Motoryacht RASMUS des MCR aus Seelze 'Go West - ab Potsdam auf Heimatkurs'

Potsdam achteraus
 
Beschilderung der Engstelle Carputh
Nachdem die MY Rasmus im Frühjahr 2016 wieder in westlichen Binnengewässern mehrere Wochen unterwegs war, beginnt Ende Juli ein Sommertörn in Berliner Gewässern. Zum Saisonabschluss übernehmen Friedhelm S und Fritz-E. S am Mo, 05.09.2015 die MY in Potsdam. Ziel: Fahrt westwärts gerichtet bis Haldensleben …

Mo
Wir klarieren nach der Autoanreise ein und verlassen bei sonnigem Wetter um 14Uhr den Potsdamer Yachthafen. Die Fahrt geht durch die schöne Havel-Landschaft vorbei an Carputh, Werder, Töplitz bis nach Ketzin. Dort machen wir gegen 17Uhr in dem kleinen aber gemütlichen Hafen des Seesportvereins fest.
Nach dem Anlegebier marschieren wir in die an diesem Mo einzige geöffnete Gaststätte 'Zum Ketziner' zum Abendessen. Zurück an Bord gibt es noch ein Glas Rotwein, bevor nach diesem prall gefüllten Tag gegen 22,30Uhr die Nachtruhe beginnt.

Di
Der wieder sonnige Tag mit vorhergesagten Temperaturen um 24grad beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück an Bord.
Wir starten kurz vor 10Uhr und fahren auf der mit viel Landschaft gesegneten Havel Richtung Brandenburg. Die hier auch fahrende Berufsschifffahrt macht sich rar.
Nach kurzer Wartezeit vor der Vorstadtschleuse Brandenburg und der Schleusung geht die Fahrt weiter durch den Silokanal (hier zeigt sich Brandenburg von seiner industriellen Seite) zum Plauer See.
Ab hier fahren wir 10km durch die idyllische Landschaft der Unteren Havel Wasserstraße (UHW) bis zum Tagesziel Bootshaus Pritzerbe im Havelbogen. Der Hafenmeister erwartet uns schon (wir haben zuvor mit ihm telefoniert) und weist uns einen Liegeplatz zu. Den Nachmittag verbringen wir bei hochsommerlichen Temperaturen an Bord, bei einem Rundgang durch den Ort und mit einem Schnack mit einheimischen Bootsnachbarn.
Am Abend essen wir asiatisch im benachbarten Restaurant und genießen einen romantischen Sonnenuntergang an Bord.

Mi
Der Tag beginnt mit viel Sonne. Nach dem Frühstück (heute mit Spiegelei) legen wir frühzeitig ab und genießen nochmal die 10km lange Rückfahrt auf der UHW bis Plaue. Gegen 10,30Uhr biegen wir dann in den Elbe-Havel-Kanal (EHK) ein: ab jetzt ist Kanalfahrt angesagt.
Die Schleusung in Wusterwitz beschert uns eine 1stündige Wartezeit. Danach müssen wir hinter einem Binnenschiff herzockeln, das nur mit 9km/h fährt und nicht überholt werden kann. Um die Mittagszeit durchqueren wir das Stadtgebiet von Genthien. Hier ist der Kanal noch nicht ausgebaut.
Um 15Uhr werden wir in Zerben nochmal aufwärts geschleust. Eine zweite Schleusenkammer ist hier im Bau, ebenso erweiterte Schleusenvorbereiche.
Gegen 17Uhr machen wir am Gästeliege-Bereich eines Wassersportvereins in Burg fest. Tages-Etmal 60km.
Da die benachbarte Gaststätte dauerhaft geschlossen ist und der Weg in die Stadt nur über Umwege auf die andere Seite des EHK führt, wird heute die Bordküche bemüht. Ruhiger Tagesausklang danach an Bord.

Do
Der letzte Tag an Bord bricht für uns an: geändertes Törn-Ziel ist inzwischen Wolfsburg; ca. 80km Kanalfahrt.
Bei sehr sonnigem Wetter und nochmals gestiegenen Temperaturen sind wir schon um 9,30Uhr vor der Schleuse Hohenwarthe, kurz vor dem Wasserkreuz bei Magdeburg über die Elbe. Der Schleusenwärter macht uns zeitlich keine günstige Prognose; doch da ein kleiner Schieber des WSA Magdeburg mit einem vorgespannten Fahrgastcontainer eine Schulklasse über das Wasserkreuz schippert und nun von der Elbe über die Schleuse Niegripp hochgeschleust, den gleichen Weg wie wir hat, entspannt sich die Lage. Wir werden zusammen in Hohenwarthe geschleust, wobei die MY Rasmus auf Anweisung des Schleusenwärters in der Schleusenkammer an dem Schieber festmacht.
Danach geht es über das sehenswerte Wasserkreuz, die Überführung des EHK über die Elbe. Dieses Bauwerk ist erst nach 1990 gebaut worden und darf im Trogbereich nur ohne Gegenverkehr befahren werden. Wir fahren hinter 'unserem' Schieber, der dann zur Abstiegsschleuse abbiegt, hinterher und grüßen nochmal über Funk.
Ab jetzt beginnt der MLK, der gut ausgebaut, uns eine entspannte Kanalfahrt beschert. Um 13Uhr durchqueren wir das Stadtgebiet von Haldensleben in Kanal-km 300. Bis Wolfsburg liegen noch ca. 55km vor uns.
Bei über 30grad Tagestemperatur ziehen sich die Kanal-km hin... Die Berufsschifffahrt nimmt merklich zu; viele Schubverbände sind unterwegs, so dass die Zeit nicht langweilig wird. Die frühere Landesgrenze zur DDR ist uferseits nicht markiert, nur anhand der Binnenwasserstraßenkarte können wir die 'virtuelle Grenze' ausmachen.
Um 18,30Uhr sind wir im Sportboothafen Wolfsburg fest: leider hat auch hier die Gaststätte dauerhaft geschlossen. Nochmals wird die Bordküche bemüht. Ein langer Klönschnack beschert uns eine relativ kurze Nachtruhe: um 7,30Uhr verlassen wir die MY Rasmus, aufklariert für die Nachfolger, und treten mit dem Taxi zum Bf die Heimreise an.

Fazit
Wieder interessante Tage bei guter Seemannschaft, hochsommerlichem Wetter in abwechslungsreichem Fahrtgebiet. 218km Fahrtstrecke in 22,9h.
feS

www.motorboot-club.org

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