Jbo Seelze: Kleine Anekdoten aus 20 Jahren in 20 Tagen

Konzertprogramm Berenbostel 2001
 
Ankündigung Music in Town 2001 (Foto: Leine-Zeitung)
Heute: Ein Nachtkonzert, neue Pauken und ein neuer Name [2001]

Das Jbo war inzwischen in der Seelzer Musiklandschaft fest etabliert. Man verstand sich als Orchester für die gesamte Stadt Seelze, und veranstaltete daher auch Konzerte in anderen Stadtteilen, sofern dort ein halbwegs geeigneter Auftrittsort zur Verfügung stand. So fanden Jbo-Konzerte auch in Letter, Lohnde und Gümmer statt [in den Bürgerhäusern manchmal mit erheblichem Aufwand]. Das Stammpublikum war stets dabei, und so waren die Konzerte immer sehr gut besucht.

Ein wenig schwieriger gestaltete sich der Versuch, das Orchester auch außerhalb von Seelze bekannter zu machen. Konzerte z.B. in Bad Nenndorf, Ahlem, Berenbostel, Lehrte, Wunstorf und Hannover waren oft nur mäßig besucht. Trotzdem ließ man sich nicht entmutigen und versuchte auch neue Programmformate: Bei der noch jungen MuSe (Musikfestival Seelze) trat das Jbo zusammen mit einem bekannten Organisten bei einem Nachtkonzert in der katholischen Kirche auf - Beginn 23 Uhr. Ein mutiger Versuch. Dass sich dieses Format nicht durchgesetzt hat, lag nicht unbedingt an der musikalischen Qualität des Orchesters [der professionelle Aushilfstubist war allerdings kurzfristig eingeschlafen und hatte einen wichtigen Einsatz verpasst], sondern eher an der späten Uhrzeit. Ganze sieben [7] Zuhörer fanden den Weg in die katholische Kirche. [Es wurde ein langer Abend. Und als jeder dachte, das Konzert sei gleich vorbei, setzte der Organist zum Tageswechsel noch zu einer 15-minütigen „Variation über das Deutschlandlied“ an.]

Wie bereits berichtet, wurde das Repertoire des Orchesters in jenen Jahren anspruchsvoller. Ein anspruchsvolleres Repertoire verlangte aber nicht nur fähige Musiker, sondern auch ein erweitertes Instrumentarium. Schon seit längerer Zeit war man auf der Suche nach Kesselpauken. Eine Neuanschaffung kam finanziell nicht in Frage und auch bei den gebrauchten Angeboten scheute man zunächst die Ausgabe [wobei gebrauchte Pauken nicht an jeder Ecke angeboten werden]. Da traf es sich ganz gut, dass der neue Vorsitzende des Vereins, Tom Kruse [er hatte den Vorsitz von Felix Reinecke übernommen], von Haus aus ein Schlagzeuger war. Als es dann wieder ein Angebot für gebrauchte Pauken gab, musste man zumindest in einem Fall keine Überzeugungsarbeit bezüglich der Anschaffung mehr leisten. Aber: Die Pauken standen in Düsseldorf. Also machten sich Vorsitzender und Dirigent mit einem geliehenen Bulli auf den Weg ins Rheinland. Glücklicherweise wurde man sich nach der Besichtigung mit dem Verkäufer einig, und so fanden die Pauken ihren Weg zum Verein.

Im Frühjahr 2001 änderte das Orchester seinen Namen - eine Folge des anspruchsvolleren Repertoires und des gestiegenen Altersdurchschnitts [einige Musiker bekamen bereits graue Haare - sofern sie noch welche hatten]. Der eingetragene Verein sollte weiterhin als Jugendblasorchester Seelze firmieren, das Orchester hieß nun aber „Modern Sound[s] Orchestra“. Dieser Name hatte sich nach langer Diskussion und mehreren Abstimmungsrunden gegen Vorschläge wie z.B. „Junges Orchester“ [zu harmlos], „Blechschaden“ [lustig - aber geklaut] oder Außenseiter wie „Hörsturz“ durchgesetzt. Als Besonderheit hatte man die Klammern [] in den Namen eingefügt [und damit seitdem jeden Schriftsetzer und Moderator in den Wahnsinn getrieben].

Von Steffen Hospodarz

Repertoire: Toccata in d-moll, Children of Sanchez, Lord of the Dance, Hard to Say I´m Sorry

Presseberichte mit freundlicher Genehmigung von Umschau, Rundblick und Landkreis-Zeitung/Leine-Zeitung
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