AUS SEINER SICHT -- Kreuzweg 2011

Wie bei der Bilderserie: Sie zeigen ihm den Rücken und gehen Ihren Weg -- hier aber mit seinem Kreuz

Springe: Kapelle | AUS SEINER SICHT -- Kreuzweg 2011

Sich auf einen Weg begeben, zu Fuß, mit einem großen Kreuz voran getragen, offen auf der Straße. Seit 1995 gibt es im östlichen Bereich der Stadt Springe einen aktiven Kreuzweg. Dazu laden in jedem Jahr die evangelischen Kirchengemeinden und die katholische Kirchengemeinde zwischen Saupark und Finie ein.
Auch in diesem Jahr startete dieser Weg in der landschaftlich so dominierend stehende ehemalige Klosterkirche. Schon der Weg dorthin erfordert für die Teilnehmer die Entscheidung: "Wie gelange ich dorthin?" - Einige Teilnehmer kommen für eine oder zwei Stationen dazu und treten dann wieder den Heimweg an. Etwa zwanzig Menschen war es in diesem Jahr, die den Weg vom Anfang bis zum Ende durchgehen mochten. Bergauf und Bergab, auf Feldwegen und auf öffentlichen Straßen. Stationen waren die kleinen Kapellen in Boitzum und Holtensen, die Friedhofskapelle in Eldagsen und die die Alexandri- und Allerheiligenkirche in dieser Stadt.
Unter dem Titel "AUS SEINER SICHT" hatte das deutschlandweit aktive Team der evangelischen und katholischen Jugend zusammen mit dem Theologen und Künstler Stefan Weyergraf ein ausdrucksstarkes Projekt erarbeitet. Bilder, die sich aus dem Blickwinkel des leidenden Jesus auf die Menschen seiner Zeit zuwenden. Jeder mit seiner eigenen Ausdrucksform, mit seiner Trauer und seinem Stress; Auch der Hass und die Machtliebe ließen die Betrachter einnehmen. Gleich zu Beginn faszinierte der Kuss des Judas. Die Sonne dieses Tages machte es scheinbar unmöglich das Lichtbild in der großen Westkirche von Wittenburg zu erkennen - es blieben dennoch die gespitzten Lippen des Judas beständig sichtbar - wie eine Bedrohung.

Auch die Texte hatten es in sich und rührten durchaus die eigene Person an. So lauteten Worte der 6ten Station: "Ist überhaupt noch jemand da? Wie lange muss ich noch aushalten?- Nein - ich werde den Glauben nicht verlieren weder den Glauben an mich noch den Glauben an dich, mein Gott. Zu dir kann ich rufen in der Gewissheit, dass du mein Beten hörst. Ich dürste nach dem Leben bei dir.

Der Weg aber auch war das Ziel - die kleinen Gespräche am Rande; leise und oft sehr persönlich, tastend und doch auch frei. Und so kam es auch für die Teilnehmenden am Ziel nach der letzten Station wie gerufen, gemeinsam am Tisch bei heißem Früchtetee die Gedanken baumeln zu lassen, - Und darum war es auch selbstverständlich, dass für den Heimweg zu den verschiedenen Orten rundherum ein Weg gefunden wurde - Keiner wurde vergessen!

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