Jbo Seelze: Kleine Anekdoten aus 20 Jahren in 20 Tagen

Der Dirigent ist auch der "Happy Cyclist" (Foto: Landkreis-Zeitung)
Heute: Die Erweiterung des Repertoires und das „heiße Thema“ Alkohol [1996]

Zwei Jahre nach der Gründung hatte sich das junge Orchester in der Seelzer Musiklandschaft etabliert. Von der Beliebtheit zeugen ein gut gefülltes „Auftragsbuch“ und sehr gut besuchte Konzerte. Der neue Stil des Jbo kam sehr gut an. Die Musik war populär und durchaus anspruchsvoll und es gab immer auch kleine Show-Einlagen, sofern es die Musikstücke hergaben. Ein wenig Selbstironie war manchmal auch dabei, z.B., wenn der [vollschlanke] Dirigent das Stück „The Happy Cyclist“ vom Hometrainer aus dirigierte.

Das Repertoire des Orchesters entwickelte sich stetig weiter. Gespielt wurde, was allen gefiel. Die Stücke wurden vom Orchester, meistens per Abstimmung, gemeinsam ausgewählt [Musik: DOCH eine basisdemokratische Veranstaltung!]. Zu jener Zeit änderte sich das Angebot an Orchesterliteratur gerade deutlich. Zu den bekannten deutschen und amerikanischen Herausgebern drängten Verlage wie De Haske oder Bernaerts auf den deutschen Markt und sorgten hier für einen deutlichen Wandel. Sie setzten z.B. die Demo-CD als Standard durch und erreichten die Orchester direkt über eine moderne Web-Präsenz im jungen Internet. Ihre Arrangements populärer Musik waren moderner und ansprechender. Hinzu kamen frische Originalkompositionen, die trotz eines ordentlichen Anspruchs immer noch unterhaltend blieben. [Viele Stücke jener Zeit sind so zeitlos, dass sie auch heute noch aufgeführt werden können].
Intern diskutierte der Verein in jenem Jahr ein „heißes Thema“: Wie halten wir es mit dem Alkohol? Jugendarbeit und Alkohol - das passt schlecht zusammen. So hatte man bei der Gründung 1994 entschieden, und alkoholische Getränke bei allen Vereinsveranstaltungen für Mitglieder strikt untersagt. Dieser Beschluss galt für alle Mitglieder, egal, wie alt sie waren. Offiziell funktionierte das auch ganz gut, in der Praxis jedoch sah es ein wenig anders aus - zumindest bei denen, die schon über 18 waren. [Fanta bei der Party im Jugendzentrum, Ouzo im benachbarten Schützenhaus - Apfelsaft in der Jugendherberge, Bier aus dem Kofferraum im Wald]. Nach intensiver Diskussion einigte man sich auf einen Kompromiss: entsprechend den gesetzlichen Regelungen durften die Mitglieder bei Feiern auch Alkohol trinken. Ein verantwortungsvoller Umgang - auch im Hinblick auf die jüngeren Mitglieder - wurde dabei erwartet. Während der musikalischen Arbeit (Proben und Auftritte) blieb Alkohol weiterhin verpönt. [Ein Beschluss, der übrigens auch heute noch gilt]. Durch eine „Indiskretion“ gelangte der Beschluss an die Presse [und der Verursacher hat dafür mächtig Ärger bekommen].

Von Steffen Hospodarz

Repertoire:
Symphonic Rock Highlights, Star Trek Through the Years, Florentiner Marsch, Best of Beatles

Presseberichte mit freundlicher Genehmigung der Umschau, Rundblick, Landkreis-Zeitung/Leine-Zeitung.
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