Das war die 20. lange Kulturnacht 2015 in Gümmer

Ecki Hüdepohl und Dete Kuhlmann
    Die 20. Kulturnacht in Gümmer fing mit einem Paukenschlag an.
Herr Schreiner, der diese Kultveranstaltung seit 20 Jahren organisiert, lies es sich nicht nehmen das Programm zu moderieren obwohl er doch das Zepter an seine Tochter weiter gegeben hat. So kündigte er die Überraschung des Abends an – Dete Kuhlmann und Ecki Hüdepohl. Obwohl die beiden seit 10 Jahren getrennte Wege gehen, haben sie sich heute Abend auf einen gemeinsamen Song getroffen. Das Publikum feierte die beiden begeistert – ein sehr gelungener Auftakt eines grandiosen Abends!

Nun ging es fetzig weiter. Auf die Bühne kam Ingmar Stadelmann, der Comedy Grand Prix Sieger 2014 bei RTL und Gewinner „Bester Newcomer“. Er bezog das Publikum mit ein um die Stimmung ein wenig anzuheizen. So musste Beatrice „er ist es, er ist es“ rufen, ein anderer ein akustisches Feuerwerk zünden, eine heulende Katze imitieren und eine Dame durfte laut „ich will ein Kind von dir“ schreien! Alle machten auch brav mit und so kam es zu einer euphorischen Begrüßung!
Generell bezog er das Publikum immer wieder mit ein, so wirkten seine Witze nicht einstudiert sondern recht spontan.
Als ehemaliger „Ossi“ sprach er über den größten Unterschied – der Ossi ist nackt, der Wessi angezogen – auch in der Sauna. Der Grund der FKK Kultur in der DDR ist ganz klar – man konnte so nicht verwanzt werden. So berichtete Stadelmann über seine Erlebnisse in der Sauna, über so manches möchte ich nun nicht mehr weiter nachdenken....!
Ein weiteres Thema waren die Wunder der Natur. Ingmar berichtete über wunderbare Dinge, die unsere Natur auf Lager hat, so führte er auch eindrucksvolle
Walgesänge vor. Das sollen ja angeblich Unterhaltungen der Tiere sein, aber er hat die bessere Erklärung – das sind keine Gespräche, das sind qualvolle Geräusche, weil die Tiere nicht onanieren können.
Überhaupt ist Sex ein großes Thema in seiner Show, manchmal an der Grenze zur Peinlichkeit. Er schaffte es aber immer wieder, den Bogen nicht ganz zu überspannen! Kleines Beispiel gefällig: Beim Sex sollte man sich schützen, vor allem beim Sex mit Tieren – sonst gibt es Ergebnisse wie Tokio Hotel.
Flugs kam das nächste Thema – Berlin! In dieser Stadt gibt es anscheinend keine Psychiatrie. Da bekommen die Patienten eine Monatskarte und dürfen U-Bahn fahren. Wenn der Knast voll ist, bekommen die Psychopaten einen Bus und quälen damit die Berliner.
Es machte sehr viel Spaß ihm zuzuhören und mit ihm zu lachen. Das Publikum war wirklich begeistert und forderte am Ende des Programms Zugaben, die Ingmar auch gerne gab. Dann musste er aber wieder nach Berlin – mit dem Auto auf der linken Spur. Dort radikalisieren sich die Menschen. Ich hoffe mal, dass er gut zu Hause angekommen ist!

Nach einer Pause, in der sich alle mit Getränken und einem kleinen Imbiss versorgen konnten, ging es rasant weiter.

Roberto Capitoni stürmte auf die Bühne.
Halb Italiener, halb Deutscher und ganz schlimm – geboren in Schwaben. Das kommt natürlich zu schrecklichen Konflikten, die er in seinem Programm verarbeitet. Unten rum ist er Italiener – andersrum wäre es billiger, dann hätte er weniger Kinder.
Aber in ihm ist auch ganz viel Schwabe – das fing schon bei der Geburt an. Er wollte einfach nicht aus dem Mutterleib, da hielt man ihm die leckersten schwäbischen Gerichte vor, als das auch nicht half, kam der Bausparvertrag – da sprang er dann gleich auf die Welt!
Kennen Sie die schwäbische Flatrate? Ganz einfach: „Gib mir mal dein Handy!“ Oder wissen Sie was passiert ist, wenn man sich „verputzt“ hat? Wenn man mit dem Putzeimer in der Ecke steht und vor sich nur noch den nassen Boden sieht! Das konnte man sich wirklich gut vorstellen, denn Roberto arbeitete nicht nur mit Worten sondern mit ganz viel Gestik und Mimik. Obwohl ich weiter hinten saß, konnte ich das Rollen und Glitzern seiner Augen sehen – einfach herrlich!
Natürlich berichtete er auch über seine italienische Familie, den Mafia-Onkel, der ihm immer wieder Betonschuhe versprach, aber auch gute Tipps für sein Leben mitgab. „Wenn Du ein Problem hast, dann löse es – lass es nur wie einen Unfall aussehen!“
Ein weiteres Thema war die italienische Mama, die ihre Kinder ganz schlecht loslassen kann. So ist die Mama des Onkels auch mit auf dem Führerscheinbild!
Mut machte er den älteren Vätern, man ist ja nie zu alt dazu. 70 Jahre ist ein ideales Alter zum Kinderkriegen – man muss ja selber ein paar Mal nachts raus!
Nun wurde er gar noch zum Wanderprediger. Jesus war ganz sicher ein Italiener. Nur ein Italiener lebt bis 30 bei der Mutter und glaubt, dass diese noch Jungfrau ist. Und nur die Mama glaubt, dass der Sohn Gott ist.
Jugenderinnerungen kamen auf, als er vom Bandsalat bei den Kassetten berichtete, von der ersten Sehnenscheidenentzündung beim Aufrollen mit dem Bleistift. Man konnte auch gut mitfühlen, wenn er von seinem Trauma sprach, dass er keinen Song ohne Nebengeräusche aufnehmen konnte. Entweder ist der Staubsauger der Mutter mit auf der Aufnahme, das Gequatsche der Moderatoren oder ganz schlimm, die Verkehrsmeldung. Ich könnte ihm da so manche Kassette mit in seine Sammlung geben!
Zum Ende hin wurde er dann noch ganz aktuell als er das Publikum fragte, was der Unterschied zwischen der Deutschen Bahn und der Mafia ist. Die Mafia ist gut organisiert!
Bevor er das Publikum verlies, wies er auf sein aktuelles Buch, bzw. Hörbuch hin, „Ich mach dir Betonschuhe – wie ich einmal fast Mafioso wurde“ Er konnte kaum verschnaufen, da wurden ihm die Bücher schon aus der Hand gerissen. Ich habe auch noch eines abbekommen und freu mich auf die Stunden, die ich so mit Robertos Humor noch vor mir habe.

Wir Zuschauer konnten uns nun ein wenig vom Angriff auf die Lachmuskeln erholen. Die vordersten Stuhlreihen wurden abgebaut, die Tanzfläche entstand. Die Jungs von der Band „The Rockhouse Brothers“ kamen auf die Bühne. Ganz schnell änderte sich die Stimmung. Die Tänzer des Rock ´n´Roll Club Schaumburg eroberten die Tanzfläche. Zu der fetzigen Musik zeigten sie perfekte Tanzdarbietungen, es machte Spaß den Paaren zuzuschauen.

Diese Kulturnacht war wieder sehr abwechslungsreich und hatte wahrlich ein würdiges Jubiläumsprogramm.

Zum Abschluss sorgte Uwe Schreiner noch für Aufklärung. Viele Zuschauer waren irritiert, dass keine Flyer mit dem Programm und Termin für das nächste Jahr auslagen. Er hat die Kulturnacht ja seiner Tochter Kira übertragen – nun macht er Ernst damit und überlässt ihr die Organisation der 21. Veranstaltung. Wir wünschen uns alle eine Fortsetzung und hoffen, dass Kira Schreiner weiter macht!
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