Hervorragendes Konzert der Landessieger

Dirigent Friedrich Engelmann und sein Mandolinen- und Gitarrenorchester Empelde
 
Die ersten Mandolinen des MGO

Hannover | Zuhörer erleben ein abwechslungsreiches Programm auf höchstem Niveau

Mit einem guten Gefühl können die Landessieger des Niedersächsischen Orchesterwettbewerbs 2015 in den Kategorien Jugendblasorchester, Zupforchester und Blasorchester zum Deutschen Orchester-wettbewerb 2016 nach Ulm fahren. Das Sinfonische Blasorchester der Osnabrücker Angelaschule, das Mandolinen- und Gitarrenorchester Empelde und das Modern Sound[s] Orchestra hatten am Donnerstag, den 21. April 2016, in der Aula der Herschelschule in Hannover ein gemeinsames Konzert gegeben, um der interessierten Öffentlichkeit ihren Wettbewerbsbeitrag zu präsentieren. Die rund 130 Musiker hatten dafür ein äußerst abwechslungsreiches Programm vorbereitet. So trafen filigrane Zupferklänge auf klanggewaltige sinfonische Blasorchestertöne.

Eröffnet wurde das Konzert durch das Mandolinen- und Gitarrenorchester Empelde und der Okinawa-Suite von Miwa Naito. Dirigent Friedrich Engelmann führte durchs Programm und erläuterte, dass das Stück die Atmosphäre der Matsuri vertone. Diese Feste waren in Japan aus dem Jahresablauf der Bauern entstanden. Das Orchester stampfte mit seinen Füßen zu den bäuerlichen Tänzen und verirrte sich selbst in den zahlreichen filigranen Stellen nicht, sondern meisterte diese mit Bravour! Im Anschluss ging es mit dem Stück Consort Music von John Dowland in die Renaissancezeit: Klanggewaltige Zupfakkorde stimmten einen festlichen Einzug des Königs an, während traurige Mandolinen- und Gitarrenklänge von einem Begräbnis des Königs erzählten. Noch einmal unterhaltsam und modern wurde es zum Abschluss mit dem Pflichtstück der Kategorie Zupforchester Auf geht’s von Christopher Grafschmidt. Melodische Klänge wechselten sich mit ausdrucksstarken rhythmischen Passagen ab.

Im Anschluss an eine 20-minütige Umbaupause, die vom Publikum genutzt wurde, um sich von der Elternschaft der Herschelschule kulinarisch umsorgen zu lassen, saß das Sinfonische Blasorchester der Osnabrücker Angelaschule auf der Bühne. Das Jugendblasorchester eröffnete mit der dreisätzigen Brookshire Suite von James Barnes ihren Wettbewerbsbeitrag. Auf einen pompösen Marsch folgte eine kleine Jazzeinlage, anschließend war fugenartige Musik zu hören. Dem Orchester gelang es dabei, alle Musikstile aus der Neuzeit, den 60er-Jahren und der Klassik gekonnt in Szene zu setzen. Mit Arcus von Thiemo Krass folgte das Pflichtstück in der Kategorie Jugendblasorchester. Schnelle rhythmisch betonte Teile wechselten sich mit klanggewaltigen Fanfaren ab. Besonders gekonnt setzte das Orchester die kleinen Solopassagen um, in denen die Extreme eines sinfonischen Blasorchesters deutlich wurden: solistische Passagen einer Piccoloflöte zusammen mit einer Tuba! Der bekannte amerikanische Nationalpark Yosemite entstand vor den Augen der rund 100 Zuhörer bei dem Stück Yosemite Autumm von Mark Camphouse. Am Ende des 25-minütigen Programms führte Dirigent Ekkehard Sauer seine jungen Musiker bei drei kleinen, aber äußerst anspruchsvollen Stücken aus den Miniature 6x6 von Carlo Pirola zu einem unterhaltsamen Ende.

Zum Abschluss des Konzerts durfte das Modern Sound[s] Orchestra aus Seelze auf der Bühne Platz nehmen. Das viersätzige Pflichtstück der Kategorie Blasorchester, die Suite voor Harmonieorkest von Bob Vos, strotzt nur so vor Herausforderungen: abrupte Tempowechsel, kleinste dynamische Unterschiede und sich mit melodischen Teilen abwechselnde rhythmisch anspruchsvolle Stellen. Dirigent Henning Klingemann führte seine Musiker souverän durch das anspruchsvolle Werk, das darüber hinaus die vielfältigen Klangfarben eines sinfonischen Blasorchester zur Geltung brachte. Als weiteres Werk hatte das Orchester subTERRA von Daniel Weinberger im Gepäck. Das Stück umschreibt klangmalerisch die Arbeitssituation in einem Bergwerk: Großartige Höhlen, harte Arbeit, plötzlich, ein Stolleneinsturz, ein Angstschrei! Dann Stille… eine Flöte spielt ein paar letzte traurige Töne. Gibt es noch Hoffnung? Ja, gibt es. Das Stück kommt zu einem wunderschönen harmonischen Ende, alle Bergarbeiter können gerettet werden.

Großer Applaus war den drei Orchestern gewiss: Alle drei Ensembles hatten sich hervorragend präsentiert und können nun optimistisch nach Ulm fahren. Die Musiker freuen sich darauf, Niedersachsen vertreten zu dürfen.

(an)
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