Motoryacht Rasmus des MCR aus Seelze in Berlin "mittendrin" und als Kontrast auf der Müggelspree/Dahme

Berlin: Landwehrkanal
 
Berlin: Landwehrkanal
Nachdem die MY Rasmus im Frühjahr (April/Mai) in westlichen Binnengewässern (MLK, Weser, Küstenkanal, DEK, Holl. Gewässer, Dollart, Ems, DEK, MLK) mehrere Wochen mit wechselnder Besatzung unterwegs war, beginnt Ende Juli der Sommertörn in Berliner Gewässern. Nach einem Zwischenstopp in Haldensleben zur Erneuerung der Seitenteile in der Cockpit-Persenning und weiteren Etappen, wiederum mit wechselnden Crews, übernehmen Friedhelm S und Fritz-E. S am Mo, 17.08.2015 die MY in Berlin-Köpenick.

Nach der Zuganreise beginnt der Törn mit einem unerwarteten Problem: nach 1,5km Fahrt schreckt uns der Kühlwasseralarm auf. Unsere Untersuchungen ergeben, dass durch Undichtigkeit Luft in den Kühlwasserkreislauf kommt. Somit können wir letztlich erst am Di um 10Uhr nach Einbau eines neuen Kühlwasserfilter-Behälters mit neuen Dichtungen und entsprechenden Schlauchverbindungen starten.

Die Fahrt geht über einen Abschnitt des Teltow-Kanals, den Neuköllner Verbindungskanal in den Landwehrkanal. Dieser ehemalige "Grenzkanal" zwischen Ost (Treptow) und West (Neukölln) ist bestückt mit zahlreichen sehr niedrigen Bogenbrücken, die nur eine Durchfahrtshöhe um die 3,70m im Mittelbereich haben. Dementsprechend gering ist der Sportbootverkehr, da die gängigen Charter-MY mit ihren riesigen Cockpit-Aufbauten weit über dieser Durchfahrtshöhen-Beschränkung liegen.

Der Landwehrkanal als Einbahnstrecke endet hinter der Unterschleuse in Charlottenburg in der Spree. So führt uns die Fahrt spreeaufwärts weiter mitten durch Berlin. Am Bundesratsanleger wird ein mittäglicher Stopp eingelegt, um die belegten Brötchen und Kuchenstücke zusammen mit einem Kaffee to go aus einer nahegelegenen Bäckerei zu genießen.

Von hier an dürfen tagsüber Sportboote auf der Spree nur mit Funkausrüstung fahren. Grund hierfür ist der unvorstellbar rege Ausflugsschiffsverkehr in Berlin-Mitte, der wegen des Begegnungsverbotes in den Brückenbereichen nur mit Funkmeldung und -absprache erlaubt ist. Die Fahrt führt vorbei am Kanzleramt, Berliner Hauptbahnhof, Reichstagsgebäude, Bf Friedrichstrasse, dem Nikolaiviertel und der Museumsinsel bis zur Schleuse Mühlendamm. Hier wenden die Ausflugsschiffe und der Stress für die Sportbootschiffer hat hinter der Schleuse bei der Weiterfahrt Richtung Ost ein Ende.

Unser Tag endet in der City-Marina am Rummelsburger See. Es war eine sehr eindrucksvolle Fahrt (40km), mittendrin in Berlin.

Heute, Mi, geht's um 9Uhr nach einem ausgiebigen Frühstück mit Rührei/Schinken los weiter Richtung Köpenick. Dort biegen wir in die Müggelspree ab und kommen zum Großen Müggelsee. Die Sonne kämpft sich durch die Wolken und wir genießen das Kontrastprogramm zu gestern: wenig Schiffsverkehr, Natur pur mit sehenswerter Lebensidylle am Ufer (nebenan die Wassergrundstücke in Klein Venedig). Wer hier wohnt, hat für seine Immobilie gutes Geld in die Hand genommen. Über den Gosener Kanal erreichen wir den Seddinsee und danach innerhalb der Dahme-Wasserstraße den Zeuthener See: der Gürtel um Berlin bietet eben für den Wassersportler allerhand.

Um die Mittagszeit legen wir eine Kaffeepause am Ende des Zeuthener Sees ein: im 24grad warmen Wasser (nach Bordthermometer) lohnt sich auch ein Bad, bevor die Fahrt weiter durch den Krüpelsee, den Dolgensee, den Langen See bis zum Wolziger See führt. Die kleineren See-Namen sind hier nicht genannt; man kann und will sie sich sowieso nicht alle merken!

Hier, nach 59km Tagesfahrtstrecke, legen wir im "Hafen" der Fischerhütte an. Dies ist unser Wunsch-Tagesziel, um den frischen Fisch aus heimatlichen Gewässern bei einem kühlen Spreewalder /Berliner Bier zu genießen.

Do, unser letzter Fahrtag an Bord, beginnt mit Dunst über dem Wolziger See. Doch die Sonne vertreibt den Frühnebel schnell und sorgt danach für einen hochsommerlichen warmen Tag. Nach Abwarten des Brötchen-Service, dem wieder ausgiebigen Frühstück, setzen wir Rück-Kurs. Es geht über den Wolziger See, und ...See und ...See, und noch'n See bis zur Einfahrt in den Zeuthener See. Hier biegen wir ab, um über 'Großer Zug' in den Krossinsee zu gelangen. Nach der Mittagspause auf dem See fahren wir 2km auf dem Oder-Spree-Kanal hinter einem langsam fahrenden Berufsschiffer (wegen seines Tiefganges) her und gelangen über den Seddinsee bei Zeuthen wieder in die Spree-Oder-Wasserstraße (SOW). Vorbei an der Regattastrecke erreichen wir die Abzweigung in den Teltowkanal und kurz darauf unseren "Heimathafen" PSB24 (ProSportBerlin) in Köpenick.

Nach dem Auftanken im alten Spreearm liegt die MY Rasmus um 16Uhr bei PSB24 am Steg fest.

Hinter uns liegen 152km Fahrt (20h) in Berlin mittendrin und in der Seenlandschaft der Müggelspree und Dahme. Wir hatten gutes Wetter (ein über D langziehendes Regenband am Mo/Di hat Berlin ausgespart) bei wieder guter Seemannschaft.

feS

www.motorboot-club.org

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