Delegiertenversammlung 2015 des Feuerwehrverbandes Region Hannover e.V.

Delegierte und Gäste im Otto-Hahn-Gymnasium in Springe
 
Impulsvortrag durch Doris Schröder-Köpf
Springe: Otto-Hahn-Gymnasium | Impulsvortrag von Doris Schröder-Köpf zum Thema „Integration und Migration in der Feuerwehr“ steht im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung 2015 des Feuerwehrverbandes Region Hannover e.V. im Springer Otto-Hahn-Gymnasium


Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Ortsfeuerwehr Springe und des 50-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Springe waren über 150 Delegierte zur Jahresversammlung des Feuerwehrverbandes Region Hannover e.V. in die Deisterstadt Springe gekommen.

Höhepunkt der Veranstaltung war der Impulsvortrag von Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, zum Thema „Integration und Migration in der Feuerwehr“. Dabei betonte sie zunächst den Stellenwert der Freiwilligen Feuerwehren in der Region Hannover: „Helfen ist nicht Ihr Beruf, sondern Ihre Berufung und in den Freiwilligen Feuerwehren sind alle Schichten der Gesellschaften vertreten.“ Durch den steigenden Anteil von Zuwanderern an der Bevölkerung, stimme dies jedoch nicht mehr so ganz. Unter Einbeziehung der nachkommenden Generationen haben rund 23 % der niedersächsischen Bevölkerung einen Migrationshintergrund und sind bei weitem nicht in diesem Maße in den Feuerwehren vertreten. Genaue Zahlen darüber gibt es jedoch nicht. „Die Potenziale der Zuwanderer werden bisher für unsere Gesellschaft viel zu wenig genutzt, auch bei den Feuerwehren“, betonte Schröder-Köpf. Sie rief daher dazu auf, unterstützt durch entsprechende Konzepte des Landes und des Landesfeuerwehrverbandes so-wie der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr, verstärkt auf die Migranten zuzugehen. Hier müssten oftmals erst Vorbehalte gegen die uniformiert auftretenden Feuerwehren ausgeräumt und Vertrauen aufgebaut werden, da in den Herkunftsländern schlechte Erfahrungen mit Uniformträgern gemacht wurden. Diese wurden vielfach als staatliche Repressionsorgane erlebt. Als positives Beispiel einer gelungen Teilhabe nannte Doris Schröder-Köpf die Jugendfeuerwehr Lehrte, in denen auch Jugendliche aus Kenia, der Türkei und England mitmachen und auch den Weg in die Einsatzabteilung finden. Damit machte sie den Freiwilligen Feuerwehren in der Region Mut, sich den Zuwanderern zu öffnen und sich der Aufgabe der Integration zu stellen. Hier unterstützt auch die niedersächsische Imagekampagne www.ja-zur-feuerwehr.de, die mit mehrsprachigen Informationen auch die Entscheidungsträger in den oftmals noch patriarchischen Migrantenfamilien erreichen will. Diese muss, so Hanko Thies, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz in der Polizeidirektion Hannover, auch als Daueraufgabe verstanden werden. Damit griff er die Anregung vom Vorsitzenden des Feuerwehrverbandes Region Hannover e.V., Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing aus Wennigsen, auf.

Ein weiteres Thema, das die Delegiertenversammlung des größten Mitgliedsverbandes im Landesfeuerwehrverband sehr beschäftigte, war die unbefriedigende Ausbildungssituation an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK). Der Verbandsvorsitzende Karl-Heinz Mensing beklagte die äußerst niedrige Zuteilungsrate bei den Lehrgängen, die für die Region Hannover bei nur rund 35% liegt. Darauf ging dann auch Cora-Jeanette Hermenau, Dezernentin bei der Region Hannover ein, die berichtete, dass Innenminister Boris Pistorius in einem Schreiben die Angelegenheit zur Chefsache gemacht hat. Ulf Günter, Branddirektor im Niedersächsischen Innenministerium ein, berichtete als Resultat eines Spitzentreffens im April von konkreten Überlegungen die aktuelle Situation zu verbessern. Klaus-Peter Grote, Vize-Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, forderte zudem, dass für die Komplettverlegung der NABK von Celle nach Scheuen zusätzlich zu Mitteln der Feuerschutzsteuer Landesmittel herangezogen werden müssen, da das Vorhaben sonst frühestens in 10 Jahren zu realisieren wäre.

Zum Abschluss der Versammlung wurden vom LFV-Vizepräsidenten Klaus-Peter Grote die Kameraden Hartmut Jagau (Ortbrandmeister in Abbensen –Gemeinde Wedemark) und Michael Hel-fers (Ortsbrandmeister in Brelingen – Gemeinde Wedemark) für ihre besonderen Verdienste mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. Der langjährige ehemalige Garbsener Stadtbrandmeister wurde ebenso wie der langjährige ehemalige Uetzer Gemeindebrandmeister Reiner Kobbe von Karl-Heinz Mensing zum Ehrenmitglied des Feuerwehrverbandes Region Hannover e.V. ernannt. Die Versammlung schloss dann mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne durch alle Delegierten und Gäste, begleitet durch den Musikzug der Ortsfeuerwehr Springe unter der Leitung von Dieter Hoffmann.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.