Neujahrskonzerte des Modern Sound[s] Orchestra begeistern 850 Zuhörer

Das MSO im Kulturzentrum Pavillon in Hannover
 
Neujahrskonzert 2015 in Seelze - das Modern Sound[s] Orchestra
 
Letzte Abstimmung zwischen Solist und Dirigent
„Tierische“ sinfonische Blasmusik auf hohem Niveau

(tj/fm) Pferde, Panther, Schwäne, Tiger, Vögel, Katzen, einen Frosch und eine Maus gab es an den vergangenen zwei Wochenenden für insgesamt über 850 Konzertbesucher in Hannover und Seelze zu bewundern. Denn das Modern Sound[s] Orchestra (MSO) hatte getreu seinem für das sinfonische Neujahrskonzert gewählten Motto „Länder – Tiere – Abenteuer“ sorgfältig ein Programm zusammengestellt, in dem es direkt oder indirekt Begegnungen mit den eingangs erwähnten Tieren gab und es dabei so manches Abenteuer in fernen Ländern – sowohl für das Publikum als auch die Musiker – zu bestehen galt. Durch das Programm führte informativ und kurzweilig Dirigent Henning Klingemann.

Am 17. Januar 2015 spielte das MSO erstmals im großen Saal des Kulturzentrum Pavillons mitten in Hannover. Nachdem die gewohnten hannoverschen Spielstätten Lister Turm und Tellkampfschule sowohl für das Orchester auf der Bühne als auch für das Publikum zu klein geworden waren, hatte man sich für diesen erneuten Ortswechsel entschieden. Dieses Wagnis – immerhin ist im Pavillon für mehr als doppelt so viele Zuhörer wie in der Tellkampfschule Platz – wurde belohnt: Das Konzert war restlos ausverkauft, alle 620 Sitzplätze belegt, sodass leider einige Interessierte wieder nach Hause geschickt werden mussten. Mit diesem Andrang hatte nun wirklich keiner der MSOler gerechnet! In Seelze, wo eine Woche später am 24. Januar im Neuen Forum des Schulzentrums vor heimischer Kulisse das zweite Neujahrskonzert stattfand, waren sogar schon im Vorverkauf alle 230 Karten vergriffen.

Die musikalische Abenteuerreise des MSO begann mit dem Raiders March aus dem Film Jäger des verlorenen Schatzes, eine Komposition von John Williams, die beim Hören sofort die Abenteuer des Archäologen Indiana Jones ins Gedächtnis rief. Ständige rhythmische Wechsel und immer neue Improvisationen des Grundthemas dominierten in dem Höhepunkt des ersten Konzertteils Equus des amerikanischen Komponisten Eric Whitacre. Die minimalistische Grundidee des Werkes verändert sich rhythmisch immer wieder geringfügig, wodurch ein energiegeladener Spannungsbogen erzeugt wird, der die Vitalität und Kraft galoppierender Pferde zum Ausdruck bringen soll. Begeisterter Applaus des Publikums belohnte den rund zehnminütigen Vortrag, der sowohl dem über 60-köpfigen Orchester als auch seinem Dirigenten höchste Konzentration abverlangte. Danach konnten sich die Musiker ein wenig erholen, nicht jedoch Posaunist Benjamin Marwell, der mit seinem Instrument bei dem unterhaltsamen Stück Dear Frog von Victor Trojan durch den Gebrauch eines Wah-Wah-Dämpfers und eines grünen Kostüms täuschend echt das Leid eines zum Frosch verzauberten Prinzen imitierte, sehnsüchtig auf den befreienden Kuss einer Prinzessin wartend. Nach Auszügen aus Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Schwanensee wagte sich das leidenschaftlich aufspielende Orchester dann mit einem Klanggedicht von James Curnow in große Höhen, wo noch nie eine Lerche oder ein Adler flog (Where Never Lark or Eagle Flew). Dezent bewegten sich Flöten, Klarinetten, Oboen und Fagotti durch die Wolkenlücken, brachten die Zuhörer zum Träumen, bis sie Trommelwirbel und Trompeten wieder aufschreckten.

Nach einer kleinen Erholungspause bei Getränken und Snacks, in der sich die Zuhörer in einer kleinen Ausstellung auch über das Vereinsprojekt „Musik macht stark“ informieren konnten, wurde die zuvor begonnene musikalische Flugreise des MSO mit der feierlichen Fanfare: Young Pheasants in the Sky des japanischen Komponisten Satoshi Yagisawa fortgesetzt. Das zum 30-jährigen Jubiläum einer Schule entstandene Werk symbolisiert mit den titelgebenden jungen Fasanen die Schüler, die ihrer Zukunft entgegen fliegen. Das Orchester landete nach diesem weiteren Höhenflug im fernen Afrika und erklomm begleitet von beeindruckenden Rhythmen der sechsköpfigen Percussiongruppe das höchste Bergmassiv des afrikanischen Kontinents, den Kilimanjaro. Obwohl es in Afrika sicherlich keine rosaroten Panther gibt, konnten die Zuhörer bei dem nächsten Stück, komponiert von Henry Mancini und von Katja und Tanja Steinmeyer auf ihren Tenorsaxophonen interpretiert, den besagten Pink Panther ganz locker und entspannt vor dem geistigen Auge über die Bühne tappen sehen und kurz darauf fanden sich die Zuhörer unversehens im indischen Dschungel wieder. Probier’s mal mit Gemütlichkeit und andere Melodien aus dem berühmten Walt Disney-Klassiker The Jungle Book führten den swingend-spritzigen Reigen lustiger Filmmusiken fort. Keine Raubkatzen sondern normale Hauskatzen standen im Zentrum von Andrew Lloyd Webbers Musical Cats und in der dreiteiligen Komposition Lord Tullamore von Carl Wittrock wurde schließlich mitreißender, inspirierender irischer Folk mit sowohl brillanten technischen Passagen als auch lyrischen Momenten der Ruhe dargeboten.

Nach diesem tierischen und abenteuerlichen Ausflug in ferne Länder war das Publikum restlos begeistert und drückte dies durch sofortige Standing Ovations und langanhaltenden Applaus aus. Ein solch gewaltiges Konzert sinfonischer Blasmusik vom Feinsten sollte natürlich nicht ohne passende Zugaben ausklingen. Und so gab es mit Birdland pulsierenden Fusionjazz aus dem Schmelztiegel Manhattan, der in einem schweißtreibenden Altsaxophonsolo (Michael Möller) und einem cool entspannten Trompetensolo (Jannis Burkhard/Manfred Klüppel) mündete. Nach Eye of the Tiger wurde das Konzert schließlich augenzwinkernd – musikalisch nun wieder wohlbehalten auf deutschem Boden angekommen – mit der allseits bekannten fröhlichen Melodie von Hans Posegga aus Die Sendung mit der Maus beendet. Ende gut, alles gut – Abenteuerreise bravourös überstanden.

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Behind the Scenes: Wie ein Orchester in unter zwei Minuten auf die Bühne kommt
Bevor die Zuhörer in den Saal strömen, das Licht ausgeht, erwartungsvolle Stille einkehrt, das Orchester die Bühne betritt und schließlich die ersten Töne erklingen, passieren viele Dinge, die das Publikum nicht mitbekommt: Die Bühne und das Schlagwerk werden aufgebaut, Stühle gerückt, Programmhefte verteilt, das Licht wird eingestellt und eine Anspielprobe erfolgt. Dieses Jahr haben wir während der Aufbauarbeiten mal eine Kamera laufen lassen. Das Ergebnis sind zwei Zeitraffervideos, die einen Blick hinter die Kulissen erlauben. Wir wünschen euch viel Spaß beim Anschauen.

Pavillon Hannover: http://youtu.be/Jch_SfHJdcw
Neues Forum Seelze: http://youtu.be/QX-7RAMreVk
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