Jbo Seelze: Kleine Anekdoten aus 20 Jahren in 20 Tagen

2. Konzert: im Bild Magnus Willeke (Foto: Rundblick)
 
2. Konzert: im Bild Silke Koch, Christian Barg (Foto: Rundblick)
Heute: Das erste Konzert [1995]

Nachdem die Vereinsgründung geschafft, die Besetzung [mit Schlagzeuger - es war schwierig, jemanden zu finden; ohne geht es nicht] geklärt und auch die Finanzen des Vereins sich erfreulich entwickelten, ging man Anfang 1995 daran, die musikalischen Konturen des jungen Orchesters zu schärfen. Man wollte ein Orchester für Konzerte [mindestens zwei pro Jahr] und gehobene Auftritte sein. Marschmusik, Egerländer und Festumzüge waren verpönt. Das Repertoire sollte modern und unterhaltend sein und der jungen Besetzung entsprechen.

Für das Frühjahr plante man das erste große Konzert im damals noch „Neuen Forum der Orientierungsstufe Seelze“ [der heutige Probenort des MSO]. Große Mühe gab man sich mit der Vorbereitung: ein extra eingerichteter „Konzertausschuss“ [damals noch mit „ß“] bereitete die Veranstaltung akribisch vor [aus dem Protokoll: “Die Plakate werden auf hellgrünem Papier #426-8 gedruckt, um den Kontrast der Schriftzüge im grauen Kasten zu unterstützen“ - Toll!]. Vieles war neu, vieles musste bedacht werden, und man wollte alles richtig machen. Von der mühsamen Arbeit der Planer profitierte das Orchester aber noch viele Jahre bei der Vorbereitung weiterer Konzerte.

Nachdem das letzte Programmheft kopiert, das Forum geschmückt und auch genug Helfer für den Ausschank gefunden waren, war es dann soweit: das erste Konzert des Jugendblasorchester Seelze [Samstag, 18. März, verspäteter Beginn: 17.10 Uhr - es mussten noch zusätzliche Stühle aufgebaut werden] begann. Die Moderation übernahm Florian Battermann [heute etablierter Theaterchef, Regisseur und Schauspieler], der Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem „Jungen Stadttheater Seelze“.

Musikalisch schlug das Orchester beim ersten Konzert eine Richtung ein, die auch in den folgenden Jahren beibehalten wurde: teilweise anspruchsvoll und konzertant, teilweise unterhaltend und effektvoll. Dazu eine „Prise“ Lichteffekte und Show-Elemente. Bei „Auf einem persischen Markt“ verkleideten sich alle Musiker als Beduinen und eine Schlange ringelte sich beim „Schlangenbeschwörer-Thema“ plötzlich aus einem Bastkorb auf der Bühne [an einem Bindfaden herausgezogen - die wundersame Ingenieurskunst von Martin Ließ]. Bei „Moonlight-Serenade“ wanderte ein großer Mondlampion über die abgedunkelte Bühne, und bei der letzten Zugabe „Over and Out“ verließen die Musiker während des Stücks nacheinander die Bühne.

Aus dem ersten Konzertprogramm: „Spirit of Youth“, „Greensleaves“, „Auf einem persischen Markt“, „Instant Concert“, „My Fair Lady“ - Pause, Signal - „Mister Dixie“, „One Moment in Time“, „Trumpet Blues and Cantabilie“, „Moonlight Serenade“, Choral & Rock Out“, „Y.M.C.A.“ - Zugabe: “HOOTENANNY” und “Over and Out”.

Das Konzert wurde ein voller Erfolg. Die HAZ schrieb: „Junge Bläser schlagen neue Töne an - zur Premiere gibt es stehende Ovationen“. Die Umschau sprach von „einer besonderen Stimmung“. Und auch der Kassenwart war zufrieden: Spenden [es wurde kein Eintritt genommen um die Kosten für die GEMA zu sparen] und Verkaufserlöse brachten einen ordentlichen Betrag [1.765,19 DM - nach Abzug der Kosten] in die Kasse.

Nach dem Konzert ist vor dem Konzert! Das Ziel waren ja mindestens zwei große Konzerte pro Jahr. So begannen schon im April die Vorbereitungen für das zweite Konzert, dass Ende Oktober in Letter stattfinden sollte.

Mitten in die Konzertvorbereitung platzte jedoch die Nachricht: „wir sollen ins Fernsehen“. Annika Mielke, Flötistin des Jbo, hatte sich bei der Model-Casting-Show „Gesicht ´95“ beworben und war bis in das Finale der Show vorgestoßen. Für die Finalshow sollte ein kleiner individueller Trailer über die Teilnehmer produziert werden. Das Orchester bemühte sich, die Vorgaben und Wünsche des Produktionsteams umzusetzen [„Flintstones“ - immer wieder: „Meet the Flintstones“]. Zwei Stunden Aufnahmen wurden dann zu immerhin 30 Sekunden im Trailer eingedampft. Für Annika Mielke (heute: McKay) begann nach der Show eine erfolgreiche Model-Karriere [heute ist sie im Fitness-Bereich tätig und erfolgreiche Buchautorin].

Von Steffen Hospodarz

Repertoire (2. Konzert):
Music, Bohemian Rhapsody, Jesus Christ Superstar, ABBA Gold ... und… Hootenanny
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