik, gut gespielt von einer Combo, bestehend aus Klavier, Geige, Cello, Percussion, Klarinette. Die Kinder und Jugendlichen des Chores betreten die Bühne und das Leben des reisenden Apostels rollt vor unseren Augen ab.
Diesen jungen, ehrgeizigen Paulus von Tarsus, der mit Feuereifer erst gegen die Christen und nach seiner Bekehrung für sie eintritt, spielt und singt Christian Scholl überragend, gekonnt und textsicher. Eine großartige Leistung!
Aber auch die Freunde Petrus, Barnabas, Silas und Timotheus werden von Johannes Wüstefeldt, Tom Dillner, Jonas Bernhardt und Leah Marie Erdmann überzeugend dargestellt. Anton Gasch als König Agrippa darf sogar von der Kanzel herab seine Entscheidung treffen, Paulus nach Rom zu schicken.
Gut gefallen auch Julia Lottig als Elymas und Jan Bennet Jürgens-Winkler als Johannes Markus.
(Allerdings hätte ich mir einige Stimmen etwas lauter gewünscht; sie waren auf meinem relativ schlechten Platz Nr. 184 im Seitenschiff kaum zu verstehen.)

Der übrige Chor, der das Volk der bereisten Länder darstellt, überzeugt durch gewohnt hohe Musikalität und schauspielerisches sowie tänzerisches Talent.

Den Text dieses Theaterstücks hat Michael Lohmann geschrieben, der auch Regie führt. Er wollte eine Geschichte über diesen "Apostel der Völker" finden, die von Kindern verstanden wird und hat die Freundschaft und Gemeinschaft in den Mittelpunkt gestellt. "Das, was Paulus von den Freunden lernen konnte, war das, was er auf seiner Reise gewann" schreibt Michael Lohmann.

Die genau auf den Text abgestimmte Musik hat Oliver Gies komponiert, der auch das Musical "Elias jazzt" (2003) schuf. Therese Palow, die musikalische Leiterin, schreibt dazu: "Die ersten Takte Musik, die in der Paulusreise erklingen, öffnen nicht nur den imaginären Vorhang in die Vergangenheit, sondern versetzen uns auch an Ort und Stelle des Geschehens - in den Orient" und "Die übermäßige Sekunde der harmonischen Molltonleiter ruft sofort Bilder von Schlangenbeschwörern und Wüstenstaub vor das innere Auge, die uns das ganze Stück über begleiten" und weiter "So ist die Paulusreise vom ersten bis zum letzten Wort, vom ersten bis zum letzten Ton ein Gesamtwerk, das Zuhörende wie Ausführende mit auf eine eindrückliche Reise nimmt."

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Erwähnt werden muss allerdings noch, dass neben Therese Pahlow selbstverständlich Stephan Doormann die Leitung innehatte und die Organisation der Veranstaltung in den bewährten Händen von Barbara Waltsgott lag.

Das Publikum in der voll besetzten Kirche spendete zum Abschluss lang anhaltenden Applaus.
Ich ging, zufrieden mit dem gelungenen Abend, durch die hell erleuchtete Stadt nach Hause.

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