Jbo Seelze: Kleine Anekdoten aus 20 Jahren in 20 Tagen

Herbstkonzert 2001, im Bild: Matthias Perner (Foto: Leine-Zeitung)
 
Neujahrskonzert 2001, im Bild (von links): Silke Koch, Silke Schmechel, Andreas Stiegler, Oezden Dirik, Florian Battermann (Foto: Leine-Zeitung)
Heute: Ein neues Outfit und ein Auftritt auf der EXPO [2000]

Der Jahrtausendwechsel brachte auch dem Jbo einige Veränderungen. Den jugendlichen Leichtsinn hatte man inzwischen zu Gunsten einer gewissen Ernsthaftigkeit abgegeben [die Flegeljahre waren vorbei]. Die Mitglieder der ersten Jahre waren zusammen älter geworden [manche werden immer noch zusammen alt – Musik verbindet eben], und erfahrene Musiker, insbesondere aus Hannover, stießen zum Orchester.

Der Wandel, den das Orchester in dieser Zeit durchmachte, wurde schließlich auch optisch sichtbar: ein neues Outfit musste her [die Jeans waren inzwischen ausgeblichen und die Krawatten auch nicht mehr taufrisch]. Um die Belastung für die Mitglieder und die Vereinskasse möglichst klein zu halten, entschied man sich nach ausführlicher [war ja zu erwarten] Diskussion für die Anschaffung einer Weste und einer passenden Fliege in einem dunkelrot-schwarzem Muster. Dazu sollten weiße Hemden [Langarm!] und schwarze Hosen getragen werden [und schwarze Schuhe sowie schwarze Socken - was leider nicht immer klappte]. Das Orchester strahlte nun auch äußerlich die gewünschte Reife aus - passend zum gestiegenen musikalischen Anspruch [mit dem Outfit hätten sich die Orchestermitglieder auch mühelos als Servicekräfte im HCC oder Maritim verdingen können - den Kassenwart hätte es gefreut].

Im Frühjahr nahm das Orchester an einem internationalen Musikfest in Peine teil, das die MSG Ilsede dort ausrichtete. Die Veranstalter hatten sich große Mühe gegeben, aber leider fanden nur wenige süddeutsche und ausländische Orchester den Weg nach Peine [das Orchester aus Lettland setzte Okarinas statt Holzbläsern ein, und „Hootenanny“ hatten alle drauf]. Beim Wertungsspiel in den Peiner Festsälen erhielt das Jbo eine sehr gute Bewertung [trotz einer aus heutiger Sicht in einem Fall unglücklichen Stückeauswahl - es war der erste Wettbewerb und es fehlte die Erfahrung].

Mitten in die Sommerpause platze die Nachricht: wir sollen auf der EXPO spielen. Die Welt war zu Gast in Hannover [und keiner ging hin - zumindest anfangs]. Jedem Gastland wurde ein eigener Tag gewidmet [Nationentag]. Dazu gehörten jeweils spezielle kulturelle Darbietungen und natürlich eine offizielle Eröffnung [Einmarsch der Würdenträger, Fahnen hissen, Hymnen spielen…] auf der EXPO-Plaza. Den musikalischen Part bei diesem täglichen Akt übernahm normalerweise eines der erfahrenen Landespolizeiorchester, die sich wöchentlich abwechselten. Offenbar ergab sich am 6. August kurzfristig eine Lücke [die niemand vorhergesehen hatte oder die einfach übersehen worden war]. Für den „Nationentag Bolivien“ fehlte ein Orchester. Der Dirigent des Jbo arbeitete seinerzeit für die EXPO-Verwaltung und über interne Kanäle [u.a. über den Dirigenten des Musikvereins Lohnde, der auch auf der EXPO tätig war] erhielt das Orchester die Anfrage für die Umrahmung der Feierstunde. Es folgte ein Tag mit vielen Telefonaten, E-Mails und SMS, dann stand die Besetzung [40 Musiker, inkl. einer Lyra] und auch ein Probenort konnte organisiert werden [immer wieder gerne: der Saal des Schützenhauses]. Noten gab es vom Stabsmusikcorps der Bundeswehr aus Berlin [per Hauspost zugestellt].

Mit der deutschen Hymne kam das Orchester erwartungsgemäß gut zurecht, die Hymne Boliviens stellte aber eine gewisse Herausforderung dar [außerdem war die Zeit knapp], bestand aus mehreren Teilen und hätte durchaus einer Belcanto-Oper entstammen können [Bolivien erhielt Anfang des 19. Jahrhundert die Unabhängigkeit und auch die Musik der Hymne entstand zu jener Zeit]. Der Auftritt verlief reibungslos und auch die Repräsentanten aus Bolivien und Deutschland waren sehr zufrieden. Am Nachmittag stand für das Jbo noch ein weiterer Auftritt auf der Plaza an [Konzertprogramm unter entspannten, sehr professionellen Bedingungen].

Von Steffen Hospodarz

Presseberichte mit freundlicher Genehmigung von Umschau, Rundblick und Landkreis-Zeitung/Leine-Zeitung
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