Route 57 für Fahrradfahrer

Die Höherstufung der sog. Route 57 im Bundesverkehrswegeplan beruht unter anderem auf dem massiven Einsatz der lokalen Politik und Wirtschaft. Für die Berücksichtigung des Radverkehrs kann man sich leider nur einen Bruchteil dieser Unterstützung wünschen. Eine einseitige Förderung des motorisierten (fossilen) Kraftverkehrs in einem Umfang von hier 250 Mio. Euro folgt jedoch einem überholten Mobilitätskonzept. Weltweit werden bei Verkehrsprojekten die Belange von Fahrradfahrern zunehmend integrierend berücksichtigt. Dazu gehören z.B. in den USA (!) entwickelte baulich geschütze Radfahrstreifen auf der Fahrbahn (protected bike lanes).
Es ist nun auch im Falle der Route 57 dringend geboten in Verbindung mit aktuellen Planungen für den Kfz-Verkehr gleichwertige Strecken für den Radverkehr umzusetzen, so wie das ja ehedem in leider unzureichender Form beim Bau der HTS geschehen ist. Es kann nur heißen: „Gleiches Recht für Alle“. Dringend zu fordern ist eine parallele steigungsmindernde Radroutenführung zur Erschließung Wittgensteins. Ein Radschnellweg entlang der Route 57 kann die Fahrstrecke um über 30% verkürzen. Pedelecs (25 km/h) und E-Bikes (45 km/h) als kostengünstige, erprobte und praktikable Varianten der Elektromobilität sind bereits in ausreichender Zahl vorhanden um auch weniger sportlich orientierten Menschen eine Nutzung adäquater Strecken zu ermöglichen. Auch weiter entfernte Ziele können damit leicht erreicht werden. Die Nutzung des Fahrrades als umweltverträglichem Verkehrsmittel ist damit längst nicht mehr auf den unmittelbar städtischen Raum beschränkt. Ein entsprechendes Streckennetz ist nötig.
Für den Verlauf der dann nicht mehr stark befahrenen B508, sind zum Schutz des Radverkehrs eine durchgehende Radroute mit Radfahrstreifen, Schutzstreifen abgetrennte Radwegen sowie Tempo 30-Bereichen herzustellen. Diese Strecke dient dann entsprechend den Kfz zur Erschließung des Nahbereichs. Den unglaublichen Aufschwung des Fahrrades in der Region zeigen die Teilnehmerzahlen beim aktuell noch laufenden Fahrradklima-Test. Gemessen an der Einwohnerzahl liegt Siegen momentan gleichauf mit Münster und weit vor Großstädten wie Köln, Hamburg oder Bremen. Die Politik möge dem in Zukunft endlich Rechnung tragen.
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