Spätestens im Herbst, wenn im Handel diverse Arten von Futter für die freilebenden Vögel angeboten werden, stellen sich viele Vogelfreunde die Frage: Soll ich jetzt schon füttern, oder erst, wenn es Frost gibt oder Schnee liegt ? Bis dato war die ganzjährige Fütterung verpönt oder zumindest umstritten. Auch etliche Natur- und Vogelschutzverbände waren gegen die ganzjährige Fütterung unserer gefiederten Freunde. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die eine ganzjährige Fütterung für sinnvoll halten.
Zu diesem Thema habe ich ein interessantes Interview gefunden, dass "Welt Online" mit Peter Berthold, einem bekannten deutschen Ornithologen geführt hat:
Ich persönlich habe heute zum ersten Mal einige Futterstellen in meinem Garten mit Futter bestückt. Den Meisen hat's anscheinend gut gefallen, denn etwa eine Stunde danach war an allen Futterplätzen reger Betrieb. So konnte ich auch schnell ein paar Fotos "schießen".
Mich würde interessieren, wir Ihr es mit dem Füttern haltet.
> "Mich würde interessieren, wir Ihr es mit dem Füttern haltet"
Gar nicht mehr.
Aber ich habe auch nichts dagegen.
Es ist halt ein netter Spaß für Vogelfreunde und/oder Fotografen.
Und mit Natur oder Vogelschutz hat Füttern nichts zu tun. Da wären Maßnahmen besser, die die Umstände für die Vögel verbessern.
Btw, solche Sprüche, wie die im Interview... "Die Fütterung ist nur ein schwacher Ausgleich dessen, was wir den Vögeln durch die Perfektion unserer Landwirtschaft weggenommen haben. Deshalb haben wir eine moralische Verpflichtung zum Füttern"
...finde ich albern ;)
Denn schon die alte Landwirtschaft der 50er hat doch mit Natur auch schon nichts zu tun gehabt.
Und moralisch verpflichtet? Wieso? Muss ich dann auch Mücken füttern?
Da ich keinen Garten habe, habe ich keine naheliegende Möglichkeit zu füttern.
Nur im letzten Winter habe ich im Garten von Freunden Futter ausgelegt/-gehängt, allerdings erst als absehbar war, dass die Schneedecke nicht so schnell weichen würde.
Zurzeit werden die Dornbüsche bei mir vor dem Büro schon gut von den Amseln besucht. Die Sträucher hängen noch voll Beeren.
@Andreas
Du argumentierst so herrlich im Sinne aller Faulen. *g*
"Mache nur etwas, wenn es die Welt verändert."
Das Interview finde ich sehr interessant. Hier ein wichtiger Ausschnitt :
"Beeren und Obst von Gartenbäumen und Sträuchern reichen nicht aus, das ist Zusatzfutter. Vögel verhungern, wenn sie nur Obst zur Verfügung haben. Sie brauchen Samen. Doch selbst ein 500 Quadratmeter großer optimaler Wildkräutergarten bringt nur fünf Kilogramm Sämereien im Jahr hervor. Das reicht gerade mal für drei Grünlingspaare. Ein Garten ist gut für Verstecke und Brutplätze. Doch für die Ernährung der Vögel bringt ein Vogelhaus mehr als der wildeste Ökogarten, selbst wenn es auf einem ein kurz rasierten ‚Psychopatenrasen' steht"
Hallo Günther,
wir füttern ganzjährig. Aber nicht mit dem üblichen Witterfutter, sondern mit ausgesuchten Futtersorten, die auch Vogelzüchter für ihre Vögel verwenden. Das kostet zwar deutlich mehr als das Streufutter, aber ist auch deutlich sauberer und von besserer Qualität.
Hallo Olaf,
ich interessiere mich auch für die ganzjährige Fütterung. Kannst Du vielleicht ein paar Tipps geben, welche Sorten oder Sortenmischungen man außerhalb der Winterzeit anbieten sollte ?
Gruß Günther
...ich schließ mich dem Olaf an, ich verfüttere auch nur ausgesuchte Futterteile, natürlich in kälteren Abschnitten zusätlich ölige oder fettreiche Futtermittel. also der Meisenknödel wäre noch zu verfrüht.
lg und ein schönes Wochenend
Willi
Günther, das ist ein gutes Thema. Ich habe mir auch schon Gedanken genmacht, ob ich das Futterhäuschen aus dem Keller holen soll. Die Meisen fliegen schon dauernd auf meinen Balkon, wo ich letztes Jahr das Häuschen hatte.
Also werde ich auch bald mit Füttern anfangen.
Liebe Grüße
und ein schönes Wochenende
Friederike
ich füttere auch bereits, jedoch kommen die Meisen erst noch vereinzelt zum Futtersilo. Später werde ich noch ein zweites aufstellen.
Ich habe im letzten Winter erkennen könne, meine Meisenknödel wurden kaum angenommen, am liebsten wurde Nußbruch genommen.
Helmut, das mit den Nüssen kann ich bestätigen. Auf Grund des Tipps eines Users habe ich im letzten Jahr klein gehackte (ungesalzene) Erdnüsse angeboten. War bei den Meisen der Renner.
Gruß Günther
Wir füttern nur wenn Draußen Schnee liegt und es friert. Sonst finden die Vögel in unserem Landschaftsschutzgebiet genug zu fressen.
Trotzdem hast du beneidenswerte Fotos geschossen.
L G
Hallo Günther, bei mir wird immer erst gefüttert, wenn es anfängt stärkeren Frost und Schnee im Garten zu haben. Ansonsten hängen im Moment noch viele Äpfel an den Bäumen, da holen die Vögel sich ihr natürliches Futter, die Vögel die es mögen sind trotzdem da!
Hallo Günther,
ganz tolle Fotos sind Dir da gelungen.
Ich füttere jetzt auch schon und habe meinen Spaß beim Betrachten der Vögel.
Kleiber, Grünfink, Kohl- und Blaumeisen, Spatzen, Rotkelchen und wie sie alle heißen, sind gern gesehene Gäste an meinem Futterhäuschen.
Interessant zu beobachten welche Vögel sich untereinander vertragen oder aus dem Weg gehen.
@ Wolfgang
ich weiß nicht, ob Du den Link in meinem Text aufgerufen hast. Ich meine, dass die Ausführungen des Ornithologen Berthold durchaus nachvollziehbar sind. Hier ein Zitat aus dem Interview:
" Vögel, die das ganze Jahr über gefüttert werden, brüten früher, legen mehr Eier und mehr ihrer Jungen überleben. Die Ganzjahresfütterung erhöht auch die Vogeldichte, mehr Vögel siedeln sich an. Das kann man ganz leicht im Garten feststellen, wenn man Nistkästen aufhängt. Ohne Fütterung sind immer nur wenige besetzt, mit Fütterung fast alle.
Wenn sie nur bei Frost füttern ist das so, als wenn ein Wirt fünf vor zwölf ein Schild am Gasthaus anbringt, auf dem steht ‚Hier Mittagstisch'. Vögel haben bei Temperaturen von minus zehn Grad morgens ungefähr eine Stunde, um etwas
Essbares zu finden. Gelingt ihnen das nicht, setzen sie sich irgendwo hin und verabschieden sich, weil sie leer gebrannt sind. Das heißt, wenn sie den Futterplatz nicht schon vorher kennen, haben sie kaum eine Chance ihn zu finden, wenn sie die Energiezufuhr am dringendsten benötigen. (Zitat Ende).
Zu Thema "Obstfütterung" siehe den Kommentar von Ingo Oessel.
@ Reinhold,
ist ja toll, was sich bei Dir im Garten alles so tummelt. Vielleicht teilst Du uns einmal mit, welches Futter z.B. Kleiber und Rotkehlchen bevorzugen.
Hallo Günther, danke nochmal für die Info, ich habe da meine eigene Beobachtung und Theorie über etliche Jahre. Bei mir ist ein Futterhaus auch das ganze Jahr über auf einem Baumstamm im Garten, dass andere Futterhaus auf der Terrasse wird bei kälteren Temperaturen im November aufgestellt und die Vögel bei mir wissen genau wo sie etwas finden können. Ich werde da keinen Vorschriften machen, dass muss jeder selber ausprobieren, ich habe da vielleicht die letzten zwei Jahre schon öfters ins Fettnäpfchen getreten!
Deswegen sollen sich die Leute an die Beschreibungen der Verbände und der
Ornithologen halten, dass ist meine Meinung dazu!
Noch finden die Vögel ausreichend Futter, aber so wie der erste Frost kommt, füttere ich auch. Nach meinen Erfahrungen sind Sonnenblumenkerne, Meisenknödel und Nusssäckchen der Renner bei den Piepmätzen. Mischfutter kaufe ich nicht, da bleibt immer zu viel von den kleinen Samen übrig. Auch sind da immer wieder Samen der Ambrosie und des Amerikanischen Stechapfels dabei, und die laufen dann im Frühjahr im Garten auf. Vergessen sollte man auf keinen Fall, Kerne auf den Boden zu streuen, da es Arten gibt, z.B. Buchfinken, die nicht ins Häuschen gehen. Auch alte Äpfel werden, vor allem von Drosseln, sehr gerne angenommen.
nun komme ich endlich dazu Dir Deine Frage nach dem Futter zu beantworten. Zum ersten ist es wichtig, das man das Futter den Vogelarten entsprechend anbietet. Momentan bekommen unsere Ringeltauben ein Fasanenfutter, das sind Mais und Getreidekörner in geschroteter Form. Dazu erhalten sie noch trockene Erbsen, die wir beim Discounter um die Ecke holen. Das Fasanenfutter wird auch von den Spatzen aus der Umgebung (ein Schwarm von ca. 20 Vögeln) nicht verschmäht. Das Futter wird auf dem Boden in Kunststoffschalen angeboten. Die kann man leicht reinigen. Der Futterplatz ist überdacht, so das es nicht in die Schalen regnet
Dann gibt es noch Erdnüsse, die aber zwar geschält, aber nicht zerkleinert, sonst wird soviel davon verschwendet. Wenn sie die Erdnüsse selber zerkleinern müssen, sind die Kohlmeisen, Blaumeisen, Grünfinken und Spatzen etwas länger beschäftigt. Die Erdnüsse werden in Futterröhren aus Edelstahl angeboten, auch sie sind recht leicht zu reinigen und können wie die Kunststoffschalen nach dem Desinfizieren und Vorspülen in den Geschirrspüler.
Dann kommen noch die Futterröhren mit dem Waldvogelfutter. Dieses Futter strecken wir etwas mit Kanarienfutter, da es sehr teuer ist. Sie werden auch erst jetzt wieder aufgehängt, da im Sommer nicht genug Abnehmer eintreffen und das verstreute Futter dann zu leicht aufläuft. Dort findet man dann Erlenzeisig, Grünfing, Bergfink, Kohlmeisen, und Heckenbraunelle.
Zudem hängen wir dann noch Futterglocken auf, die wir nach einem Rezept und Basteltipp, von unserem NABU Stadtverband Garbsen, herstellen. http://www.nabu-garbsen.de
Achtung Werbung: Unser Futter und Futterzutaten kaufen wir überwiegend bei "Friedrich Rösch Landhandel GmbH, Meiers Mühle 2, 30926 Seelze OT. Harenberg", wie ab und zu mal bei einem Raiffeisenmarkt um die Ecke, oder in der Reformhausabteilung beim Discounter.
Hallo Olaf,
ich danke Dir sehr für Deine ausführlichen und wertvollen Tipps zur Vogelfütterung. Ich sehe, dass man sich doch schon ein paar Gedanken machen muss, wenn man auf einen vogelreichen Garten (wie Deiner) Wert legt. Die Piepmätze machen uns neben ihrer Nützlichkeit viel Freude, so dass man ihnen mit geeignetem Futterangebot ein wenig zurückgeben kann.
Gruß Günther
Die ostfriesischen Meisen haben in meinem Garten schon die Sonnenblumenkerne aus den Blühten gepickt. War lustig an zu sehen. Ab 10.11. stelle ich auch Futter für die Vögel bereit.
Das sind ja wirklich sehr interessante Kommentare zu Deinem tollen Beitrag, Günther. Habe wieder mal sehr viel dazu gelernt! Meine Amseln bekommen das ganz Jahr über Äpfel - und lieben sie. Zusatzfutter habe ich, aus dem Bauch heraus, immer erst im Winter gegeben...! Lieben Gruß Petra
> "kann zumindest subjektiv sagen, dass sich die Vogelpopulation, bezüglich der Anzahl, deutlich erhöht hat"
Wenn man künstlich zufüttert, vergrößern sich alle Populationen - ob nun Ratten, freilebende Katzen, Enten, Karnickel, Silberfischchen oder halt Vögel ;)
Aber über natürliche Bestände sagt das dann ja nicht viel aus.
Seelow: seelower höhen | Die Gedenkstätte Seelower Höhen erinnert an die größte Schlacht des Zweiten Weltkrieges auf deutschem Boden. Im Frühjahr 1945 standen sich im Oderbruch und auf dem Höhenzug hunderttausende Soldaten, 14 000 Geschütze, 5 000 gepanzerte Fahrzeuge und die gleiche Anzahl an Flugzeugen gegenüber.
Am 16. April 1945 begann die letzte sowjetische Großoffensive auf europäischem Territorium. Die "Berliner Operation" hatte das Ziel den...
Mein Vereinskamerad Kalle hatte uns eingeladen, gemeinsam mit ihm Mirabellen zu pflücken. Zwar mussten wir sehr hoch in den alten Baum steigen, aber die Beute hatte sich gelohnt. Noch am gleichen Tag haben wir die süßen Früchte zu Marmelade verarbeitet. Einfach köstlich.
Hier ein einfaches Rezept, dass man aber auch noch verfeinern kann (z.B. mit einem Schuss Marillenlikör):
Zutaten:
1 kg Mirabellen
500 g...
Sehnde: Ladeholz | Heute war herrliches Winterwetter, vor allem trocken und windstill. Beste Voraussetzungen für einen Gang im Sehnder Ladeholz, einem kleinen Laubwald am Ortsrand. Natürlich war die Kamera dabei. Vielleicht begleitet Ihr mich ein Stück.
Nachdem sich zeigte, wie erstaunt einige Menschen sind, dass bei uns ein Specht sich an den Meisenkolben gütlich tut, habe ich neben weiteren Fotos auch ein kleine Filmsequenz hergestellt, die den Akkrobaten am Mittagstisch zeigt.
Heute traute sich auch ein Eichelhäer (ein sehr scheuer und darum aufmerksamer Gesell) an den gedeckten Tisch, jedoch nur zu den vom Tisch abfallenden Brosamen der anderen, denn die Äste an...
Weichfresser picken Alkohol mit vergorenen Früchten
Nicht alle Vögel fressen Körner. Für Früchtefresser ist das Nahrungsangebot im Winter besonders knapp. Sie picken Beeren und fressen alles an Obst, was sie finden können – auch vergorene Früchte. Weichfresser wie Amseln, Singdrosseln, Gimpel und Rotkehlchen schätzen Vogelbeeren, Schlehen und die Früchte vom Weißdorn und der Hagebutte, die noch an den Sträuchern hängen....