Ein Stück Großbritannien in Seelze und Davenstedt

Mit Musik von den und über die Britischen Inseln begeisterten die Jbo-YoungStars ihr Publikum
 
Die Kirche St. Martin in Seelze war voll besetzt
Seelze: St. Martin |

Jbo-YoungStars begeistern bei ihren „A Night On The Isles“-Konzerten

Am ersten Novemberwochenende 2016 fanden in St. Martin in Seelze und St. Johannes in Davenstedt zwei Konzertabende in der Tradition der Londoner Proms-Konzerte statt. Eingeladen hatten die Jbo-YoungStars, das Jugendorchester des Jugendblasorchester Seelze e. V. Unter der Leitung von Natalie „Alfi“ Hönemann spielten die gut 40 jungen Musikerinnen und Musiker Stücke von den und über die Britischen Inseln. Damit setzten sie ihre Konzertreihe „A Night On The Isles“ nach 2012 und 2014 fort.

Stimmungsvolle Lichtinstallationen, ein großer Union Jack und die Flaggen der einzelnen Landesteile Großbritanniens begrüßten die Zuhörerinnen und Zuhörer schon beim Eintreten in die Kirche. Sie erwartete ein gut zweistündiges abwechslungsreiches Programm. Ein mitreißender Start gelang den Jbo-YoungStars mit einer Auswahl von Stücken aus Robbie Williams‘ Album „Swing When You’re Winning“. Anschließend ging es eher traditionell mit der Originalkomposition „A Yorkshire Overture“ von Philip Sparke weiter, bevor das Orchester Highlights aus der Filmmusik von „Titanic“ darbot. Die Musikerinnen und Musiker selbst führten abwechslungsreich und mit dem einen oder anderen Augenzwinkern durch das Programm – vor einem Medley aus Melodien des Musicals „Jekyll & Hyde“ gab es sogar eine kleine Schauspieleinlage. Den Kampf zwischen Gut und Böse verkörperten die Jbo-YoungStars nicht nur mit ihrer Musik – auch visuell stellten sie das Ringen zwischen Dr. Jekyll und Mr. Hyde dar, indem die eine Orchesterhälfte weiß und die andere schwarz gekleidet war. Vor der Pause, in der sich die Zuhörerinnen und Zuhörer mit britischen Snacks und Getränken stärken konnten, gab es noch eine Überraschung: Dass die Musikerinnen und Musiker ihre Instrumente beherrschen, hatten sie bereits gezeigt – nun formierten sich einige von ihnen zu einem mehrstimmigen Chor, der, begleitet vom Rest des Orchesters, Stücke der Beatles zum Besten gab. Auch der Gesang konnte sich hören lassen, was die Zuhörer in den gut gefüllten Kirchen mit großem Applaus honorierten.

Mit dem festlichen Konzertmarsch „Arsenal“ des belgischen Komponisten Jan Van der Roost begrüßten die Jbo-YoungStars das Publikum zurück aus der Pause. Die Tatsache, dass man Belgien auf dem Weg von Deutschland nach Großbritannien durchqueren müsse, reiche in diesem Fall aus, um die Existenz des Stücks in dem Konzertprogramm zu rechtfertigen, wie die Modertoren anschließend mit einem Augenzwinkern mitteilten. Bei dem Stück „The Irish Washerwoman“ von Leroy Anderson hörte man die irischen Hausfrauen und -männer förmlich arbeiten, tratschen und tanzen, während die Finger der Musikerinnen und Musiker, die sich zu Ehren der grünen Insel extra mit grünen Accessoires schmückten, schnell über ihre Instrumente huschten. Von Irland ging es nun nach Schottland: Bei „The Wee Macgregor – Highland Patrol“ von Harry G. Amers hörte man eine Patrouille aus dem Nebel heranmarschieren, lautstark vorbeiziehen und in der Ferne wieder verschwinden. Nach diesem Abstecher nach Schottland erklangen mit der Originalkomposition für sinfonisches Blasorchester „Kilkenny Rhapsody“ von Kees Vlak erneut irische Melodien, bevor es schon wieder nach Schottland ging: Ohne Dudelsäcke, dafür aber umso stimmungsvoller, ertönte die inoffizielle schottische Nationalhymne „Highland Cathedral“, bei der sicherlich jeder Zuhörerin und jedem Zuhörer warm ums Herz wurde. Im Anschluss gab es noch einmal Gesang. Begleitet von ihren Musikerkolleginnen und -kollegen sangen einige Jbo-YoungStars das populäre englische Lied „Jerusalem“ – Dank des im Programmheft abgedruckten Textes stimmten auch einige aus dem Publikum mit ein. Einen fulminanten Abschluss des offiziellen Teils bildete die „Symphony Of The Seas“, ein Medley aus britischen Seemannsliedern. Das Publikum klatschte begeistert mit und die kleinen britischen Flaggen, die auf den Sitzplätzen verteilt worden waren und bereits im Verlauf des Konzerts immer wieder geschwenkt wurden, kamen noch einmal enthusiastisch zum Einsatz. Auch viele „Hip hip hooray“-Rufe, die der Vereinsvorsitzende Tom Kruse zuvor mit dem Publikum geübt hatte, wurden laut. Die Zuhörerinnen und Zuhörer hielt es nicht mehr auf den Stühlen und zum Ende des Stücks gab es tosenden Applaus. Bei der Zugabe „An Irish Party In Third Class“ wurde mitgetanzt und alle zusammen stimmten „Land of Hope and Glory“ aus dem „Pomp and Circumstance March No. 1“ von Edward Elgar an. Einen besinnlichen Abschluss fanden die Konzertabende der besonderen Art mit Auld Lang Syne. Die Musikerinnen und Musiker der Jbo-YoungStars und das Publikum fassten sich an die Hände und sangen gemeinsam, nur vom Klavier begleitet, das traditionelle englische Lied.

Insgesamt kamen knapp 400 Zuhörerinnen und Zuhörer zu den „A Night On The Isles“-Konzerten der Jbo-YoungStars. Das abwechslungsreiche Programm, die gute, mal ausgelassene und mal besinnliche Stimmung und die Spiel- und Singfreude der Musikerinnen und Musik trugen zu zwei rundum gelungenen Abenden bei. Die Spenden, die am Ausgang gesammelt wurden, werden für die Finnlandreise der Jbo-YoungStars im April 2017 eingesetzt. (fm)
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