Von Zellhausen ans Meer

Endlich am Ziel!
 
Die Crew kurz vor ihrem Start auf dem Flugplatz Zellhausen
"Mal ein paar Tage per Motorflugzeug weg!", dachten wir uns. Tim, Philipp und ich wollten mal irgendwohin. Dieser Gedanke kam uns 2015. Letzte Woche war es dann soweit. Die Nordsee sollte es werden.

Genauer gesagt Helgoland, die einzige Hochseeinsel Deutschlands. Wir flogen mit unserer DR400 Régent. Sie kann Segelflugzeuge schleppen, aber auch drei Personen + Gepäck. Und das einigermaßen schnell und komfortabel.

Die Planung eines solchen Trips ist überschaubar. Das Buchen der Unterkunft auf Helgoland-Düne, ein kleiner Bungalow für bis zu vier Personen, mit dem Nötigsten ausgerüstet und nicht sehr teuer. Die Flugplanung umfasst die geplante Route, Lufträume und Ausweichplätze. Wo will man tanken, wie lange reicht der Treibstoff. Man ist ja schließlich ein Weilchen unterwegs und sehr oft über Wasser. Tanken auf den Nordseeinseln will man aus Kostengründen vermeiden, somit tankt man nah an der Nordseeküste, in unserem Fall in der Nähe von Bremen.helgo_5
Am Ende, und das ist mit das wichtigste, muss natürlich das Wetter mitspielen. Und es spielte mit, jedenfalls fast bis zum Schluss.

Am ersten Tag verluden wir alles in die Maschine und brachen auf nach Norden. Meistens FL75 über den Wolken. Entspanntes Reisen...überwiegend per Autopilot. Die Landung bei Bremen auf dem Flugplatz Ganderkesee Atlas Airfield gestaltete sich problemlos. Vollgetankt und frisch gestärkt ging es weiter nach Helgoland, das Wetter war anfangs sehr sehr dunstig über dem Meer und verbesserwürdig. Helgoland war erst spät zu erkennen, doch nach der Ankuft besserte es sich. Den restlichen Tag erkundeten wir die Hauptinsel, die per Boot für kleines Geld zu erreichen ist und ließen den Tag ausklingen. In den Abendstunden ging es nochmal an den Strand. Hier sind Kegelrobben beheimatet, die übrigens recht friedlich sind, wenn man ihnen nicht zu nah auf die Pelle rückt. Dann juckeln sie einfach weiter Richtung Wasser. Noch näher haben wir nicht ausprobiert ;-). 30 Meter Abstand soll man einhalten, das taten wir natürlich.

helgo_4An Tag 2 ging es wieder los. Wyk auf Föhr war das Ziel. Föhr ist die nächste Insel südlich von Sylt und hat im Vergleich zu den anderen kleinerern Inseln viele Einwohner. Der Anflug war aufgrund der steifen Brise holprig, die Landung super. Per Fahrrad ging es vom Flugplatz in die kleine Stadt und zum Südstrand. Eine lange Promenade bestimmt hier das Bild. Nach einem Krabbenbrötchen deckten wir uns mit weiteren Vorräten ein, genossen dort ein paar Stunden und fuhren zurück zum Flugplatz. Bei böigen Bedingungen hoben wir wieder ab mit Kurs Helgoland, unserer Basis. 30 Minuten Flug. Die Landungen auf den recht kurzen Bahnen der Düne ist immer wieder ein spannedes Erlebnis. 100 Std Flugerfahrung auf Luftfahrzeugen und Erfahrung auf kurzen Pisten schreibt der Flugplatzbetreiber vor.
Den Abend verbrachten wir in der Strandbar am Südstrand der Düne. Die Temperaturen waren moderat, aber ausreichend. Später gings zum EM Public Viewing in die Flugplatzkneipe (viele Gäste waren es nicht, und ich glaube alle waren per Flugzeug da ;-) ).

An Tag 3 entschlossen wir uns aufgrund der Wetterlage den Trip um einen Tag zu verkürzen. Sonntag war zu viel Regen angesagt, als dass es ein sicherer Flug geworden wäre. Samstag sah gut aus. Nur über den Mittelgebirgen mussten wir einer Regenfront nach Osten ausweichen. Vorher aber ging es nochmal nach Langeoog. Die Insel lag mehr oder weniger auf dem Weg. Das Wetter war super und wir konnten nochmal gemütlich die Insel erkunden,helgo_1 ehe wir uns dann nach der Mittagspause auf den Heimweg machten. Der Heimflug verlief gut. Wir hatten Wind von hinten, was die Flugzeit verkürzte. Quer ab des Ruhrgebiets mussten wir den Kurs leicht nach Osten korrigieren, um einem großen Regengebiet auszuweichen, dass dunkel in der Nähe thronte. Auch in der Nähe von Frankfurt waren einige Schauer unterwegs. FIS gab uns die Regengebiete durch und nach kurzer Zeit landeten wir wieder sicher in Zellhausen. 2 Stunden Flugzeit von der Küste bis nach Hause. Nicht schlecht.
Alles in allem war die Entscheidung etwas früher heimzufliegnen genau die richtige. Künstlichen Stress ist das letzte was man sich in der Fliegerei machen sollte.

Mal schauen wo es das nächste mal hingeht... ;)


Ein Reisebericht von Alexander Diegel/Luftsportverein Seligenstadt-Zellhausen e.V.
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