Schildbürgerstreich in Seelze
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Die Schildbürger sollten mal in Seelze in die Lehre gehen. Dort kann man lernen, wie die klamme Stadt einem Geschäftsmann das Säckel füllt. Der Geschäftsmann bekommt gratis fast ohne Auflagen 14 Mio. € zur Verfügung, baut sich (und irgendwelchen reichen Touristen) einen Wellnesstempel, trägt nur die Betriebskosten und sackt den Gewinn ein.
Schon am Bau hat er vermutlich einen guten Gewinn gemacht.
Was hat die Stadt davon? Sie bekommt jährlich 250.000 € Pacht – das war’s. Über so viel Dummheit muss selbst der Schildbürger staunen. Selbst wenn der Geschäftsmann - an den Interessen der Seelzer Bürger vorbei (die hat man vorsichtshalber gar nicht erst gefragt) – satten Gewinn machen würde, bliebe die Stadt auf den Schulden sitzen und vermehrt sie unausweichlich ständig weiter.
Ein kleiner Abteilungsleiter konnte mit diesem Gewinnoptimierungsmodell zum Bürgermeister avancieren.
Wer trägt die Verantwortung? Der Bürgermeister sagt: Egal, wir brauchen einen Leuchtturm. Die Verwaltung sagt: Der Rat war’s. Der Rat sagt: wir wollten nur was Gutes tun, haben aber wenig Ahnung von Finanzen. Das reicht, auch wenn’s nicht reicht. Die Bürger sagen: Wir wollten doch nur wieder baden können. Oder: Über Geld haben wir uns noch keine Gedanken gemacht; das regelt der Rat für uns. Der Geschäftsmann sagt: Schön, dass es so saudumme Leute gibt. Der reiche Bürger sagt: Diese Proletenpolitik geht mich nichts an – ich habe meine eigene Sauna.
Nun sind die Ratsmitglieder und der Bürgermeister und die BI ganz böse, weil sie fast keiner versteht und sie keiner mehr lieb hat. Jetzt suchen die doofen Bürger nach Möglichkeiten, von dem doofen Rat das viele Geld wiederzubekommen. Wenn das nix wird, könnte man ja zu gleichen Bedingungen auch noch eine Skihalle bauen, denn dann würde der Leuchtturm noch doller strahlen.
Ist der Ruf erst mal ruiniert, regiert sich’s herrlich ungeniert.


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